In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Auslandsaufenthalten während des Studiums stetig angestiegen. Um Sie bei Ihrer Entscheidung zu einem Auslandssemester oder -praktikum zu unterstützen und Ihnen eine Vorstellung von der spannenden Zeit zu geben, haben wir Erfahrungen und Eindrücke früherer Studierender auf unserem Blog gesammelt und bauen unser Repertoire an Berichten aus Sicht Ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen stetig aus.
Hier findest du einige spannende Artikel zu Erfahrungswerten an verschiedenen Universitäten in Europa und der ganzen Welt.
Stadt und Umgebung
Perth ist die isolierteste Großstadt der Welt und das merkt man tatsächlich recht schnell. Perth ist sehr lang gestreckt und hat viele Vororte. Sobald man einmal aus Perth hinausgefahren ist, kommt ganz lange nichts, außer natürliche schönste und vielfältige Natur.
Da Perth so weit ist, können Wege sich manchmal strecken. Aber gerade im Stadtkernen sind die Straßenbahnen super ausgebaut und das Schienennetz wird momentan auch noch in die äußeren Bezirke erweitert.
Es ist allerdings gar nicht schlimm, dass Perth so alleine steht, denn innerhalb der Stadt gibt es alles, was das Herz begehrt.
Von wunderschönen Stränden mit blauem Wasser, auf dem man gut surfen und in dem man gut schwimmen kann, bis zu den “Perth Hills” im Osten der Stadt. Auch in der Innenstadt gibt es viele gute Einkaufsmöglichkeiten und Erholungsmöglichkeiten rund um den Kings Park und den Swan River.
Etwas südlich von der Hauptstadt liegt Fremantle. Fremantle ist, meiner Meinung nach, Bochum gar nicht so unähnlich. Es gibt viele Kneipen, in denen schon ab 11 Uhr Bier getrunken wird und süße Lädchen.
Als Tagesausflugsziele eignen sich die Inseln rund um Perth super. Besonders Rottnest Island ist wunderschön und die Quokka, die auf der Insel heimisch sind, sind super niedlich anzusehen.
Sprache/ sprachliche Vorbereitung
Eine gute Englischkenntnis würde ich definitiv als Voraussetzung sehen. Du solltest dich im Englischen wohl fühlen, denn die “Aussies” sind sehr gesprächsfreudig.
Ich hatte vor dem Auslandsaufenthalt etwas Respekt vor dem australischen Slang, allerdings kommt man da sehr gut rein und es hat mir echt Spaß gemacht neue Wörter zu lernen. Wenn jedoch dann ein Australier so richtig los legt, muss man schon gut hinhören. Allerdings passen sie sich auch immer an, wenn du etwas nicht verstehst. Die “Aussies” lieben Abkürzungen, das Frühstück wird zu “Brekkie” und die Avocado zu “Avo”.
In der Uni, gerade was die juristischen Fachbegriffe angeht, musste ich schon ein paar Vokabeln lernen. Die Vorlesungen an sich habe ich allerdings gut verstanden. Eine besondere Vorbereitungen benötigt ihr dafür mMn nicht.
Unterkunft
Das Unterkunftsthema ist natürlich in jedem Auslandsaufenthalt eine der zentralen Fragen.
Die Wohnungslage in Perth ist eher angespannt und Zimmer sind eher teuer. Alle Preise online sind pro Woche angegeben.
Die Partneruni Murdoch bietet ein Studidorf direkt am Campus an, das allerdings relativ teuer ist. Manche Zimmer sind schön. Man kann allerdings auch richtig Pech haben, sowohl mit Mitbewohner:innen als auch dem Zimmer selbst. Großes Pro bei den Uniunterkünften: es gibt einen Gemeinschaftspool.
Ich persönlich habe mich gegen die Uniunterkunft entschieden. Ich hatte das Glück, dass eine Bekannte meiner Familie in Perth lebt, bei der ich unterkommen konnte. Dafür hatte ich allerdings immer eine längere Fahrtzeit zum Campus. Auf der anderen Seite, da ich in einem Vorort gelebt habe, war es für mich Alltag, dass überall Kängurus rumhüpfen.
Ankunft/ Erste Woche
Die Ankunft war von der Murdoch University wirklich super gestaltet.
Ich bin nachts in Perth am Flughafen angekommen und wurde trotzdem vom “Pick Up Service” der Uni abgeholt und zu meiner Unterkunft gebracht.
Die Uni hat für Internationale Studierende eine eigene Einführungsveranstaltung abgehalten, bei der es alle Informationen gebündelt gab. Außerdem gab es nochmal eine Veranstaltung nur für die Austauschstudierenden, damit wir uns auch untereinander kennen lernen. Alles war persönlich und freundlich. Das hat sich auch durch das gesamte Semester gezogen.
Die Uni hat immer wieder Veranstaltungsangebote gemacht, zB jeden Montag Yogaunterricht oder jeden Mittwoch ein Internationales Café. Es war wirklich gastfreundlich und herzlich. Die richtige Uni startet dann erst eine Woche später mit den Vorlesungen und Workshops, auch da wurden wir viel an die Hand genommen.
Fächerauswahl
Es gibt die Möglichkeit entweder 3 oder 4 sog. “Units” zu machen. Ich habe mich mich für 3 entschieden und muss sagen, dass es für mich genauso gut war.
Ich wollte gerne einen Einblick in das australische Rechtssystem gewinnen, das so ganz anders ist als unseres.
Deswegen habe ich mich für die Erstsemesterkurse “Legal Writing for Lawyers” und “Australian Legal System” entschieden.
“Legal Writing” ist ein wirklich toller Kurs für ein Auslandssemester. Man wiederholt viel englische Grammatik. Außerdem lernst du, wie man Fälle recherchiert. Die zentrale Aufgabe ist ein Essay, bei dem viel Wert auf gute Recherche und klares Schreiben gelegt wird. Der Kurs hat mir sehr gut gefallen.
“Australian Legal System” war eine sehr breitgestreute Einleitung in das australische Recht. Es fiel mir in diesem Kurs echt schwer, die deutsche juristische Denkweise abzulegen, aber es hat mir auch Spaß gemacht. In diesem Kurs gibt es über das Semester verteilt immer wieder kleinere und größere Abgaben, die manchmal echt anspruchsvoll sein können, trotzdem hat mir dieser Kurs einen tollen Einblick gegeben.
Als nicht-Jura Fach habe ich als Geschichtsliebhaberin den Kurs “Imperial History” gewählt. Wir haben uns dem Thema Kolonialismus aus einer globalen Perspektive genähert. Mir hat der Kurs sehr viel Spaß gemacht, aber ich denke, du findest auch sicherlich einen Kurs, der deinen Interessen entspricht. Murdoch hat ein wirklich vielfältiges Angebot!
Sonstige Eindrücke
Ich bin so froh und dankbar, dass ich diese Reise machen durfte! Ich habe tolle Menschen, neue Kulturen und auch sehr viel neues über mich kennen gelernt.
Die Murdoch Uni bietet für die Austauschstudierenden einen Nord-West-Trip an, den ich euch sehr ans Herz legen möchte. Wir haben durch diesen Campingtrip Westaustralien nochmal von einer ganz anderen Seite kennen gelernt. Die Natur und die Tierwelt wird von den Australiern wirklich wertgeschätzt, das fand ich sehr schön zu sehen.
Der Umgang mit Aboriginal Menschen vor Ort ist dafür leider ambivalent. In der Uni wird meiner Ansicht nach ein sehr respektvoller Umgang gelebt. Allerdings ist das leider nicht überall der Fall. Nehmt euch Zeit, auch diese Kultur kennen zu lernen. Es ist unglaublich interessant.
Ansonsten kann ich nur sagen, wenn ihr die Zeit habt: Australien ist riesig und vielfältig, reist auch nochmal an die Ostküste und schaut euch die andere Seite des Kontinents an. Es ist auch da wunderschön und doch wieder ganz anders.
Stadt und Umgebung
Tartu ist mit unter 100.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Estlands. Sie ist somit einerseits groß genug, dass man sich nicht langweilt, aber andererseits klein genug, dass man sich nach einer Woche wie ein Einheimischer fühlt. Außerdem ist Tartu eine echte Studentenstadt (die Uni wurde bereits 1632 gegründet) und wird 2024 Kulturhauptstadt Europas.
Es ist sehr einfach von Tartu aus neben zahlreichen Orten in Estland auch beispielsweise Riga, St. Petersburg und Helsinki zu besichtigen. Ich würde jedoch jedem raten auch innerhalb Estlands zu reisen und vor allem die atemberaubende Natur zu bestaunen.
Kulturell ist insbesondere spannend zu sehen, wie Estland viele Traditionen und Eigenheiten von Ost- und Westeuropa, aber auch Skandinavien verbindet und somit eine eigene nationale Identität innehat.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Estnisch ist die Landessprache Estlands. Es wird jedoch glücklicherweise nicht von allen Erasmus-Studenten verlangt diese zu beherrschen, da es eine große Auswahl an englischsprachigen Kursen gibt. Daher ist es durchaus ratsam vor der Abreise seine Englischkenntnisse aufzufrischen.
Wer jedoch Interesse hat Estnisch zu lernen, kann dies während des Semesters in normalen Präsenz- oder Onlinekursen machen. Außerdem entschließen sich viele Studierende dazu russisch zu lernen.
Ein toller Tipp sind zudem Vorkurse. Diese finden in den Wochen vor Semesterbeginn statt, sind kostenlos und befassen sich mit den Grundlagen der Sprache, aber auch der Landeskunde. Zudem kann man bereits hier viele erste Freundschaften schließen.
Unterkunft
Die Universität Tartu bietet für Erasmus-Studierende nur ein Wohnheim an. Dieses ist sehr zentral gelegen, hat jedoch seine Schwächen. Insbesondere sollte man sich mit dem Gedanken anfreunden, sich mit einer anderen Person das Zimmer zu teilen, wobei Küche und Bad jeweils für sechs Personen sind. Ich habe mich hierfür entschieden und habe mich überraschend schnell an die fehlende Privatsphäre gewöhnt. Zudem war es sehr praktisch all seine neuen Freunde auf demselben Flur zu haben. Es kostet ca. 230 € im Monat.
Zu Beginn des Wintersemesters wurde jedoch ebenfalls ein privates Wohnheim direkt auf der anderen Straßenseite eröffnet. Hier wohnt man in Einzel-Mini-Apartments und zahlt in etwa das doppelte zu der obigen Option.
Zuletzt gibt es selbstverständlich die Möglichkeit sich selber eine Wohnung oder WG in der Stadt zu suchen. Dies ist jedoch eher etwas für Mutige, weil man nur schwer gute Angebote aus dem Ausland findet und die meisten ohne Wohnung angereist sind und sich vor Ort erst umgeschaut haben.
Ankunft/Erste Woche
Tartu selbst hat keinen Flughafen, sodass man entweder nach Riga oder Tallinn fliegt und mit dem Bus weiter muss. Positiv hierbei ist, dass die Rezeption des Wohnheims immer auf hat und man jederzeit sein Zimmer belegen kann.
In den ersten Tagen wurde eine Einführungswoche angeboten, in der ich bereits viele neue Leute kennenlernte. Die Uni ist sehr bemüht, wobei (für mich eher ungewohnt) die meisten Prozesse digital stattfinden und man nur eine halbtägige richtige Infoveranstaltung hat. Es wurde jedoch auch eine Stadtführung und Kneipentour angeboten, wo man auch auf einheimische Studierende traf, die einem gerne halfen.
Fächerauswahl
Bereits viele Wochen vor Beginn des Semesters bekommt man den Kurskatalog mit allen englischsprachigen Kursen zugeschickt. Hieran konnte man sich gut orientieren, um sein Learning Agreement auszufüllen. Der Katalog wurde jedoch bis zum Beginn des Semesters erweitert. Während der ersten Woche konnte ich mich daher auch teilweise umentscheiden und bekam letzten Endes alle Kurse, die ich wollte. Auch hier muss man sich daran gewöhnen, dass alles Digital erledig wird.
Sonstige Eindrücke
Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen ein Erasmus-Semester zu machen. Welche Stadt man dabei wählt ist fast zweitrangig. Für mich war Tartu perfekt, da ich nicht weit fliegen musste und trotzdem so viel Neues erlebt habe.
Stadt und Umgebung
Krakau ist sehr schön und insbesondere für Studenten sehr attraktiv, da dort sehr viele Studenten leben. Fast sämtliche Freizeit- und Abend-Aktivitäten finden in der Altstadt oder im jüdischen Viertel statt. Innerhalb der Altstadt ist alles fußläufig erreichbar. Fast alle Cafés, Restaurants, Bars und Clubs konzentrieren sich in der Altstadt und dem jüdischen Viertel. Es stehen jedoch auch Leihfahrräder der Stadt sowie gute Bus- und Bahnverbindungen zur Verfügung. Kosten für den ÖPNV sind viel niedriger als in Deutschland, ein Semesterticket für Studenten kostet ca. 50 Złoty (12 Euro) für das gesamte Semester.
Auch sonstige Lebenshaltungskosten und das abendliche Ausgehen sind deutlich günstiger. Für Studenten, die nicht an der AGH, im wesentlichen eine Technische Universität, an welcher ich im vorherigen Semester studiert habe, studieren, ist der Campus der AGH ein zusätzlicher „Geheimtipp“. Insbesondere im Sommer trifft man dort im Park zwischen den Studentenwohnheimen (Miasteczko Studenckie AGH) täglich zu jeder Tages- und Nachtzeit einheimische Studenten und Erasmusstudenten an. Für mich hat sich dort ein erheblicher Teil des Nachtlebens abgespielt.
Polen ist auch im Allgemeinen kulturell sehr interessant. Im Bezug auf den Alltag in den Städten sind die kulturellen Unterschiede zu Deutschland jedoch eher gering. Insbesondere Krakau ist auf der einen Seite eine sehr internationale Stadt, auf der anderen Seite jedoch auch noch ganz klar eine typisch polnische Stadt. Ich habe die Polen insgesamt als sehr offen, nett und hilfsbereit erlebt, insbesondere die polnischen Studenten. Diesbezüglich gab es jedoch auch gegensätzliche Berichte anderer Studenten, insbesondere aus südlichen bzw. muslimischen Ländern.
Die Stadt ist inzwischen definitiv meine Lieblingsstadt, insbesondere aufgrund des dortigen Lebensgefühls. Aus diesem Grund habe ich an mein erstes Erasmus-Semester dort unmittelbar ein zweites angehängt und sogar über ein drittes Semester in Krakau, welches aufgrund meiner besonderen Studienkonstellation höchstwahrscheinlich möglich gewesen wäre, nachgedacht.
Für Krakau spricht auch die Möglichkeit, viele andere europäische Ziele gut und günstig von Krakau aus erreichen zu können. Zum einen gibt es viele günstige Flüge mit WizzAir oder Ryanair von den Flughäfen Krakau oder Katowice (mit dem Bus in ca. 2 Stunden ab Krakau zu erreichen) in viele europäische Städte. Zum anderen sind auch viele Ziele in Ost- und Mitteleuropa mit dem Bus oder Zug gut erreichbar.
Mein persönlicher Tipp ist eine Reise in die Ukraine (nach Lviv und/oder Kiew). Insbesondere Lviv ist von Krakau aus gut mit dem Zug erreichbar. Mit dem Zug muss man einmal in der südöstlichen polnischen Kleinstadt Przemyśl nahe der ukrainischen Grenze umsteigen. Die Stadt verfügt über eine sehr schöne Altstadt, sodass sich ein paar Stunden Aufenthalt dort sehr lohnen. Nach Kiew gibt es günstige Flüge. Zwischen Kiew und Lviv kann man gut mit dem Zug (Tagzug oder Schlafzug über Nacht) reisen. Die Grenzkontrollen sind mit dem Zug oder Flugzeug unkompliziert und zügig. Mit dem Bus sind im Extremfall bis zum 12 Stunden Wartezeit einzuplanen. Ich bin einmal zu Fuß über die Grenze von der Ukraine wieder nach Polen eingereist, wobei die Wartezeit nur wenige Minuten betrug (an einem Montagmorgen). Die ukrainischen Städte sind anders als viele westliche Städte noch nicht so touristisch überlaufen. Aber Achtung: Für die Einreise in die Ukraine wird ein Reisepass benötigt, jedoch kein Visum. Viele Erasmusstudenten reisen viel herum (meist in kleinen Gruppen).
Erwähnenswert ist auch, dass Krakau nicht weit von Zakopane in den Bergen liegt. Dort sind schöne Wanderausflüge und im Winter auch sehr günstiger Wintersport möglich.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Außerhalb des universitären Umfelds ist eine Kommunikation auf Englisch teilweise nur sehr eingeschränkt möglich. Polnische Studenten sprechen in der Regel mindestens mittelmäßig Englisch, sehr oft jedoch auch ausgezeichnet Englisch. Ältere Personen sprechen oft fast gar kein Englisch. Zumindest ein paar Grundkenntnisse der polnischen Sprache sind oftmals hilfreich, aber notfalls geht es immer auch ohne.
Die UJ bietet vor Beginn der Semester jeweils einen Crash-Kurs für Polnisch an. Ich habe meine Sprachkenntnisse zunächst durch einen A1-Kurs an der RUB und später durch „Learning by Doing“ während meines einjährigen Aufenthaltes erlernt. Grundkenntnisse lassen sich auf zweitgenannte Weise definitiv erlangen, wenn ein entsprechendes Interesse und Bemühen vorliegt. Ein vorbereitender Sprachkurs ist sicherlich hilfreich, insbesondere auch für das kulturelle Verständnis. Erforderlich ist ein Sprachkurs aber definitiv nicht.
Es werden viele englischsprachige Module für Erasmusstudenten angeboten. Teilweise werden auch Module in anderen Sprachen (Deutsch, Russisch, Ukrainisch, Französich, Spanisch, …) angeboten. Wer über ausreichende Polnischkenntnisse verfügt, kann auch auf polnische Module zurückgreifen.
Unterkunft
Ich habe insbesondere aufgrund der benötigten Ruhe für meine gleichzeitige Werkstudententätigkeit in einer kleinen Wohnung etwas außerhalb des Zentrums im Stadtteil Bronowice, nicht weit von der Universität AGH, gewohnt. Es bestand jedoch eine sehr gute ÖPNV-Verbindung zur Altstadt (ca. 12 Minuten Tram-Fahrt zur Haltestelle Teatr Bagatela). Für einen sehr ähnlichen Preis wären auch WG-Zimmer in oder nahe der Altstadt oder dem jüdischen Viertel verfügbar gewesen. Die Zustände in den Studentenwohnheimen würde ich als mindestens gewöhnungsbedürftig bezeichnen, dafür sind diese jedoch äußerst günstig.
Ankunft/Erste Woche
In der ersten Woche wird eine sogenannte Orientierungswoche mit vielen verschiedenen Veranstaltungen (Informationsveranstaltungen, kulturelle Veranstaltungen, Stadtführungen, Ausflüge, Partys, Bowling, etc.) vom örtlichen Erasmus Student Network organisiert. In dieser Woche kann man sich gut in Krakau einleben und viele andere Erasmusstudenten kennenlernen. Langeweile ich im Grunde ausgeschlossen.
Die Ankunft am Flughafen Krakau war ebenfalls immer unproblematisch. Von dort gibt es eine direkte Busverbindung in die Stadt (bis zum Hauptbahnhof). Außerdem sind Taxis oder Fahrdienste wie Uber in Polen äußerst günstig. Von der Sprache, den Preisen und der Währung abgesehen ähnelt der Alltag hinsichtlich alltäglicher Erledigungen (z. B. Einkaufen) sehr dem deutschen.
Tipp zur Anreise mit dem Flugzeug: Es lohnt sich, auch die Flugpreise zum Flughafen Katowice zu überprüfen. Von dort gibt es Direktverbindungen mit Reisebussen (z. B. FlixBus) nach Krakau, Fahrzeit ca. 2 Stunden, Preis i. d. R. weniger als 10 Euro. Bei Anreise mit Ryanair vorher die Bestellung einer ESN-Karte in Betracht ziehen (s. U.).
Fächerauswahl
Grundsätzlich lassen sich alle angebotenen Fächer über die Online-Plattform USOS einsehen und auswählen. Zusätzlich wird von den Erasmuskoordinatoren der meisten Fakultäten der UJ eine Excel-Tabelle mit speziell für Erasmus-Studenten angebotenen oder empfohlenen Fächern bereitgestellt.
Grundsätzlich empfehle ich, die „Erasmus-Module“ zu belegen. Zum einen sind diese hinsichtlich der sprachlichen und inhaltlichen Voraussetzungen auf den Umstand, dass verschiedene Studenten aus verschiedenen Ländern unterschiedliche Vorkenntnisse (sprachlich, methodisch und inhaltlich) mitbringen, angepasst. Außerdem sind die Prüfungsanforderungen und der Arbeitsaufwand für diese Module in der Regel (es gibt Ausnahmen) äußerst gering, dadurch bleibt mehr Zeit zum genießen des typischen Erasmuslebens.
Auch sind die Dozenten in diesen Fächern auch hinsichtlich organisatorischer Probleme (Fristen, Prüfungstermine, etc.) deutlich flexibler und gehen auf typische Probleme für Erasmus-Studenten ein (z. B. Terminkollisionen mit Reisen oder besondere Anforderungen der einzelnen Heimatuniversitäten). Ein Kommilitone bekam beispielsweise von der Heimatuniversität für die Anerkennung die Auflage, dass nur schriftliche Prüfungen mit einer Mindestlänge von 90 Minuten anerkannt werden. Daraufhin hat die Dozentin eines Moduls für diesen Studenten eine Extraprüfung, welche eben jene Anforderung erfüllte angeboten. Auch stehen oftmals mehrere Prüfungstermine zur Auswahl.
Nach meiner Erfahrung gibt es kaum Module, welche im rechtswissenschaftlichen Studium zum Staatsexamen in Deutschland anerkannt werden. Man „verliert“ folglich im Zweifel ein Semester. Meiner Meinung nach sind die gewonnenen Erfahrungen diesen „Preis“ jedoch mehr als wert.
Nachfolgend meine kurzen Anmerkungen zu den gewählten Modulen (aus meinem Erasmus-Bericht an das International Office kopiert):
European Private International Law: Hauptinhalt ist die Gerichtszuständigkeit und das anwendbare Recht in verschiedenen Feldern des Privatrechts innerhalb der EU aufgrund verschiedener EU-Rechtsakte. In den Vorlesungen wurden teilweise recht komplizierte Fälle bearbeitet, die Klausur war jedoch einfach zu bewältigen (Durchfallen kommt praktisch nicht vor). Die Dozentin war sehr engagiert und nett. Das Modul wird an der juristischen Fakultät der RUB nicht anerkannt.
Introduction to Polish Administrative Law: Entgegen des Namens des Moduls wird im wesentlichen polnisches Staatsorganisationsrecht behandelt. Die Dozentin (Richterin am obersten Gerichtshof Polens) ist ebenfalls sehr engagiert. Die Prüfungsleistung besteht aus einem kurzen Referat über das heimische Staatsorganisationsrecht (in Grundzügen und im Zweifel in Gruppen) und einer kurzen und sehr einfachen mündlichen Prüfung (3 Fragen pro Person). Das Modul wird an der juristischen Fakultät der RUB nicht anerkannt.
Judical Cooperation in Criminal Matters in EU: Es geht im wesentlichen um Auslieferungsverfahren beziehungsweise den europäischen Haftbefehl. Die Dozentin ist Richterin an einem polnischen Strafgericht und ebenfalls sehr engagiert. Es besteht Anwesenheitspflicht, welche jedoch sehr kulant gehandhabt wird. Es gibt keine dedizierte Prüfungsleistung. Die Endnote wird aufgrund der Beteiligung in den Seminaren berechnet. Die Notenvergabe erfolgt äußerst großzügig. Das Modul wird an der juristischen Fakultät der RUB nicht anerkannt.
Refugee Law: International, European and Polish: Der Name beschreibt den Inhalt im Grunde sehr treffend. Zur schriftlichen Prüfung wurden zuvor 12 Fragen bereitgestellt. Von diesen standen in der Prüfung 3 zur Auswahl. Der Student kann davon eine wählen und beantworten. Das Modul wird an der juristischen Fakultät der RUB nicht anerkannt.
Sonstige Eindrücke
Die Lebenshaltungskosten in Krakau sind deutlich geringer. In Kantinen der Universitäten oder sogenannten „Milchbars“ (Bar Mleczny), typisch polnischen Kantinen, ist ein Mittagessen oft für (teilweise deutlich) weniger als 10 Złoty erhältlich. Das Semesterticket für das Stadtgebiet kostet 50 Złoty pro Semester und eine Einzelfahrt kostet mit Studentenrabatt gegenwärtig 1,70 Złoty. Ein Bier (0,5 l) ist sogar in manchen Kneipen in der Altstadt für ca. 5 Złoty erhältlich. Für Clubs wird oftmals ebenfalls kein Eintritt verlangt. Wenn doch ein Eintrittspreis verlangt wird, liegt dieser ebenfalls bei etwa 10 Złoty. Als Student (50% Rabatt) kann man manchmal sogar Zugtickets quer durch Polen für 20 Złoty bekommen.
Aber Vorsicht: Für Studentenrabatte werden oft nur polnische Studentenausweise anerkannt. Teilweise wird auch die ISIC-Karte anerkannt, dies wiederum manchmal nur bei polnischen Staatsbürgern. Dies sollte im Einzelfall überprüft werden. Erasmusstudenten erhalten jedoch bei den meisten Universitäten kurz nach Ankunft einen polnischen Studentenausweis. Bei mindestens einem Museum habe ich sogar einen offiziellen „Ausländeraufschlag“ für die Tickets für nicht-polnische Staatsbürger gesehen.
Für Rabatte empfehle ich auch dringend die Bestellung einer ESN-Karte (ESN: Erasmus Student Network). Mit dieser kann man viele Rabatte erhalten, unter anderem bei FlixBus und Ryanair. Wer mit Ryanair anreist sollte die Bestellung sogar schon vor Ankunft in Betracht ziehen, da man mit der ESN-Karte auf 8 Ryanair-Flügen im Jahr kostenlos ein 20-Kg-Gepäckstück aufgeben kann. Dies muss jedoch schon bei der Buchung bestellt werden und das Ticket muss einige Wochen vor Abflug gebucht werden.
Anzumerken ist, dass die örtlichen ESN-Sektionen an den großen Universitäten in Krakau sehr aktiv und groß sind. Dadurch werden auch während des Semesters viele Veranstaltungen für Erasmus-Studenten angeboten. Die „ESNer“ stehen den Erasmusstudenten auch bei allen möglichen Problemen gern und hilfsbereit ehrenamtlich(!) zur Seite.
Wer von Polen ausgehend außerhalb der EU reisen möchte, sollte daran denken, dass dafür oft ein Reisepass benötigt wird. Zum einen ist die Ukraine wie oben beschrieben gut und günstig erreichbar und zum gibt es in jedem Semester eine organisierte Reise nach St. Petersburg. Diese Reise war zwar visumsfrei (für 3 Tage), jedoch ist auch für Russland zwingend ein Reisepass erforderlich. Ich habe mehrere Studenten getroffen, welche an dieser Reise teilnehmen wollten, jedoch in Ermangelung eines Reisepasses nicht konnten. Deutsche Staatsbürger können dieses jedoch zur Not im Generalkonsulat in der Krakauer Altstadt beantragen.
In Polen kann man fast überall auch Kleinstbeträge mit Karte bezahlen. Es jedoch trotzdem gut, immer ein bisschen Bargeld mitzuführen, da es auch ein paar Ausnahmen gibt. Für Kartenzahlungen und Geldabhebungen in Polen kann ich den Dienst Revolut (eine Art Prepaid-Kreditkarte) sehr empfehlen. Als Alternative sind Barüberweisungen auch in Postfialen gegen eine geringe Gebühr möglich.
Start und Wohnung
Mein Auslandssemester in Krakau startete eine Woche vor Beginn der Orientation Week. Ich wollte gerne schon früher vor Ort sein, um mich etwas einzuleben und zurecht zu finden bevor es los ging.
Glücklicherweise hatte ich eine eigene Wohnung, mit der Straßenbahn ca. 10 Minuten von der Innenstadt entfernt. Durch meine Vermieterin hatte ich immer einen Ansprechpartner und ich habe mich schnell zurechtfinden können. Ich habe mich gegen einen Platz im Studentenwohnheim entschieden, da ich schon gehört hatte, dass es keine Einzelzimmer gibt
und mir Zeit und Ruhe für mich in meinem Alltag wichtig sind. Ich hatte trotzdem guten Kontakt zu den Leuten im Wohnheim und wir haben einiges unternommen.
Uni und Kurse
In der Orientation Week habe ich sehr viel von der Stadt gesehen und viele neue Leute kennengelernt. Es war eine bunte Mischung aus Informationen zum Alltag an der Uni und Erkunden der Stadt. Am Ende der Woche konnte ich mich schon sehr gut in der Stadt zurechtfinden und habe
viele nette Leute kennengelernt.
Als Kurse habe ich folgende gewählt:
Alle Kurse haben mir gut gefallen. Ich konnte Vergleiche zum Deutschen Rechtssystem ziehen und habe gemerkt, dass ich mich in Zukunft viel mit dem Thema Arbeitsrecht beschäftigen möchte, da es mir sehr viel Spaß macht.
In jedem Kurs haben wir Materialien zu den Vorlesungen bekommen. Lektüre war nicht erforderlich, da die Prüfungen auf den Vorlesungsunterlagen basierten. Ich war überrascht, dass es ein so großes Kursangebot auf Englisch gab. Bis auf wenige Ausnahmen konnten die
Professoren die Inhalte auch gut und verständlich vortragen.
Zu den oben genannten Kursen habe ich auch die Prüfungen abgelegt. Eine Präsentation konnte ich in Constitutional Law halten. Dort habe ich ein Urteil vorgestellt und die Gesetzeslage vor und nach dem Urteil herausgearbeitet. Eine mündliche Prüfung habe ich in employee protection und Polnisches Arbeitsrecht abgelegt. Die anderen waren schriftlich. Es
wurden Fragen gestellt und wir musste kleine Fälle lösen.
Ich habe mich gefreut, dass wir dort andere Prüfungsformen hatten als in Deutschland, dadurch war es eine andere Herausforderung und ich konnte mein Englisch aufbessern.
An der Uni hat mir lediglich nicht gefallen, dass es eine Stadt-Uni und keine Campus-Uni ist. Das war anfangs eine Umstellung. Allerdings weiß ich jetzt auch, dass ich auch im Café gut lernen kann, was ich vorher nicht gedacht hätte.
Alltag
Mein Alltag in Krakau war nicht viel anders als hier. Nach der Uni habe ich noch etwas mit Freunden unternommen, habe gekocht oder bin zum Sport gegangen.
Am Wochenende habe ich meine Familie in Rybnik besucht oder andere Ausflüge gemacht. Unter anderem bin ich mit ein paar Freundinnen in die Tatry Berge nach Zakopane gefahren und wir haben uns dort das Morskie Oko im Nationalpark angeschaut. Die Hauptstadt Warschau musste ich mir selbstverständlich auch anschauen.
Soziale Kontakte
Meine sozialen Kontakte bestanden fast ausschließlich zu anderen Erasmus-Studenten. Es war spannend die anderen Kulturen kennenzulernen und sich über verschiedenste Themen auszutauschen.
Das ESN der Jagiellonian – Universität hat ein Mentoren Programm angeboten. Dort wurde man von einem einheimischen Studenten betreut. Diese Möglichkeit hat mich angesprochen und diese habe ich auch genutzt.
Durch die verschiedenen Kurse hatte ich immer verschieden Menschen um mich und habe im Laufe des Semesters noch einige neue Leute kennengelernt.
Fazit
Zusammenfassend bin ich sehr froh und stolz, dieses Auslandssemester absolviert zu haben. Ich habe vieles erlebt, gelernt und für meine Zukunft mitnehmen können. Man bekommt Abstand vom Leben zuhause, kann gewisse Dinge überdenken und ich starte nun mit sehr viel Motivation in meine Examensvorbereitung.
Ich kann es jedem empfehlen, ein Auslandssemester zu absolvieren, es lohnt sich.
Stadt und Umgebung
Ich habe mich für ein Auslandssemester in Budapest entschieden und habe damit einen Volltreffer gelandet! Ich war vorher noch nie in Budapest, geschweige denn für längere Zeit im Ausland.
Anfangs hatte ich natürlich viele Bedenken. Jeder zweifelhafte oder schlechte Gedanke hat sich zu keinem Zeitpunkt bestätigt. Sowohl zum Studieren als auch zum Sightseeing ist Budapest eine wunderschöne Stadt. Sie ist sehr vielseitig mit vielen Clubs, Bars und Restaurants.
Die Umgebung der Uni war nicht die schönste, die Uni dafür umso schöner. Alles ist relativ neu renoviert. Bei der Uni handelt es sich um einen Campus, bei dem die Gebäude um einen See stehen. Es gibt gute öffentliche Verkehrsanbindungen, von denen man überall innerhalb weniger Minuten zum Stadtzentrum kommt.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Der Unterricht war in Budapest auf Englisch. Ich bin lediglich mit meinen Englisch-Schulkenntnissen nach Budapest gefahren. Anfangs musste man sich erst einmal reinfinden. Nach nur wenigen Wochen stellte die englische Sprache keine Probleme mehr dar.
Unterkunft
Auf dem Campus gibt es zwei sehr schöne Studentenwohnheime. Beide sind renoviert und super ausgestattet.
In meinem Wohnheim gibt es überwiegend 4er-Zimmer, die einen Flur, zwei Schlafräume für jeweils zwei Personen, eine Toilette und ein Bad mit Dusche haben. Dann gibt es noch wenige 2er-Zimmer mit einem Flur, einem Bad mit Toilette und Dusche und einem Schlafraum. Der Flur ist mit einem Kühlschrank, einer Mikrowelle und einem Schrank pro Person ausgestattet. In den Schlafräumen gibt es zwei Betten mit Nachttischen, zwei Schränke, zwei Schreibtische und zwei Stühle, sowie ein kleines Sideboard. Auf jeder Ebene des Studentenwohnheims gibt es eine Gemeinschaftsküche mit vielen Sitzgelegenheiten. Es gibt zwei Kochfelder, zwei Spülbecken und zwei Backöfen sowie vier Mikrowellen. Zubehör muss selbst angeschafft werden.
Ankunft/Erste Woche
Ich wurde bei meiner Ankunft sofort freudig von meiner Zimmermitbewohnerin begrüßt. Sie kommt aus der Slowakei und war in meinem Alter. Wir haben uns direkt super verstanden. Dadurch dass sie bereits eine Woche vor mir da war, hat sie mir den ganzen Campus gezeigt und alles Notwendige erklärt.
Meine Anreise hat sich aufgrund von Klausuren leider um eine Woche verschoben, weshalb meine erste Woche direkt mit der Uni startete. Normalerweise gibt es eine Einführungswoche, in der die Uni gezeigt wird und wo erste Freundschaften geknüpft werden. In dieser Hinsicht hatte ich große Bedenken.
Mein erster Tag war der Montag, an dem ich auch direkt schon ein Fach hatte. Die Dozenten kommen alle aus Budapest. Das bedeutet, dass auch deren Englisch nicht perfekt ist. Für mich war es daher einfacher den Unterricht zu verfolgen. In der ersten Woche wurde ich von den anderen Erasmusstudenten super aufgenommen und gleich am zweiten Abend saßen wir auch schon zusammen in einer Bar.
Anfangs habe ich mich mit meinem schlechten Englisch noch nicht wirklich getraut viel zu sagen. Das haben alle respektiert und ich wurde auch nicht mit Fragen durchlöchert. Meine „besten“ Freunde waren vier Engländer und vier Holländer. Besonders vor den Engländern war es mir sehr unangenehm Englisch zu sprechen. Mit der Zeit fiel natürlich alles einfacher und irgendwann verliert man die Angst davor, Fehler zu machen.
Meine erste Woche hätte nicht besser laufen können. Ich wurde super integriert und bin froh, dass es keine anderen Deutschen gab, da ich so gezwungen war nur Englisch zu sprechen, wodurch sich mein Englisch enorm verbessert hat.
Fächerauswahl
Ich hatte insgesamt sieben Fächer: Criminal Psychology, Criminal Pedagogy, International Law, Victimology, Undercover Policing, English Technical Language und Theory of Leadership and Management.
Ich musste in vier Fächern einen Essay schreiben. Meistens durften wir uns das Thema aussuchen und es sollte etwas über unser Land sein. Das Thema musste aber zu den einzelnen Fächern passen. In zwei Fächern haben wir Tests geschrieben und in einem musste ich nur eine Präsentation halten. Alles auf Englisch. Die „Prüfungen“ waren nicht sehr schwierig und super machbar. In Budapest ist das Notensystem von 0-5, wobei 5 die Bestnote ist.
Sonstige Eindrücke
Nach einem Auslandssemester hat man nicht nur einen sprachlichen Vorteil, sondern man erlebt auch viele tolle Ereignisse und sammelt jede Menge Erfahrungen. Diese Eindrücke kann einem keiner mehr nehmen und man wächst auch perönlich an dem Erlebten. Meiner Meinung nach gibt es keine Gründe, diese Chance nicht wahrzunehmen.
Macht euch frei von jeglichen Gedanken! In diesem Fall empfehle ich jedem nicht zu denken, sondern einfach MACHEN!!!
Ich bin 22 Jahre alt und kann sagen: Das war die beste Entscheidung meines Lebens!
Stadt und Umgebung
Budapest ist eine wunderschöne und vielseitige Stadt. Da ich zuvor noch nie in einer Millionenstadt gelebt habe, war es angenehm, nicht direkt in einer riesigen, anonymen Stadt zu versinken: Mit weniger als zwei Millionen Einwohnern war Budapest für mich somit größentechnisch genau richtig. Neben Budapest hat Ungarn noch zahlreiche andere sehenswerte Orte zu bieten, die ich an Wochenendtrips entdecken konnte, wie etwa den Balaton-See. Die Wochenenden habe ich auch oft auf der Margareteninsel verbracht, die neben Buda und Pest auf der Donau angeschüttet ist und viel Grünfläche bietet.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Ungarisch ist eine unglaublich schwer zu erlernende Sprache, was ich in meinem Ungarisch-Sprachkurs, den ich über das gesamte Semester besucht habe, erfahren durfte. Das liegt größtenteils daran, dass es sich von keinerlei anderen Sprachen ableiten lässt. Nichtsdestotrotz empfehle ich, einen solchen Sprachkurs (für Erasmus-Studenten kostenlos!) zu belegen; sei es nur, um dem Busfahrer oder der Kassiererin ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich konnte nämlich erfahren, dass die Ungarn es extrem wertschätzen, wenn man sich an ihrer Sprache versucht, auch wenn es nur ein paar vereinzelte Wörter sind. In Budapest selbst kommt man ohne weiteres meist problemlos mit Englisch zurecht, lediglich außerhalb ist es teils etwas schwierig.
Unterkunft
Die juristische Fakultät der Eötvös-Loránd-Universität (kurz: ELTE) liegt sehr zentral und dank der ebenfalls zentralen Lage meiner Wohnung konnte ich sie in 10 Minuten fußläufig erreichen. Generell kommt man auch sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurecht, die übrigens zu meiner positiven Verwunderung auch außerhalb von Budapest ziemlich gut ausgebaut sind. Budapest ist in Distrikte aufgeteilt, ich habe im siebten Distrikt und somit im sogenannten jüdischen Viertel gewohnt, und das würde ich auch jedem empfehlen! Neben dem kurzen Weg zur Uni und vielen naheliegenden Einkaufsmöglichkeiten, sind die meisten Kneipen, Bars und Clubs weniger als fünf Minuten entfernt. Ich habe in einer 7er-WG gewohnt, die ich auf wg-gesucht.de gefunden habe. Für mich war es für das eine Semester perfekt, da ich so auch außerhalb der Uni einen Freundeskreis aufbauen konnte. Meine Wohnung sowie die Wohnungen meiner Freunde waren mehr oder weniger ähnlich: Altbaustil, hohe Decken und ein wunderschöner Innenhof gehörten so gut wie immer dazu.
Ankunft/Erste Woche
Von Düsseldorf ist man in weniger als zwei Stunden in Budapest. Vom Flughafen aus kann man mit dem Expressbus in etwa 25 Minuten ins Zentrum fahren, es fährt jedoch auch die Metro und ein anderer Bus, die jedoch beide in etwa doppelt so lange brauchen. Die erste Woche bestand aus mehreren Einführungsveranstaltungen, bei denen ich so gut wie alle meine Freunde kennengelernt habe. Anfängliche Ängste oder Sprachbarrieren waren spätestens nach den ersten paar Tagen verschwunden, worüber ich im Nachhinein nur schmunzeln kann: Alle sitzen im selben Boot, was das Kennenlernen und Verständigen angeht und somit ungemein erleichtert.
Fächerauswahl
Neben regulären Semesterkursen hatte ich die Möglichkeit, zahlreiche Blockseminare zu belegen. Das Angebot der ELTE ist sehr groß. Neben hauptsächlich auf Englisch gehaltenen Kursen kann man auch einige auf Französisch und sogar Deutsch belegen (letztere werden jedoch nicht für das Freisemester berücksichtig). Mir hat besonders gefallen, dass man durch die vielseitigen Kurse auch Rechtsgebiete kennenlernen konnte, die bei uns nicht angeboten werden, wie etwa Kurse im Bereich Arbitration.
Sonstige Eindrücke
Trotz des Umstands, dass wir uns als Jura-Studenten leider so gut wie kein Fach anrechnen lassen können, kann ich ein Auslandssemester jedem nur wärmstens ans herz legen. Während der letzten fünf Monate habe ich mich in fachlicher, sprachlicher sowie persönlicher Hinsicht ungemein weiterentwickelt und konnte noch mehr Motivation für mein weiteres Studium sammeln. Außerdem habe ich, woran ich anfangs gar nicht wirklich gedacht habe, unheimlich tolle Freundschaften verteilt über ganz Europa schließen können. Daher kann ich jedem, der Interesse an einem ausländischen Rechtssystem wie auch daran hat, mal über den deutschen juristischen Tellerrand zu schaun und sich einer persönlichen Herausforderung zu stellen, ein Erasmus-Semester (gerade in Budapest) sehr empfehlen.
Einleitung
Im Rahmen eines Erasmusprogramms habe ich das sechste Semester meines Jurastudiums in der ungarischen Hauptstadt Budapest verbracht.
Budapest hat mich besonders durch seine Bauwerke begeistert, wie dem Parlamentsgebäude im neogotischen Stil, der St.-Stephan Basilika, dem Heldenplatz oder auch die Fischerbastei an der Donau. Die vielen Brücken, die die Buda- mit der Pestseite verbinden verleihen Budapest seinen nostalgischen und romantischen Charme.
Wohnen
Eine Wohnung bzw. ein WG-Zimmer kann vorab oder (außerhalb von Pandemiezeiten) vor Ort gemietet werden. Budapest verfügt über ein sehr umfangreiches Angebot an Wohnungen, deren Mietpreise eher preisgünstig sind. Ich habe aufgrund der Pandemie eine kleine Wohnung über Airbnb in der „Baross utca“ angemietet. Die Wohnung befand sich in einer sehr empfehlenswerten Lage, dem VIII. District „Józsefváros“. Die juristische Fakultät war innerhalb von 3 min fußläufig erreichbar. In derselben Straße befinden sich zahlreiche Läden, unter anderem ein ALDI, ein Drogeriemarkt, eine Apotheke etc. Von der Haltestelle „Kalvin ter“, die von der Baross utca ca. 2 min entfernt ist, ist jede Bahn- bzw Buslinie zu erreichen. Zwei Straßen weiter von der Baross utca, der Raday utca, befinden sich unzählige Restaurants. Dort sollte man sich das georgische Restaurant „Tifliso restaurant/ Tifliszo grúz étterem“ nicht entgehen lassen!
Universität
Studiert habe ich an der Etvös Lorand University (ELTE), dessen juristisches Fakultätsgebäude sicherlich zu einer der unzähligen Sehenswürdigkeiten in Budapest gezählt werden kann. Die juristische Fakultät ist eine der ältesten Fakultäten der ELTE. Außerhalb von Pandemiezeiten ist der Vorplatz der juristischen Fakultät ein Treffpunkt aller Studenten, der zum Austausch, gemeinsamen Pausen mit hervorragendem Essen und einem kurzen Spaziergang im „Karolyi kert“, einer kleinen Parkanlage direkt hinter dem Literaturmuseum, einlädt. Innerhalb von 5 min ist auch die Donau fußläufig erreichbar. Dort lädt insbesondere die „Balna Terasz“ für einen Kaffee oder ein gutes Abendessen am Donauufer ein.
An der ELTE habe ich insgesamt vier Kurse belegt: International Commercial Arbitration, International private law of the European Union, enforcement of the basic values of the European Union und das Seminar „Rule of law“. Alle Kurse wurden von hervorragenden Professoren gehalten und sind zu empfehlen. Die belegten Kurse wurde auf Englisch gehalten.
Besonders gefallen hat mit das Seminar „Rule of Law“ und der Kurs International Commercial Arbitration. Letzteres handelte von den Grundzügen des Handelsschiedsrechts. Intensiv diskutiert wurden die Vor- und Nachteile eines Schiedsverfahrens, das Zustandekommen von Schiedsgerichtsklauseln im Einklang mit den verschiedenen Schiedsregeln, der Ablauf eines Schiedsverfahrens und schließlich die Durchsetzbarkeit und Anerkennung des „final Awards“. Um dem Kurs folgen zu können sind Vorkenntnisse im Schiedsrecht nicht erforderlich.
Vereinzelt werden auch Vorlesungen wie „Grundrechte“ oder „Einführung in das deutsche Privatrecht“ auf Deutsch oder Kurse in französischer oder italienischer Sprache angeboten.
Da alle Kurse sehr vorbereitungsintensiv waren, kann ich die Kursanzahl von insgesamt vier Kursen sehr empfehlen. Auf der Seite der ELTE finden sich aber auch schon vorab Beschreibungen der einzelnen Kurse, verbunden mit Hinweisen zur Vorbereitung und dem Kursablauf. Zum Abschluss eines Kurses muss zumeist eine Abschlussklausur geschrieben werden, wobei diese, je nach Kurs durch einen Essay ersetzt werden kann. Die Abschlussnote setzt sich schließlich aus der mündlichen Mitarbeit und der Abschlussklausur bzw dem Essay zusammen.
In den Vorlesungen, die pandemiebedingt nur online stattfanden, herrschte eine angenehme Atmosphäre. Die Vorlesungen wurden interaktiv gestaltet. Alle Professoren waren stets per Mail zu erreichen und standen für Fragen zur Verfügung.
Um den Vorlesungen folgen zu können, sollte ein B1/B2 Level in der englischen Sprache vorhanden sein, sodass nach einer kurzen Eingewöhnungsphase der Umgang mit Rechtsbegriffen auf Englisch keine Probleme mehr darstellen sollte.
Schließlich bestand die Möglichkeit an einem kostenlosen Sprachkurs teilzunehmen, um die ungarische Sprache zumindest in ihren Grundzügen zu erlernen.
Stadtleben
Budapest ist eine beeindruckende und lebendige Stadt mit internationalem Flair. Meine Erwartungen an die Stadt wurden um Einiges übertroffen. Viele Orte im Zentrum, insbesondere rundum der Sehenswürdigkeiten, befinden sich in einer sehr gepflegten und sauberen Umgebung; dennoch hat Budapest, wie jede andere Großstadt, auch dreckige Seiten. Hinzu kommt ein immenses Problem mit Obdachlosigkeit.
Das eigentliche Stadtleben spielt sich auf der Pest-Seite ab, weshalb ich zu einer Wohnung/WG auf dieser Seite raten würde. Dort befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten und die besten Restaurants und Bars/Clubs. Das Nachtleben in Budapest ist sehr facettenreich. Am beliebtesten sind die sog. „Ruin Bars“. Es handelt sich um alte Abrisshäuser, die zu Clubs/Bars umfunktioniert wurden. Die wahrscheinlich bekannteste und empfehlenswerteste Ruinbar ist das Szimpla Kert in der Kazinczy Uta (Straße). Von außen sind die Bars zumeist unscheinbar; doch im Innenhof kommt jeder Besucher auf seine Kosten.
Die Buda-Seite, die von Pest durch die Donau getrennt ist, ist eher ruhiger. Ein kleiner Geheimtipp auf der Budaseite ist der Buda-Part (Park). Er liegt auf einer kleinen Landzunge die in die Donau hineinragt. Im Park befinden sich einige Bars und Restaurants und an der Spitze ein kleiner „Strand“. Meiner Meinung nach ist dieser Park sogar wesentlich schöner als Margarteninsel, einem großen Park mitten in der Donau, der über die Magaret hid (Brücke) zu erreichen ist. Auf der Margareteninsel befindet sich unter Anderem ein Schwimmbad und mehrere Sportplätze sowie riesige Wiesen zum Picknicken. Zudem ist sie rundum umgeben von einer Tartanbahn, die sich zum Joggen eignet.
Auch ein Besuch in Budapests Thermen unumgänglich. Zu empfehlen sind das Gellért-, Széchenyi- und das Rudas-bad.
Der ÖPNV ist in Budapest nicht zu übertreffen. Als Student:in bekommt man ein Monatsticket der BKK für umgerechnet ~11 Euro. Wichtig hierbei ist, dass man seinen deutschen Studentenausweis dabei hat, da dieser als Nachweis dient und man die Matrikelnummer angeben muss. Dies geht an den Automaten an jeder Station.
Ein absolutes Muss ist die Fahrt mit der Tramlinie 2: Sie sieht nicht nur von außen besonders schön, sondern fährt auch direkt entlang des Donauufers.
Zum Kontakte knüpfen kann ich „Erasmus life Budapest“ (ELB) sehr empfehlen. ELB bietet (kostenpflichtige) Partys in Clubs oder auf Booten, Ausflüge, Wandertouren, Stand-up-Paddeling Touren auf der Donau uvm. an. Als ELB-Mitglied erhält man eine preisliche Ermäßigung auf die verschiedenen Unternehmungen.
Beyond Budapest
Ist einem die Großstadt Budapest mal zu viel und besteht der Wunsch nach Natur, so bietet Ungarn eine große Auswahl an Ausflugszielen die unkompliziert mit dem Zug oder mit dem Auto zu erreichen sind. Am bekanntesten ist sicherlich der Balaton (Plattensee). Er ist das beliebteste inländische Urlaubsziel. Ein Besuch ist unumgänglich! Zu empfehlen ist der Ort „Balatonfüred“ am Nordufer des Plattensees. Der Ort ist mit dem Zug in ca. 2 1/2h erreichbar. Reist man mit dem Zug an, so befindet sich vor dem Balaton der Lake Velence. Hier empfiehlt es sich, ein Fahrrad an den am Bahnhof gelegenen Fahrradverleihen zu mieten und eine Radtour um den See zu machen. Rundum befinden sich Restaurants und Strände.
Mein persönliches Highlight war die Stadt „Tata“. Sie liegt im Norden Ungarns und bedeutet so viel wie „die Stadt der Quellen“ oder ist auch bekannt als ungarische Toskana. Die zahlreichen Quellen mit glasklarem ca. 20 Grad warmen Wasser können im „Fenyes education trail of Tata“ für einen Eintrittspreis von ca. 2€ besichtigt werden. Die über die Quellen führenden Holzstege verleihen dem Wald eine surreale Atmosphäre, die sich kaum beschreiben lässt. Für die Anreise würde ich ein Auto empfehlen, sodass einige andere Sehenswürdigkeiten Ungarns auf dem Weg nach Tata besichtigt werden können. Zu nennen sind z.B. die Szelim Cave in „Tatabanya“ und die Floating- Houses in „Oroszlany“.
Schließlich ist noch ein Tagestrip in die kleine Stadt „Szentendre“ sehr zu empfehlen. Die Stadt verfügt über ein reichhaltiges Angebot an Restaurants und Cafés und liegt direkt am Donauufer. Der Zug fährt ab der Magaretenbrücke etwa eine Stunde. Der Ticketpreis liegt, sofern ein Monatsticket für Budapest schon vorhanden ist, bei ca. 1€. Alternativ können in Budapest auch günstig Fahrräder gemietet werden. Die Fahrdauer mit dem Fahrrad beträgt ungefähr 2 1/2h.
Fazit
Ich kann allen Studierenden ein Auslandssemester während des Grundstudiums nur ans Herz legen! Es ermöglichte mir nicht nur in fachlicher Hinsicht einen Blick über den Tellerrand hinaus, sondern hat mich auch in persönlicher Hinsicht geprägt. Durch ein Auslandssemester werden Erfahrungen gesammelt, die ein „starrer“ Studienverlauf, insbesondere im Jurastudium, nicht hergeben kann. Budapest eignet sich hervorragend zum Sammeln dieser Erfahrungen. Auch nach dem Aufenthalt habe ich viel Kontakt zu meinen internationalen Kommilitoninnen/Kommilitonen. Zur Zeit plane ich eine Reise zu einer brasilianischen Kommilitonin. Diese und weitere Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen, fremde Kulturen kennenzulernen und neue Länder zu bereisen wären mir ohne mein Auslandsemester verborgen geblieben. Umso schwerer fiel mir die Rückreise nach Deutschland. Doch durch das Auslandssemester kann ich nun umso motivierter in das Repetitorium starten!
Stadt und Umgebung
Sevilla ist eine traumhafte Stadt im Süden Spaniens. Sevilla liegt derart vorteilhaft in der Autonomem Gemeinschaft Andalusien, dass man im Umkreis von ca. 2-3 Stunden Strandausflüge im Süden oder in Portugal, Städtereisen nach Málaga, Córdoba, Granada uvm. sowie Wandertouren zB in die Sierra Nevada machen kann. Anders als in Deutschland sind dort eigentlich alle Bewohner stets gut gelaunt und viel draußen unterwegs. Es gibt sehr viele mögliche Freizeitaktivitäten wie zB Wassersport auf dem durch Sevilla verlaufenden Fluss Guadalquivir, Intercambios mit Menschen verschiedenster Nationalitäten zum Sprachaustausch, WhatsApp-Gruppen für Aktivitäten wie Frisbee, Reisen, Volleyball uvm.
Sprache / sprachliche Vorbereitung
Das ZfI bzw. die Gastuniversität schreibt ein B2-Niveau (Spanisch oder Englisch) aus. In der Schule hatte ich bereits Spanisch auf einem guten B2-Niveau, aber durch die lange Pause habe als Vorbereitung auf den Aufenthalt in den zwei Semestern zuvor die (kostenlosen) B1/B2- und B2-Spanischkurse vom ZFA der RUB belegt. Vor Ort ist man relativ schnell wieder in die Sprache reingekommen. Der andalusische Dialekt ist durchaus gewöhnungsbedürftig, aber das ist personenabhängig. Die Verständlichkeit war auch ein Kriterium bei der Kursauswahl.
Am Ende des Aufenthalts wurde insbesondere in Konversationen die deutliche Verbesserung der Sprachkenntnisse sichtbar. Während zu Beginn im Grunde jeder Satz wohl überlegt war, liefen die Konversationen am Ende des Aufenthalts teilweise wie von selbst.
Unterkunft
Für die Wohnungssuche haben eine Kommilitonin und ich uns zusammengetan und bereits ein paar Wochen vor Anreise über idealista ein Zimmer in einer super gelegenen 4er-WG in Triana gefunden. Nachdem der Vermieter (bzw. dessen Vertreter) das Zimmer und die gesamte Wohnung in einem Videochat gezeigt hat, haben wir den Vertrag unterschrieben und die Kaution von einer Monatsmiete überwiesen. Hier ist wichtig, sich die Wohnung vorher live zeigen zu lassen und bestenfalls nicht mehr als die ortübliche Kaution von einer Monatsmiete anzuweisen.
Leider sind in Spanien alle Unterkünfte ohne Wärmedämmung und ohne (Zentral- )Heizung. Daher und weil mein Zimmer vollständig im Schatten lag, hatte ich nachher viel schwarzen Schimmel in meinem Zimmer. Außerdem war durch die Kälte in der Wohnung und die Kälte in der Uni durch die coronabedingt durchgehend geöffneten Fenster eigentlich jeder ab Oktober permanent krank. Diesem Problem des Wintersemesters (und auch des Sommersemester-Beginns) kann man partiell durch eine Wohnung in höheren Stockwerken entgegenwirken. Zudem sollte sich das Zimmer nicht auf einer Schattenseite befinden und man sollte sich nach einem elektrischen(!) mobilen Heizgerät erkundigen.
Ankunft / Erste Woche
Wir sind sechs Tage vor Beginn der Einführungswoche, welche wiederrum in der Woche vor Vorlesungsstart stattfand, angereist. Hier lohnt es sich durchaus, (für das Wintersemester) bereits zum 1. September anzureisen, um alle Aktivitäten mitmachen zu können. Nach dem Bezug der Wohnung und der Erledigung von ein paar Einkäufen haben wir direkt zu Beginn erste Aktivitäten wie ein Kennlernpicknick mitgemacht. Hier sind insbesondere die Organisationen Erasmus Student Network (ESN) und Erasmus Club Sevilla (ECS) empfehlenswert. Eine ECS-Karte für Rabatte bei Reisen, kostenlose Clubeintritte etc. konnte man bereits vor dem Semester zu einem vergünstigten Preis erwerben. Zudem lohnt sich der Erwerb eine studentischen Prepaid- Guthabenkarte für den ÖPNV, da man so bei jeder Fahrt deutliche Vergünstigungen erhält. Die Karte gibt es in vielen Läden in der Innenstadt.
In der Einführungswoche (13.-18. September) konnte man innerhalb des Campusnetzes dann sein Certificate of Arrival herunterladen. Außerdem gab es auf dem Campus Stände mit kostenlosen Handreichungen (Kullis, T-shirts, Stoffbeutel etc.). Insgesamt war die Woche aber noch sehr entspannt.
Fächerauswahl
Grundlagen und Begriffsbestimmungen:
Die Noten gehen von 0 bis 10. Man braucht für einen Kurs mind. eine 5, um diesen zu bestehen.
Bei jedem Kurs gibt es sog. EB (Enseñanzas Básicas) und EPD (Enseñanzas Prácticas y de Desarrollo). In der Regel bilden EPD 30 % (max. 3) und EB 70% (max. 7) der Abschlussnote. Die EB schließen zumeist mit einer Klausur ab; bei den EPD kommt es darauf an: Während manche Kurse (schriftliche und/oder mündliche) Einzel- und Gruppenpräsentationen (zB. bei Filosofía del Derecho) benoten, berücksichtigen andere die reine Anwesenheit (zB. bei Derecho Romano) und wieder andere abzugebende (Haus- )Aufgaben (zB Fundamentos del Derecho Público – hier wurde die Aufgabe im Unterricht begonnen und musste wenige Tage später digital eingereicht werden). Zum Bestehen des Kurses muss man jede Einzelleistung (mit 50 %) bestehen.
Kurse:
Da die RUB 15-30 ECTS für das Erasmus-Stipendium verlangt, habe ich fünf Kurse, also (30 ECTS) final gewählt. Für die Wahl gab es zwei Phasen: zum einen vom 15.- 16.07.2021, zum anderen während der ersten ca. zehn Tage der Vorlesungszeit. Es empfiehlt sich, direkt in der ersten Phase alle interessanten Fächer zu wählen und sich diese in der ersten Woche anzuschauen. Außerdem sollte man zu Beginn relativ schnell sein, um noch einen Platz zu erhalten. Bei meiner ersten Wahl hatte ich zB gute 50 ECTS gewählt. Hier gilt zu beachten: Jeder Kurs hat mehrere Zeiten bei EPD und teilweise auch bei den EB. Außerdem wird ein Kurs teilweise unter verschiedenen Kursnummern angeboten, da dieser Bestandteil von verschiedenen Studiengängen (Grado en Derecho, Doble Grado en Derecho y …, etc.) sein kann. Für Erasmus-Studierende ist aber der Studiengang unterheblich.
Allgemein würde ich empfehlen, eher Grundlagenfächer (Fundamentos del Derecho etc.) zu wählen. Die Veranstaltungen Derecho Constitucional, Derecho Administrativo und Derecho Penal sagten mir nach Besuch in der ersten Woche überhaupt nicht zu, da es keine Materialien zum Wiederholen oder Mitverfolgen des Stoffes gab bzw. bei letzterer Veranstaltung die Dozentin nicht sehr erfreut über unsere Anwesenheit war. Diese Erfahrungen sind jedoch abhängig von den Dozenten.
Zu den letztlich belegten Fächern:
EU-Recht (Derecho de la Unión Europea) bei José Manuel Cortés Martin:
Der Dozent war nett und sehr Erasmus-freundlich, aber absolut unkoordiniert und hatte im Vergleich zu den deutschen Dozenten nicht viel Ahnung vom EU-Recht. Es mussten letztlich nur Teile von Gesetzen auswendig gelernt werden. Ein tiefergehendes Wissen oder Verständnis war für das Fach nicht erforderlich.
Schwierigkeiten: (wie überall) Fachvokabular und die Menge der Materie, die stupide auswendig gelernt werden muss. Außerdem zählt die Abschlussklausur hier 100 %, sodass man 5 von 10 Punkten erreichen muss. Letztlich haben im ersten Durchgang bei den convocatorias ordinarias, also den regulären Abschlussprüfungen von 41 Kursteilnehmenden nur drei bestanden, davon ein Spanier und wir Erasmus-Studierende der RUB. Der Dozent hat allerdings 90% der Fragen zuvor angekündigt, sodass man dann ganz gut auf Lücke lernen konnte.
Römisches Recht (Derecho Romano) bei Francisco José Tejada Hernández:
Auch der Kurs ist vom Niveau her nicht ansatzweise vergleichbar mit dem deutschen Pendant. Auch hier wurden viele Dinge sehr unpräzise behandelt, zB keine Trennung von Besitz und Eigentum vorgenommen. Das machte es etwas schwierig, da man einiges umlernen musste. Zu dem Kurs gab es jedoch ein Lehrbuch, welches man gut durcharbeiten konnte. Dieses war sehr simple und wie ein Glossar aufgebaut. Die Klausur war in Ordnung, aber der Lernaufwand vergleichsweise hoch. Dies ist jedoch auch abhängig vom Dozenten, da dieser Kurs ca. zehn Mal angeboten wurde.
Grundlagen des öffentlichen Rechts (Fundamentos del Derecho público) bei Carmen Ortiz Laynez:
Eine sehr nette, aber zumeist verplante Dozentin. 20 Minuten Verspätung gehörten zur Tagesordnung. Der Kurs ist aber empfehlenswert, da der größte Teil der Abschlussklausur aus Multiple-Choice-Fragen besteht, die während des gesamten Semesters teils mehrfach in der Aula Virtual hochgeladen werden. Außerdem ist es sehr spannend, da man dort die Grundzüge der spanischen Staatsorganisation lernt. Für jede EPD gab es einen Aufgabenzettel, der im Unterricht begonnen und zu Hause fertiggestellt werden musste. Diese Lösungen wurden sodann bewertet.
Rechtsphilosophie (Filosofía del Derecho) bei Maria Luisa Soriano González:
Eine ungemein freundliche, hilfsbereite und kompetente Dozentin. Das ist der einzige anspruchsvollere und dadurch noch spannende Kurs gewesen. Der Kurs war – anders als die vorgenannten – nicht nur mit Inhalten gefüllt, die man auswendig lernen musste. Viel wurde auch untereinander zu diversen Themen diskutiert und es mussten eine Einzelpräsentation und eine Gruppenpräsentation (schriftliche Arbeit + Vortrag + kurzes Video) vorbereitet werden. Lediglich in der Abschlussklausur ging es wieder um das Auswendiglernen der Inhalte, was aber hier deutlich besser machbar war.
Kultur und Gesellschaft BI von deutschsprachigen Ländern (Cultura y sociedades BI (docencia en alemán)) bei Valentina Vivaldi:
Erst nach Kursstart haben wir herausgefunden, dass der Kurs im Grunde ein fachspezifischer Deutschkurs ist. Dieser behandelte u.a. auch das politische und rechtliche System in Deutschland. Trotzdem war der Besuch des Kurses sehr gewinnbringend, denn die Dozentin oder auch die spanischen Mitstudierenden haben uns stets die spanischen Äquivalente beigebracht, sodass man sehr gut Fachvokabular lernen konnte. Diesen Kurs zu bestehen, war mit wenig Lernaufwand durch den Unterricht in unserer Muttersprache sehr gut möglich. Eine Teilnahme kann nur empfohlen werden. Den Kurs gibt es ebenfalls für BII und CI, aber bei BI wurde insbesondere viel über die deutsche Staatsorganisation (Wahlsystem, Gewalten etc.) gesprochen.
Abschließende Hinweise
In allen Klausuren durften wir ein Wörterbuch verwenden.
Und übrigens, ein Blick auf Wuolah lohnt sich, da auf der Seite viele Skripte zu allen Vorlesungen verfügbar sind.
Sonstige Eindrücke
Ein Semester in Sevilla kann nur empfohlen werden. Für jeden ist dort etwas dabei:
Und vor allem der beinahe stetige Sonnenschein und gute Laune der Einheimischen…
Stadt und Umgebung
Barcelona hat mir als Aufenthaltsort für ein Erasmus Semester sehr gefallen. Eine Stadt mit wundervollem Ambiente, atemberaubender Architektur, vielen Restaurants und Bars und das alles mit einem Strand, welcher für mich einer der Highlights der Stadt ist. Die Kombination Großstadt und Sonne und Meer kann von nichts übertroffen werden. Außerdem gibt es überall viele kleine Balkone, Gassen und Plätze voller Lebensfreude. Die Stadt ist insgesamt sehr international, es gibt sehr viele Studenten und junge Menschen aus anderen Ländern, die dort studieren oder arbeiten. Die Menschen dort sind alle ziemlich locker, offen und freundlich. Man fühlt sich sehr gut aufgehoben. Von Kriminalität hört man oft, wenn man über Barcelona spricht, ich persönlich habe aber nichts des Gleichen erfahren. In der Umgebung gibt es auch Möglichkeiten für Ausflüge, wie zum Beispiel nach Sitges, Girona oder die Costa Brava.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Ich hatte, bevor ich nach Barcelona kam überhaupt keine Spanisch Kenntnisse. Mein Englisch dafür war sehr gut, und ich hatte ganz gute Kenntnisse in Französisch. Ich persönlich habe keine sprachlichen Vorbereitungen getroffen und bin sehr gut in Barcelona zu Recht gekommen. Da Barcelona die Hauptstadt von Katalonien ist, wird dort auch Katalan
gesprochen. Ich habe an meiner Gastuniversität einen freiwilligen Spanisch Sprachkurs belegt, weil ich schon immer diese Sprache erlernen wollte, bisher aber nicht die Möglichkeit hatte. Man lernt jedoch auch ohne einen extra Kurs schon ohnehin im alltäglichen Leben eine ganze Menge der Sprache. An sich kommt man aber auch mit Englisch ganz gut zu Recht und lernt dann nebenbei die Basics für zum Beispiel den Supermarkt oder Restaurants. Die einzigen Momente, in denen ich anfangs ein paar Probleme hatte kein Spanisch zu sprechen, waren organisatorische Angelegenheiten der Uni. Dort sprechen viele kein Englisch, oder sogar auch nur Katalan. Aber auch das kann man meistern und ist eigentlich nicht der Rede wert. Es gab dort auch sehr viele französische Erasmus Studenten, weshalb ich auch diese Sprache üben und verbessern konnte. Insgesamt ist Barcelona sehr international, weshalb
man sich wegen der Sprache keine Sorgen machen muss. Was man aber wirklich beherrschen sollte ist Englisch. Unter den Erasmus-Studenten wird die gesamte Zeit nur Englisch gesprochen, weil das meist die Sprache ist, die jeder versteht. Erasmus Studenten, die kein Englisch gesprochen haben, sind diesbezüglich sehr untergegangen und konnten
nicht so viele soziale Kontakte knüpfen, auch wenn sie gut Spanisch sprechen konnten.
Unterkunft
Die Unterkunft spielt eine große und wichtige Rolle für den gesamten Aufenthalt. Auch wenn man viel draußen ist, sollte man einen Ort haben, an den man sich zwischendurch mal zurückziehen kann. Vor allem die Lage ist aber von großer Bedeutung, diese entscheidet die ganze Art deines Aufenthaltes. Ich kann dazu sagen, es lohnt sich wirklich, wirklich sehr im Zentrum zu wohnen, und den Großstadt Flair hautnah mitzuerleben. Dann kann man nämlich fast überall zu Fuß hinlaufen und spontan überall hin. Wenn man immer 30 minuten oder länger erst Bahn fahren muss, ändert dies eine Menge. Viele Treffen oder Erlebnisse finden auch spontan statt. Die Gastuniversität bietet auch ein Studentenwohnheim nahe der Universität an, ich kann dies aber nicht empfehlen, weil dieses gerade nicht im Zentrum ist, sondern 45 minuten mit dem Zug entfernt. Und in diesem Ort gibt es auch sonst keine möglichen Aktivitäten. Der Mietpreis ist zwar günstiger, ich würde aber lieber in eine zentrumsnahe Wohnung investieren, auch wenn sie vielleicht kleiner ist.
Ich habe meine Unterkunft bereits vor dem Aufenthalt bei idealista.com gefunden. Man sollte aber grundsätzlich im Internet immer vor Betrügern aufpassen. Ich hatte mit meinem Vermieter eine „Online-Besichtigung“ per Facetime und konnte mir so sehr sicher sein. Das hatte auch alles sehr gut geklappt und ich war froh direkt eine Unterkunft zu haben und nicht noch eine suchen zu müssen, als ich ankam. Ich habe mit 5 anderen internationalen Mädels zusammen gewohnt und wir hatten sehr viel Spaß miteinander und haben uns richtig gut miteinander verstanden und habe mit ihnen auch sehr viel Zeit verbracht. Ich hatte Glück mit meinen Mitbewohnerinnen, wenn man dies aber selbst bestimmen möchte und sie vorher kennenlernen will, dann kann man natürlich auch erst vor Ort nach einer Wohnung suchen. Ich persönlich habe mir den Stress erspart, das ist aber Typsache.
Ich empfehle die Viertel Eixample und Gotico. Ich habe 5 Minuten vom Placa Catalunya entfernt gewohnt und fand diese Lage perfekt
Ankunft/Erste Woche
Ich bin mittags nach Barcelona geflogen und gegen Abend dort angekommen. Vom Flughafen aus habe ich das Taxi ins Zentrum genommen, das hat sich sehr ausgezahlt wie ich finde, dann muss man das ganze Gepäck nicht schleppen. Es gibt aber auch einen Bus den man nehmen kann.
Wenn ich heute auf die erste Woche zurückblicke, finde ich, dass es einer der besten Zeitabschnitte dort war. Ich bin zwei Wochen bevor Vorlesungsbeginn angereist und kann dies nur anraten. Viele Erasmus Studenten kommen etwas früher, es gibt nämlich Erasmus Events zum Kennenlernen, wie Volleyball am Strand oder Treffen ins Parks, und die finden alle vor dem Semesterbeginn statt. Dort habe ich auch die Leute kennengelernt, mit denen ich dann die meiste Zeit in Barcelona verbracht habe. Man lernt neue Menschen kennen, geht aus, besichtigt zusammen die Stadt oder geht zum Strand und das ohne Unistress.
Fächerauswahl
Für mich war es bei der Fächerauswahl nicht schwierig. Ich konnte kein Spanisch und kein Katalan und habe demnach die Kurse ausgewählt, die es auf Englisch gab. Davon gab es nur fünf. Ich habe davon drei gewählt mit jeweils 6 Creditspoints. Für mich hat es auch eigentlich keine Rolle gespielt, weil ich mir die Fächer für Jura eh nicht anrechnen lassen konnte. Habe dafür aber den nötigen Fremdsprachennachweis. Die Kurse die ich belegt habe, waren „Bioethics“, ,,Environmental Law“ und „Criminological Language“. Die Kurse haben mir alle gefallen und waren meist hauptsächlich von Erasmus Studenten belegt, gerade weil sie auf Englisch waren. Das Level war nicht sehr schwierig. Die Uni erinnert eher etwas an Schule, mit Hausaufgaben und Präsentationen. Es gibt immer zwischendurch kleinere Tests oder
Präsentationen, anstatt einer großen Abschlussklausur.
Als viertes Fach habe ich dann noch den Spanischkurs gemacht, der aber eher als extra angesehen wird, jedoch kann er für die Punkte, die für das Erasmus Stipendium notwendig sind, verwendet werden.
Sonstige Eindrücke
In Zeiten Corona war es alles etwas anders als sonst. Ich würde aber nicht sagen schlechter, wir hatten auch viele Vorteile. Weniger Touristen, mehr Platz am Strand oder in Restaurants, keine ewig langen Schlangen in Museen. Auch wenn zb. Clubs geschlossen waren, konnte man trotzdem sehr viel unternehmen. Es gab Erasmus Events und Ausflüge, viele Orte und Sehenswürdigkeiten in der Stadt und generell hat man noch immer sehr viele Leute kennengelernt. Ich hatte nicht erwartet, dass immernoch so viele Erasmus Studenten dort sein würden, aber es waren wirklich viele, trotz der ganzen Situation.
Ich bin froh, diese Erfahrung trotz Allem gemacht zu haben, ich habe tolle Leute kennengelernt, viele schöne Dinge erlebt, Spanisch gelernt und auch über mich selbst eine Menge. Ich finde es war eine tolle Erfahrung und würde es auch jedes Mal wieder machen.
Erasmus ist eine tolle Möglichkeit, um ins Ausland zu gehen und ich kann es jedem nur wirklich ans Herz legen, es ist eine Chance die man nicht oft im Leben bekommt.
Stadt und Umgebung
Ich habe mein Auslandssemester in der schönen südspanischen Stadt Murcia verbracht. Dort war wirklich noch das ursprüngliche spanische Leben vorzufinden, mit allem was dazu gehört: Ein Cortado zum Frühstück, Bocadillos zum Mittagessen, die traditionelle Siesta, die tatsächlich auch von den meisten Geschäften und Büros eingehalten wurde und natürlich die guten spanischen Tapas.
Die Stadt ist circa eine Stunde mit dem Bus vom Flughafen Alicante entfernt und damit super von Deutschland aus mit dem Flugzeug zu erreichen. Auch kann man an den Wochenenden beispielsweise sehr schnell mit einem Bus zum Strand fahren und dort die spanische Sonne genießen.
Insgesamt ist es eine sehr schöne, kleine Studentenstadt, in der auch viele Erasmus-Studenten anzutreffen sind – insbesondere aus Italien, Mexiko und den USA. In der Stadt kann man sich fußläufig alles erschließen und ich bin bis auf zum Strand und zum Flughafen oder für andere kleine Tagesausflüge nie mit dem Bus gefahren. Der Hauptcampus ist etwas außerhalb der Stadt gelegen, aber der historische Campus, wo auch die juristische Fakultät und die sprach- und geisteswissenschaftlichen Fakultäten angesiedelt sind, liegt mitten im Stadtkern.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Ich habe vor meinem Auslandsaufenthalt diverse Spanischkurse besucht und konnte so mit einem soliden B1-Niveau in mein Abenteuer aufbrechen. Ein B1-Niveau würde ich aber auch jedem empfehlen, da an der Uni und im Alltag so gut wie kein Englisch gesprochen wird und der murcianische Akzent anfangs auch sehr schwer zu verstehen ist. Aber an jeder
Herausforderung wächst man ja bekanntlich.
Unterkunft
Während des Auslandssemesters habe ich in einer 5-er WG etwas außerhalb des Stadtzentrums im Stadtteil „El Carmen“ gewohnt, was meiner Meinung nach sehr zu empfehlen ist, da dieser Stadtteil direkt am stadtbildprägenden Fluss der Stadt Murcia gelegen ist und man von dort aus auch alles super gut zu Fuß erreichen kann.
Murcia ist eine recht kleine Stadt und auch noch sehr preiswert verglichen mit den spanischen Metropolen Madrid oder Barcelona. So habe ich für mein WG-Zimmer inklusive Nebenkosten 210 € pro Monat bezahlt und wir hatten sogar einen kleinen Balkon.
Meine Zeit in der WG war wunderschön und ich habe in der Zeit mit einer meiner Mitbewohnerinnen eine Freundschaft fürs Leben schließen können. Insgesamt habe ich mit 2 Mädchen aus den USA, einer Italienerin und einem Italiener zusammengewohnt. Natürlich war es am Anfang erst einmal aufregend die verschiedenen Lebensweisen unter einen Hut zu bringen, aber die interkulturelle Verständigung hat sehr gut geklappt und wir hatten auch den ein oder anderen WG-Koch-Abend und konnten uns persönlich weiterentwickeln.
In der WG haben wir auch versucht zum Großteil spanisch zu sprechen und sind wir damit mal nicht weitergekommen, konnten wir uns auch noch mit Englisch oder „Händen und Füßen“ aushelfen.
Ankunft/Erste Woche
Ich bin 2 Wochen vor Semesterstart in Murcia angekommen. Ich bin zunächst mit dem Flugzeug von Düsseldorf nach Alicante geflogen und anschließend von dort mit einem Bus, der einmal stündlich fährt, von Alicante nach Murcia gefahren.
In meiner WG waren schon die beiden Mädchen aus den USA, die mich herzlich empfangen haben. Nachdem ich mein Zimmer bezogen habe, sind wir direkt zusammen einkaufen gegangen und danach habe ich die Stadt ein wenig erkundet und meinen ersten Abend in einem schönen Restaurant ausklingen lassen.
Die 2 Wochen vor dem Studienbeginn habe ich mit einem von der Uni angebotenen Spanischkurs gefüllt, wo man auch schon erste internationale Kontakte knüpfen konnte und die ersten Freunde gefunden hat. Auch hat der ESN (die Erasmus-Organisation) einige Veranstaltungen für uns Neuankömmlige angeboten.
So gab es zum Beispiel ein spanisches Abendessen, bei dem wir internationale Studenten in den Genuss der spanischen Köstlichkeiten kommen konnten, und es gab auch eine Stadtbesichtigung und diverse Partys, um das spanische Nachtleben zu erkunden. Auf diesen Veranstaltungen hatte man dann bereits die Möglichkeit neue Freunde zu finden. Zudem gab es in der ersten Woche einige Veranstaltungen der Uni, wie zum Beispiel die Einführungs- bzw. Begrüßungsveranstaltung.
Fächerauswahl
Die Fächerauswahl gestaltete sich für mich zu Beginn erst einmal etwas schwierig. Nicht wegen des Angebots, sondern weil das universitäre System verglichen zur Ruhr-Universität anders aufgebaut war. Aber ich habe schnell Hilfe vom ZfI wie auch von der Gastuniversität erhalten und konnte so das breit gefächerte Vorlesungsangebot der juristischen Fakultät ausnutzen.
Insbesondere der Bezug zum internationalen Recht, den die juristische Fakultät anbietet hat mich begeistert. Ich habe während meines Auslandssemsters 4 Veranstaltungen der juristischen bzw. kriminologischen Fakultät besucht sowie einen semesterbegleitenden Sprachkurs.
Insgesamt waren die Vorlesungen anders als die, die wir hier zuhause gewohnt sind. In den Kursen waren jeweils nur 15-25 Studenten und es war alles um einiges interaktiver als in den Vorlesungen, die wir sonst gewohnt sind.
Zum Teil musste ich auch Präsentationen halten, Essays schreiben und die Dozenten forderten mündliche Mitarbeit ein. Außerdem waren die Kurse immer in theoretische und praktische Stunden eingeteilt, die sich von Woche zu Woche abwechselten.
Die Endnote ist auch nicht gleich der Note der Klausur. Sie setzt sich vielmehr aus mehreren Teilnoten zusammen, die man im Laufe des Semesters sammelt, für z.B. die mündliche Mitarbeit, einen Essay oder eine Präsentation und die Klausur am Ende des Semesters, wobei diese auch vielfach aus Multiple Choice Aufgaben bestanden, was für mich auch sehr ungewohnt war. Jeder Dozent legt die Zusammensetzung der Noten selbst fest.
Sonstige Eindrücke
Murcia lohnt sich meiner Meinung nach definitiv für ein Auslandssemester, wobei, da in Murcia relativ wenig Englisch gesprochen wird, ein gewisser spanischer Grundwortschatz für den Aufenthalt sicherlich von Vorteil ist, um die Stadt und die Herzlichkeit der Menschen in vollen Zügen genießen zu könne.
Man lernt super schnell neue Leute kennen und insbesondere hat man die Möglichkeit eine „andere Seite“ von Spanien kennenzulernen, abseits der touristischen Städte am Mittelmeer. Auch wenn Murcia eine weniger bekannte Stadt ist, hat sie dennoch einen sehr eigenen und schönen Charme und ein besonderes Flair, was ich jedem empfehle, einmal selbst zu erleben.
Stadt und Umgebung
Barcelona ist einfach eine unfassbar schöne und lebendige Stadt. Ich war direkt begeistert von der Altstadt, dem Strand, den Leuten, dem Nachtleben und der offenen und herzlichen Kultur. Meine Highlights waren die Bunkers und Montjuic, da man dort eine sehr schöne Aussicht auf die Stadt hatte. Außerdem ist Barcelona sehr international, sodass man sehr viele Freunde aus den verschiedensten Ländern der Welt findet, was zu meinen schönsten und wertvollsten Erfahrungen gehört.
Das Wetter war bis Ende Oktober sehr warm, sodass ich die ersten zwei Monate fast jeden Tag am Strand war. Es gibt unzählig viele gute Bars, in denen man gemütlich was trinken, aber auch tanzen kann (Creps al Born, Mr. Robinson, Rosa Negra, La Fianna etc.). Wer gut und günstig essen will, sollte auf jeden Fall bei La Tasqueta de Blai, Pizzeria da Nanni, Toyo und Buenas Migas vorbeischauen.
In der Umgebung gab es sehr schöne Städte wie Girona, Valencia und Blanes, die nicht weit weg sind und sich als perfekte Ziele für kleine Tagestrips anbieten.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Ich habe in der Schule drei Jahre Spanisch als Unterrichtsfach gehabt und konnte daher mein Abitur als Sprachnachweis anrechnen lassen. Dennoch habe ich freiwillig an der Uni den Kurs „Introducción al derecho español“ gemacht. Für den Alltag hat es gereicht, dennoch wollte ich mein Spanisch noch verbessern, weswegen ich dort nach einigen Monaten bei der Sprachschule Dinamo einen Monat einen B2-Sprachkurs gemacht habe. Für 90 Euro war der Sprachkurs noch recht günstig und hat auch wirklich Spaß gemacht.
Katalanisch habe ich einen Monat an der Uni gelernt, jedoch habe ich den Kurs nicht fortgeführt, weil es dann doch etwas irritierend wurde. Ich fand es zwar nützlich, weil ich dadurch tatsächlich Katalanisch viel besser verstehe, allerdings wollte ich in erster Linie mein Spanisch auffrischen.
Unterkunft
Zu den großen Herausforderungen in Barcelona gehört es eine anständige und preislich akzeptable Wohnung zu finden.
Ich habe meine WG in einer Facebook-Gruppe (ich glaube „Housing Barcelona“) gefunden. Die Lage war super, da sie sehr zentral und direkt in der Einkaufsstraße „Portal del l’Angel 7“ lag. Sie war allerdings sehr teuer und nicht gut ausgestattet für 490 Euro im Monat. Auch war ich die einzige Erasmus-Studentin und die jüngste Bewohnerin. Außerdem hatten wir in der Küche Kakerlaken, was sehr ekelig war. Es war sehr vieles kaputt, aber dennoch hatte ich mit meinem Zimmer Glück, da es recht groß war und ein Outdoor-Fenster hatte, was in Barcelona schwer zu finden ist.
Ich empfehle daher, sich die Wohnung vorher gut anzuschauen und vorher nach Kakerlaken Ausschau zu halten. Zudem sollte man vorher nachfragen, ob es im Zimmer eine funktionierende Heizung gibt, insbesondere, wenn man im Winter dort ist. Meine Unterkunft würde ich insgesamt nicht empfehlen.
Ansonsten sind das Barri Gótic, Eixample, Sagrada und Gracia sehr schöne Wohngegenden für Studenten. Das Studentenwohnheim kam für mich nicht in Frage, weil es nicht in Barcelona City, sondern ca. 40 Minuten davon entfernt war und abends die Bahnen nicht mehr fahren. Außerdem standen kaum Einzelzimmer zur Verfügung und ich wollte eben nicht mit einer fremden Person mein Schlafzimmer teilen.
Ankunft/Erste Woche
Ich bin ca. eine Woche vor Semesterbeginn angereist und würde es auch allen ans Herz legen vor Semesterbeginn anzureisen.
Zum einen ist es etwas entspannter, wenn man vor Unibeginn schon an der Uni war und sich um alles Organisatorische gekümmert hat und zum anderen macht es Sinn sich vor den Vorlesungen schon mit der Stadt vertraut zu machen und neue Freunde zu finden. Zwar lernt man auch in der Uni viele Leute kennen, jedoch habe ich meine engsten Freunde schon vorher kennengelernt und bei verschiedenen Aktivitäten von Erasmus-Gruppen mitgemacht, die mir sehr viel Spaß gemacht haben.
Die Gruppe „Erasmus Barcelona“ von Shaz bietet zum Beispiel direkt Anfang September Kennenlernveranstaltungen an wie Touren durch die Altstadt, kleine Ausflüge, Volleyballturniere und Pub Crawls an. Außerdem gibt es eine „Gästeliste“, wodurch man in sehr vielen Clubs freien Eintritt hat.
Zunächst habe ich mir direkt ein Ticket für Bus und Bahn geholt (T-Jove 2 Zona, was aber zu viel war, für den Weg zur Uni braucht man nur 1 Zona!!!), was drei Monate gültig ist. Leider ist dieses Ticket schon in der ersten Woche in einer der Entwertungsmaschinen steckengeblieben und ich habe den Fehler gemacht und nicht lange genug gewartet, bis das Personal zur Hilfe kam. Daher musste ich eine Beschwerde an FGC ausfüllen, damit ich ein neues Ticket bekomme, da ich ja schon 140 Euro für das Ticket bezahlt hatte. Ich rate euch, deswegen in solchen Situationen wirklich an der Haltestelle zu bleiben, bis euch jemand hilft. Sonst müsst ihr wie ich zwei Monate warten, bis ihr euer Ticket bekommt. Sobald ihr merkt, dass etwas mit eurem Ticket nicht stimmt, solltet ihr auch am besten direkt zum Service Center gehen und euer Ticket gegen ein neues Austauschen.
Am zweiten Tag bin ich dann zur Uni gefahren und habe mich am International Welcome Point oder International Support System registriert. Dort habe ich meine Confirmation of Arrival bekommen und noch andere Unterlagen und Infos. Meist wird empfohlen sich einen Termin bei der Polizei zu machen, um sich dort zu melden. Davon wurde mir aber abgeraten, da es sehr lange dauern kann, bis man einen Termin bekommt und ich sowieso nicht vorhatte, dort zu arbeiten oder ein Praktikum zu machen. Danach habe ich noch einen Studierendenausweis beantragt.
Den Rest der Woche habe ich dann überwiegend am Strand oder in Bars mit der Erasmus-Gruppe von Shaz verbracht.
Fächerauswahl
Die Auswahl der Kurse war zu Beginn auch nicht sehr einfach, da man sich nicht immer darauf verlassen konnte, auf welcher Sprache die Vorlesung gehalten wird.
Zwar wollte ich zu Beginn mindestens einen spanischen Kurs wählen, habe mich letztendlich nur für englische Kurse angemeldet, da mir das doch zu schwierig schien. Ich habe vier Kurse gewählt und war auch recht zufrieden mit allen. Insbesondere kann ich Bioethics und Comparative Penology empfehlen. In Comparative Penology wurde jedoch keine Klausur geschrieben, sondern jede Woche ein Essay verfasst und zum Schluss ein Gruppenprojekt mit ca. 15 Seiten abgegeben.
Außerdem habe ich noch Environmental Law und Criminological Language gewählt. In diesen Kursen gab es am Ende des Semesters im Januar Klausuren, teilweise auch mitten im Semester im November. Environmental Law würde ich nicht unbedingt empfehlen, da man am Ende für die Klausur nur sehr stumpf 23 Richtlinien auswendig lernen musste. Letztendlich waren die Klausuren aber einfacher als hier und auch die Bewertung war viel netter.
Ich kann nur raten, sich die Sprache der Kurse vorher anzugucken und nachzufragen, wann die Vorlesungen stattfinden. Da die Uni außerhalb der Stadt liegt, würde ich nicht öfter als dreimal wöchentlich zur Uni fahren, also die Kurse dementsprechend wählen.
Falls ihr plant, über Weihnachten nach Hause zu fliegen, ist es vielleicht vorher hilfreich zu wissen, dass die Vorlesungen nur bis Weihnachten stattfinden und nach den Ferien, also ab dem 7. Januar schon Klausuren geschrieben werden.
Sonstige Eindrücke
Zusammenfassend kann ich nur von ganzem Herzen hoffen, dass jeder die Möglichkeit nutzt, ein Semester in so einer lebendigen Stadt wie Barcelona zu verbringen. Dieses Auslandssemester war bisher die beste Erfahrung meines Lebens und das schönste Semester meines Studiums. Ich hätte nie gedacht, dass ich so viele tolle neue Freunde aus den verschiedensten Ländern der Welt finde.
Das Leben dort, insbesondere in der Uni, ist sehr viel chaotischer als hier, aber man gewöhnt sich nach einiger Zeit daran, dass sich kaum etwas in der Uni so planen lässt wie hier an der RUB und dass oft gestreikt oder protestiert wird. Man muss vielleicht etwas vorsichtig bei der Wohnungssuche sein und bedenken, dass das Stipendium nicht reicht, um den Lebensunterhalt auch nur annähernd abzudecken, da Barcelona sehr viel teurer ist als Bochum.
Nichtsdestotrotz kann man sich aber Jobs z.B. als Nachhilfelehrer auf tusclasesparticulares suchen und somit etwas dazuverdienen. Ein zusätzlicher Tip von mir wäre, eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abzuschließen (z.B. bei Envivas). Ich war so gut wie jeden Monat krank und musste auch mehrmals zum Arzt, sodass es sich wirklich lohnt, sich extra versichern zu lassen. Zwar gelten die meisten Versicherungen auch innerhalb der EU. Allerdings werden oft nicht alle Kosten vollständig zurückerstattet.
Auch wenn Barcelona manchmal sehr chaotisch und teuer ist, würde ich jedem, der eine Pause vom durchgeplanten Studienalltag braucht, empfehlen nach Barcelona zu gehen, um sich eine schöne Auszeit zu gönnen. Das Nachtleben und insbesondere die Bars sind einfach eine perfekte Abwechslung und generell hat man dort sehr viel Freizeit im Vergleich zu hier. Für mich war Barcelona genau die Pause, die ich vor dem Rep gebraucht habe, um wieder Motivation zu tanken.
Stadt und Umgebung
Sevilla liegt in der Region Andalusien und ist mit ihren 700.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Spaniens. Im Sommer (bis ca. Ende Oktober) ist es sehr heiß und im Winter im Vergleich zu den Temperaturen in Deutschland recht angenehm. Die Sevillaner kann ich als sehr freundlich, offen und hilfsbereit beschreiben.
Sevilla bietet wunderschöne Paläste und viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale, die Plaza de España oder das Metropol Parasol. Das Stadtbild ist geprägt durch die üppigen Orangenbäume, die Pferdekutschen, wunderschöne Gässchen, Tapas-Bars, Straßenkünstler und den arabischen Touch.
Ich habe mich direkt in Sevilla verliebt und für mich persönlich gehört Sevilla zu den schönsten Städten Europas.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Im Oktober 2017 habe ich mit einem Sprachkurs begonnen. Organisiert wurde dieser durch das Zentrum für Fremdsprachenausbildung der Ruhr-Universität. Kurz vor dem Aufenthalt hatte ich dann ein A2/B1-Niveau. Während des Aufenthalts habe ich zusätzlich einen Intensivsprachkurs in einem privaten Sprachinstitut besucht.
Ankunft/Erste Woche
Die erste Woche war geprägt von Apartments und Mehrbettzimmern in Hostels. Wir hatten uns dazu entschieden, erst vor Ort nach einer Wohnung zu suchen. Das kann ich definitiv nicht empfehlen. Auf Facebook gibt es mehrere Gruppen, in denen vertrauenswürdige Agenturen Wohnungen zur Miete anbieten. Nach mehrfachen Rückschlägen während der Wohnungssuche ist es uns gelungen, nach sieben Tagen eine schöne möblierte Wohnung in zentraler Lage zu beziehen.
Unterkunft
Meine Mitbewohnerin und ich haben uns eine 65m² große Wohnung geteilt. Die Wohnung war möbliert. Wir hatten zwei Zimmer, ein kleines Badezimmer und eine sehr kleine Küche. Die Wohnung befand sich im Zentrum von Sevilla.
Supermarkt, Metro und Straßenbahnstation waren fußläufig in unter zehn Minuten zu erreichen. Des Weiteren ermöglichte uns die zentrale Lage der Wohnung eine unbeschränkte Teilnahme an täglichen sowie nächtlichen Aktivitäten. Das Preisleistungsverhältnis war ebenfalls angemessen.
Fächerauswahl
An der Universität hatte ich mich für vier verschiedene Kurse entschieden. Einen Kurs in European Union Law, International Relations, Derecho Penal I (Strafrecht AT) und einen kostenpflichtigen Sprachkurs für A2.
Sonstige Eindrücke
Die Zeit in Sevilla war auch neben der Universität ein großes Abenteuer für mich. Neben der fremden Sprache lernte ich eine neue Kultur kennen. Außerdem kam ich auch in Kontakt zu weiteren anderen Nationalitäten und schloss viele neue Freundschaften. Ich habe festgestellt, dass ich mich durch den Aufenthalt persönlich sehr weiterentwickelt habe. Ich kann ein Auslandsstudium in Sevilla sehr empfehlen.
Stadt und Umgebung
Ich habe mein Auslandssemester in Oviedo, Spanien verbracht. Oviedo ist die Landeshauptstadt der Region Asturien im Norden Spaniens und liegt in den Ausläufern des Gebirges Picos de Europa, sowie nur eine halbe Stunde vom Meer entfernt. Im Herzen der Stadt steht die alte Kathedrale, ein weit über Spanien hinaus bekannter Pilgerort der jährlich viele Besucher anlockt. Um die Kathedrale ist die Altstadt angesiedelt. Hier finden sich vielerlei Restaurants und Bars, in denen es oft zum Getränk Tapas gratis dazu gibt. Das Nachtleben findet ebenfalls vor allem in der Altstadt statt. Läuft man allerdings tagsüber durch die Gassen, fühlt man sich fast wie in andere Zeiten zurückversetzt. Mir persönlich ist besonders die Beleuchtung während der Nacht aufgefallen. Die gelben Straßenlaternen gepaart mit den ockerfarbenen Fassaden der Häuser verleihen den Straßenzügen ein besonders südliches Flair, das man aus deutschen Städten nicht gewohnt ist. Besonders erwähnen möchte ich auch die Sauberkeit Oviedos. Jede Straße und jeder Park werden kleinlich gepflegt, wozu auch eine (tägliche!) Reinigung mit Wasser zählt, die nachts stattfindet. Ich bin noch nie in einer saubereren Stadt als Oviedo gewesen, nicht umsonst ist die Stadt daher vielfach zur saubersten Stadt Spaniens und auch Europas gewählt worden.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Ich selber habe Spanisch für ca. zwei Jahre in der Schule gehabt und habe vorbereitend zwei Spanischkurse im Zentrum für Fremdsprachen-ausbildung absolviert, sodass ich mit einem ca. B1-Niveau losgefahren bin. In der Stadt gibt es viele Erasmus-Studenten, die größtenteils auch gut Englisch sprechen. Bewusst sein sollte man sich allerdings darüber, dass wenige Spanier gutes Englisch sprechen und es daher für die Kontaktaufnahme leichter fällt auch etwas Spanisch zu können. Ich selber habe Oviedo ausgewählt, um mein Spanisch zu verbessern und habe daher auch vermieden, viel auf Englisch zu kommunizieren. Ich kenne viele Erasmus-Studenten aus Oviedo, die ohne oder mit minimalen Spanischkenntnissen ins Ausland gefahren sind und es auch gemeistert haben, von daher sollte man sich keine Sorgen machen. Wer allerdings alle Vorlesungen auf Englisch hören möchte, ist bei Jura an der Universität Oviedo leider schlecht aufgehoben, da pro Semester nur eine Vorlesung auf Englisch angeboten wird.
Unterkunft
Über die Unterkunft muss man sich keine Sorgen machen. Es ist einfach, eine Wohnung/WG zu finden und es werden viele Wohnungen zugeschnitten auf Erasmusstudenten (möbliert und befristet) angeboten. Ich selbst habe mir darüber vor meiner Abreise keine Gedanken gemacht, sondern mir einfach ein Airbnb gebucht. Nach einem kurzem Gespräch mit meiner Vermieterin stellte sich heraus, dass sie eine zweite Wohnung hat, welche an Austauschstudenten vermietet wird und so habe ich innerhalb von zwei Tagen nach Ankunft meine Unterkunft gefunden. Auch das International Office der Universität vermittelt gerne Wohnungen an Erasmusstudenten. Wohnungen sind außerdem leicht auf easypiso.com. zu finden.
Ankunft/Erste Woche
Ich bin von Düsseldorf aus nach Bilbao geflogen, da im Januar noch keine Flüge nach Santander gehen, welches der nächste internationale Flughafen nahe Oviedo ist. Oviedo hat auch einen eigenen Flughafen, der allerdings nur von Madrid aus angeflogen wird, sodass ein Umstieg notwendig wäre. Von Bilbao aus habe ich mir vor Ort ein Busticket gekauft und bin dann weiter mit dem Fernbus nach Oviedo gefahren (ALSA ist dort das größte Busunternehmen, auch online unkompliziert buchbar -> Äquivalent zu Flixbus). Ich habe, als ich in Oviedo war, schnell eine Unterkunft gefunden (s.o.) und das International Office hat mit mir alle notwendigen Dokumente ausgefüllt. Mein Ansprechpartner an der Uni war Prof. Benito Aláez Corral. Benito ist sehr hilfsbereit und hat gemeinsam mit mir den Stundenplan erstellt. Er stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite und auch wenn wir hauptsächlich Spanisch oder Englisch gesprochen haben, ist es beruhigend zu wissen, dass Benito aufgrund seines zweijährigen LLM-Aufenthalts an der RUB auch fließend Deutsch spricht. Ansonsten fanden in der ersten Woche einige Events des Erasmus Networks Oviedo (übrigens auch auf Facebook zu erreichen) statt. Ich habe allerdings nur an wenigen teilgenommen, da ich im Februar noch Klausuren in Bochum geschrieben habe und ich aufgrund der überschneidenden Semester viel zu tun hatte. Dies sollte aber nicht abschrecken, auch im Sommersemester ins Ausland zu gehen, schließlich habe ich das auch geschafft!
Fächerauswahl
Die Fächerauswahl hat Benito mit mir gemeinsam kurz nach meiner Ankunft getroffen. Ich habe belegt:
Benito hat die Auswahl nach meinen Interessenschwerpunkten und den Lehrenden getroffen. Dadurch war sichergestellt, dass ich Fächer belege, welche mich interessieren, aber auch dass die Lehrenden ausreichend Verständnis für meine Situation als Erasmusstudent haben und ich die Module durch Hilfestellungen wie mündliche Prüfungen oder Hausarbeiten erfolgreich abschließen kann. Insgesamt habe ich eine Hausarbeit auf Englisch und eine auf Spanisch geschrieben. Dazu kamen zwei mündliche Prüfungen auf Spanisch und in Derecho der Comercio Internacional habe ich evaluación continua belegt, also über das Semester verteilt Prüfungsleistungen erbracht, welche aus Testaten oder Referaten bestanden und aus denen sich die Endnote dann zusammengesetzt hat. Ich habe alle Fächer gut bestanden, habe allerdings auch viel dafür lernen müssen. Meiner Meinung nach wäre das Bestehen der Prüfungen auch mit weniger Aufwand möglich gewesen, allerdings wollte ich gerne (Rechts-)Spanisch lernen und habe dementsprechend auch viel dafür getan.
Sonstige Eindrücke
Mich begeistert bis heute das menschliche Miteinander in Spanien, welches ganz anders gelebt wird als hier in Deutschland. Auch wenn teilweise sprachliche Barrieren bestehen, ist jeder bemüht zu helfen, wo er kann. Das vermittelt eine Herzlichkeit, die man in Deutschland nicht gewohnt ist. Außerdem ist es faszinierend, durch Erasmus so viele Freunde aus Europa, aber durchaus auch von anderen Kontinenten kennenzulernen. Mich persönlich begeistert besonders, dass die Erasmusgemeinschaft ein wahrhaft internationaler Zusammenschluss von jungen Menschen ist, die friedlich miteinander leben und einander unterstützen. Das Auslandssemester hat mir insofern gezeigt, wie wichtig internationale Gemeinschaften sind, denn nur so kann Fremdenhass und Abschottung, die wir leider in diesen Zeiten vermehrt erleben, abgewendet werden und ein friedliches Miteinander existieren. Für mich war daher die Haupterkenntnis aus dem Erasmussemester, dass es sich lohnt, sich für die europäische (und globale) Gemeinschaft einzusetzen, Fremdenhass mit Entschlossenheit entgegenzutreten und offen zu sein für Neues.
Stadt und Umgebung
Palma ist die Hauptstadt Mallorcas und mit 400.000 Einwohnern auch die größte Stadt der Insel. Ansonsten gibt es nur noch Inca und Manacor und kleine Dörfer und Touristengegenden. Palma ist eine sehr schöne Stadt. Sie liegt direkt am Meer.
Das Wahrzeichen ist die Kathedrale (des Lichtes), die man definitiv besuchen sollte. Gerade nach einem Gottesdienst kann man umsonst eintreten. Oder man besucht einfach mal einen Gottesdienst. Diese dauern hier normalerweise nur 40 Minuten und weil der Ablauf in der Kirche immer derselbe ist, kann man ziemlich viel verstehen. Direkt neben der Kathedrale befindet sich der Königspalast (Eintritt donnerstags nachmittags frei) mit Garten. Dieser ist zwar nur klein, aber wirklich sehr schön. Palma hat außerdem einen wirklich großen und schönen Hafen, an dem ich mich immer gerne aufgehalten habe.
In der Innenstadt gibt es viele Shoppingmöglichkeiten, Restaurants, Cafés, Drogerien und Apotheken. Es gibt viele kleine Gässchen und teilweise richtig kunstvoll gebaute Häuser. Gerade der Passeig des Born hat mir immer wirklich gut gefallen, weil alle Gebäude so schön zueinanderpassen und so edel aussehen. Vom Castillo aus kann man über die ganze Stadt blicken. Es handelt sich um eine kreisrunde Burg, die man sonntags umsonst besuchen kann.
Wenn man auf Partys gehen will, kann man den Paseo Maritimo besuchen. Eine super lange Straße direkt am Hafen, wo man nur Discos und Bars findet. Häufig ist der Eintritt hier frei. Gespielt wird vor allem Reggaeton. Ein Nachtbus fährt am Wochenende alle 20 Minuten, sodass man sicher zuhause ankommt. Darüber hinaus befinden sich auch im Studentenviertel Santa Catalina viele Bars und Clubs. Es schließt direkt an den Paseo Maritimo an. Die Möglichkeiten sind hier wirklich weit. Im Sommer kann man zum Beispiel auch mal auf eine Bootsparty gehen. Natürlich gehört auch S’Arenal noch teilweise zu Palma. Man kommt recht gut mit dem Bus von der Innenstadt nach Arenal, aber wirklich lohnenswert finde ich es nicht. Wenn man im Auslandssemester ist, finde ich, macht es mehr Sinn sich mit der fremden Kultur zu beschäftigten und internationale Freunde zu finden. Mallorca ist außerdem überall schöner als im Arenal, weil der Massentourismus gerade hier seine Spuren deutlich hinterlässt.
Im Westen von Palma liegen Andratx, Camp de Mar und Portals Nous, wenn man sich mal andere nicht weitentfernte Strände ansehen möchte. Im Norden gibt es die Dörfer Deiá, Valldemossa und Port de Sóller. Alle drei sind einen Besuch wert. Man kommt dort einfach mit dem Bus hin. Die Ostküste ist besonders schön, aber leider nur schwierig zu erreichen. Hier lohnt es sich ein Auto zu mieten. Cala d’Or ist aber beispielsweise innerhalb von zwei Stunden mit dem Bus zu erreichen und lohnt sich definitiv auch. Ansonsten kann man sich Es Trenc, Cap de Formentor, Cala Romantica, Playa de Muro, Cala Figuera, Cap de Ses Salines, Cala S’Almoina und Cala des Moro ansehen. Allesamt einen Besuch wert. Der beste Strand nur 40 Minuten mit dem Bus von Palma entfernt ist aber meiner Meinung nach Illetes.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
In der Schule hatte ich drei Jahre Spanisch Unterricht und somit am Ende dieser Zeit ein Niveau von B1/B2. In den folgenden zwei Jahren hier an der RUB habe ich aber überhaupt kein Spanisch mehr gesprochen oder gehört, sodass ich sehr viel an Wissen wieder vergessen hatte.
Zur Vorbereitung auf das Auslandssemester habe ich an dem Kurs „Einführung ins spanische Recht“ an der RUB teilgenommen. Der Kurs wurde ausschließlich auf Spanisch unterrichtet und man musste auch selbst eine Präsentation halten. Man wurde also zum Sprechen angeregt. Auch inhaltlich hat mir dieser Kurs einiges gebracht, um die spanische Rechtsordnung zu verstehen. Dennoch hatte ich in meinem ersten OLS-Sprachtest nur ein Niveau von A2, was aber laut der UIB ausreicht.
Während des Aufenthalts habe ich an einem Sprachkurs teilgenommen (Niveau B1.1), den ich auch erfolgreich abgeschlossen habe. Außerdem waren alle meine Fächer hier auf Spanisch, d.h. man musste sehr viel auf Spanisch lesen. Was mir am Anfang Schwierigkeiten bereitet hat, ging am Ende schon fast leicht. Man lernt so schnell dazu und kann Wissen aus der Schulzeit auch super schnell wieder reaktivieren, wenn man am Ball bleibt. Es ist auch auffällig wie viel man sich am Ende herleiten kann. Am Anfang musste ich jedes unbekannte Wort nachschlagen. Am Ende habe ich meist aus dem Kontext schon erschließen können, was ein unbekanntes Wort bedeuten soll. Außerdem werden in solchen juristischen Texten auch immer wieder die gleichen Wörter verwendet, sodass man sich die Fachbegriffe ganz automatisch einprägt. Weiterhin habe ich hier auch mit meinen engsten Freundinnen vor allem Spanisch gesprochen, was mir auch viel geholfen hat, weil man sich mehr traut zu sprechen, wenn man weiß die andere Person kann auch nicht fehlerfrei reden.
Ich kann auf jeden Fall jedem nur raten immer die fremde Sprache zu sprechen, wenn sich die Möglichkeit bietet. Im Übrigen hatte ich Glück mit meinen Professoren. Im EU-Recht zum Beispiel durfte ich für die Abschlussklausur (Falllösung) den EUV und AEUV auf Deutsch mitbringen und die Professorin hat mir im Internet die einschlägige Richtlinie und die Verordnung ebenfalls auf Deutsch rausgesucht und mir dann zur Verfügung gestellt, sodass ich die Klausur sogar mit maximaler Punktzahl bestehen konnte. Bei meinem zweiten OLS-Sprachtest kam ich dann auf ein Niveau von C1. Ich habe mich also in den letzten fünf Monaten wirklich gesteigert.
Unterkunft
Ich habe in einer 5er-WG gewohnt mit zwei anderen Erasmusstudentinnen direkt in der Innenstadt am Plaza de Espana. Die Wohnung habe ich auf der Website der UIB gefunden. Erst vor Ort musste ich zahlen, was ich auch jedem anderen empfehlen würde, denn andere Studenten haben bereits von Deutschland aus gezahlt und wurden so betrogen. Meine Miete lag bei 300€, was ziemlich durchschnittlich ist. Direkt am Plaza de Espana befindet sich der Busbahnhof und die Metro. Es lohnt sich also in der Nähe zu wohnen.
Man kann auch im Studentenheim an der Uni wohnen, aber dann lebt man weit weg vom Zentrum und von den anderen Studenten. Allein in meinem Haus haben noch drei andere Erasmusstudenten gelebt (neben meinen Mitbewohnerinnen) und im Haus auf der anderen Straßenseite gab es auch nochmal eine WG nur bestehend aus Erasmusstudenten. Da es doch recht klein hier ist, wohnen alle nah beieinander und man trifft ständig jemanden den man kennt, was mir persönlich sehr gefallen hat.
Ankunft/Erste Woche
Ich bin am 01.09 angereist. Vom Flughafen habe ich ein Taxi genommen (20€). Am 03.09 ging es dann schon mit der Welcome Week los. Jeden Tag außer am Samstag haben wir was zusammen unternommen. Der Samstag stand zur freien Verfügung.
Neben Einführung in die Uni und Organisatorischem haben wir auch eine Stadtrundführung gehabt, an einem Abend gab es Bar-Hopping, wir haben zusammen die Ruta Martiana besucht, wir haben einen Ausflug in die Dörfer im Norden gemacht, sind nach Camp de Mar gefahren und Playa de Muro, an Palmas Stadtstrand haben wir Volleyball gespielt und es gab eine Party mit Fingerfood in einem Club am Paseo Maritimo. Es gab also viel Programm. Man hat viele Leute so kennengelernt und ich habe auch schon in der ersten Woche meine engsten Freundinnen hier kennengelernt. Das heißt aber nicht, dass man nicht auch noch im weiteren Verlauf weitere Freunde findet.
Fächerauswahl
Neben dem Spanisch-Sprachkurs (6 ECTS) habe ich auch noch EU-Recht belegt. Das kann ich nur empfehlen. Ich hatte es zuhause noch nicht gehört. Es wird mir auch leider an der RUB nicht anerkannt, aber im Grunde habe ich hier alles Wichtige bereits gelernt, denn auch hier geht es um Falllösung. Darüber hinaus habe ich Grundrechte belegt. Da die spanische Verfassung der deutschen sehr ähnelt, war es nicht besonders schwierig, aber man musste das ganze Buch auswendig lernen (also gut 200 Seiten stumpf auswendig lernen), denn hier gab es keine Falllösung, sondern offene Fragen. Außerdem habe ich Nociones Basicas de Derecho (also Grundzüge des spanischen Rechts) und Teoría General de Derecho (Rechtstheorie) belegt. Dieses kann man sich als Grundlagenschein anrechnen lassen. Alle diese Kurse geben im Übrigen jeweils 6 ECTS.
Aber leider hatten nicht alle Professoren Verständnis dafür, dass wir nicht genau das gleiche leisten können wie die Muttersprachler. Kurse auf Englisch wurden dann nämlich letztlich doch nicht angeboten. Es hieß das gäbe es jetzt nur im Sommersemester. Somit war alles auf Spanisch und wir musste die gleichen Aufgaben lösen wie die Spanier. Das ist nicht unmöglich und ich habe auch sehr gute Noten erhalten, aber es hat mich geärgert, dass ich nichts auf Englisch machen konnte, weil mir das sicherlich leichter gefallen wäre und dass dann auch noch der Anspruch der Professoren so hoch war, hat es nicht viel besser gemacht.
Generell darf man sich leider hier nicht auf das Wort eines Professors oder Mitarbeiter des Lehrstuhls verlassen. Ein Professor hat uns gar nicht mitgeteilt, dass er noch weitere Hausarbeiten von uns eingereicht haben möchte. Das habe ich nur ganz durch Zufall erfahren. Die Frist war dann auch schon abgelaufen. Das war für ihn zwar kein Problem, aber uns als Studenten hat das erstmal in Panik versetzt, weil wir dachten wir hätten jetzt schon irgendwo null Punkte. Und solche Situationen gab es leider häufiger. Wenn man einfach über wichtige Dinge nicht informiert wird, macht das richtige Panik und so hatte ich mir einfach mein Auslandssemester nicht vorher vorgestellt.
Palma ist wunderschön und wer ein hohes Niveau in Spanisch hat, dem sollte es hier auch einfacher fallen, aber für alle die wie ich nur ein mittelmäßiges Spanisch sprechen, ist diese Uni nicht zu empfehlen. Wer hier zum Beispiel ein Praktikum machen will, dem kann ich nur sagen: Mach es auf jeden Fall. Die Insel ist so schön und die Menschen sind freundlich und hilfsbereit. Das Leben hier an sich hat mir so gut gefallen. Aber hier studieren sollte man nur, wenn man gut Spanisch spricht und wenn es einen nicht stört, dass man sich auf Aussagen nicht verlassen kann bzw. manchmal einfach über wichtige Details nicht informiert wird.
Sonstige Eindrücke
Auch wenn mir die Uni nicht gefallen hat, muss ich sagen, dass das Leben hier in Palma wirklich schön ist. Das Klima ist angenehm (nur im Winter ist es in den Häuser super kalt, weil es keine Heizung gibt).
Die Stadt macht so viel für seine Bewohner. Drei Wochen lang gab es hier umsonst Konzerte. Es gab Sportfeste, Volksfeste und die Kunstnacht, bei der man in alle Museen umsonst eintreten konnte. Jeden Dienstag ist Ruta Martiana, wo alle Studenten in der Innenstadt zusammenkommen, um Tapas und Getränke zum reduzierten Preis gemeinsam zu genießen. Im Sommer gab es vor der Kathedrale ein Open Air Kino, ebenfalls komplett umsonst. Gerade bei gutem Wetter braucht man hier kaum was auszugeben, um schöne Zeiten zu verbringen.
Neben dem ESN gibt es auch noch die Organisation ConnectLingus, die fast jedes Wochenende Veranstaltungen anbietet, wie Bootspartys, Bierpong, Public Viewing, Paella-Nacht, Bachatakurse und ohne Ende Exkursionen. Ich habe definitiv vor dieses Jahr zu Pfingsten zurückzukehren, weil ich mich in diese Insel wirklich verliebt habe. Wenn man übrigens als Einwohner nach Palma kommt, kann man sich als solcher registrieren lassen und erhält dann seine tarjeta ciudadana mit der man viele Vergünstigungen erhält. Auch seine NIE kann man beantragen mit der man 75% auf Inlandsflüge erhält. Es ist auch nur zu empfehlen während seines Semesters in dem Land selbst rumzureisen! Einen Guide dazu diese Dinge zu beantragen gibt es auf ESNbalears.com. Am besten macht man den Termin 1 Monate im Voraus.Pa
Stadt und Umgebung
Ich bin im September in Sevilla angekommen. Es waren Temperaturen bis zu 37 Grad, was zu Anfang natürlich gewöhnungsbedürftig war. Aber trotzdem überzeugt das dauerhaft schöne, wenn auch anfangs sehr heiße Wetter. Die Stadt an sich ist unglaublich schön und es gibt hier fast in jeder Ecke etwas zu entdecken.
Ob es die kleinen Gassen, die Gebäude, die Sehenswürdigkeiten oder die vielen kleinen Parks sind. Auf jeden Fall muss man sich die Kathedrale, den Alcazar, die Plaza de España und den Parque María Luisa angucken. Abends sind die Straßen, Bars und Restaurants immer voller Menschen. Es gibt unzählige Bars und (Tapas-)Restaurants, vor allem in der Nähe der Plaza Alfalfa und der Alameda de Hercules.
Von Sevilla aus kann man auch gut und günstig mit dem Bus in andere Städte oder ans Meer reisen. Falls man lieber eine organisierte Reise mit einer Gruppe machen möchte, bieten sich dafür die Reisen von ESN oder ECS an. Beide bieten sowohl Städtetrips als auch Trips zum Meer an. Außerdem bieten sie noch Reisen über das Wochenende an. Zum Beispiel nach Marokko, an die Algarve oder nach Granada mit zusätzlichem Ausflug ins Skigebiet Sierra Nevada. Ich selber bin sowohl alleine als auch mit beiden Anbietern gereist.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Zur Vorbereitung habe ich an der RUB einen Sprachkurs belegt. Das Niveau für die UPO war damals auf A2 ausgeschrieben, was viel zu niedrig ist. Die angeblich vorhandenen englischen Rechtskurse beschränkten sich leider nur auf einen.
Wenn man einen Sprachkurs an der UPO belegen wollte, war zunächst die Absolvierung eines Einstufungstests notwendig. Man wurde dann in einen Sprachkurs entsprechend dem erreichten Niveau zugeteilt.
Der Sprachkurs (6 ECTS) fand zweimal die Woche jeweils eine Stunde und 20 Minuten statt. Grundsätzlich hat mir der Kurs viel Spaß gemacht, aber er war sehr spielerisch gestaltet und auch keine 428 Euro wert. (Nur der A1-Sprachkurs ist kostenlos.)
Zuammenfassend muss ich sagen, dass meine Spanischkenntnisse sich während des Semesters zwar verbessert haben, aber nicht ausreichend waren, um den spanischen Rechtskursen wirklich folgen zu können.
Unterkunft
Ich habe ca. eine Woche nach meiner Ankunft eine Wohnung gefunden. Vorher habe ich in einem Hostel gewohnt. Nach Wohnungen habe ich überwiegend im Internet gesucht. Bei der Wohnungssuche muss man immer möglichst schnell Besichtigungstermine verabreden, ansonsten sind die freien Zimmer/Wohnungen sehr schnell weg. Mit einer Freundin zusammen bin ich in eine Wohnung in der Nähe der Plaza Nueva gezogen. Die Wohnung war nicht besonders groß, reichte für uns beide aber völlig aus. Außerdem lag sie absolut zentral. Das einzige Manko an der Wohnung war, dass sie keine Heizung hatte. Im Sommer war das natürlich kein Problem, aber gerade im Dezember und im Januar war es in der Wohnung gefühlt kälter als draußen.
Ankunft/Erste Woche
Es gab einen Orientierungstag. Dieser hat mit einer kleinen Einführung begonnen. Danach hat jeder erstmal seinen Studentenausweis bekommen. Als nächstes wurden wir in kleinere Gruppen eingeteilt und uns wurde der Campus (Räumlichkeiten, Bibliothek, Mensen) gezeigt. Außerdem wurden wir mit den Leuten von ESN bekannt gemacht. Diese organisieren über das ganze Semester viele Reisen und Partys. Zuletzt wurde uns noch das Onlineportal der UPO erklärt und in diesem Zusammenhang auch die Kurswahlen.
In der ersten Woche musste man sich zunächst ein Zertifikat über die Ankunft an der UPO ausstellen lassen. Als nächstes wurde der Stundenplan zusammengestellt. Nachdem man den vorläufigen Stundenplan erstellt hatte, hatte man eine Woche Zeit, um die Kurse noch zu ändern. Man könnte in dieser Woche die ausgewählten Kurse besuchen, um einen groben Eindruck vom Kurs zu bekommen. Was hier jetzt erstmal ganz nett klingt, fand ich aber sehr chaotisch. Die Kurse waren sehr schnell voll und ein Umwählen kaum mehr möglich.
Das ARIC ist für die Erasmusstudenten zuständig. Leider kann man dort kaum mit Hilfe rechnen. Oft fühlte sich niemand zuständig und die Organisation läuft überhaupt nicht.
Fächerauswahl
Die Kurse an der UPO sind in einen theoretischen (2h) und einen praktischen (1,5h) Teil aufgeteilt. Für den praktischen Teil bestand Anwesenheitspflicht. Man musste dort fast immer in Gruppen zusammenarbeiten und am Ende der Stunde die Arbeit einreichen. Diese wurde dann benotet, was ich größtenteils als sehr stressig empfunden habe. Generell war das ganze System sehr stark verschult. Außerdem wird in den Rechtskursen kaum bis gar nicht mit dem Gesetz gearbeitet und in der Klausur ist die Benutzung untersagt.
Leider gab es nur einen Rechtskurs auf Englisch (Europarecht). Dieser Kurs war jedoch voll und ich habe keinen Platz mehr bekommen. Ansonsten konnte man für die englischsprachigen Kurse nur in die Doppelstudiengänge ausweichen und hat dann Wirtschaftskurse belegt.
Ich habe folgende Kurse belegt:
Die Notenskala ging von 0-10 Punkten. Um eine Klausur zu bestehen, musste man mindestens fünf Punkte erreichen. Der praktische Teil des Kurses machte 30% der Endnote aus. Man konnte also in diesem Teil schon drei Punkte erreichen, die einem dann für die Klausur gutgeschrieben wurden.
Die Vorbereitung
Oviedo ist die Hauptstadt des Fürstentums Asturien, einer kleinen und regenreichen, enorm grünen Region in Nordspanien. Doch neben seiner Stellung als Hauptstadt ist Oviedo auch Partnerstadt von Bochum und so gibt es viele Verknüpfungen zwischen den beiden Städten und Regionen. Direkt vor dem Wintersemester bietet das Zentrum für Fremdsprachenausbildung einen zweiwöchigen, finanziell geförderten Tandemaufenthalt in Oviedo an, welchen ich wärmstens empfehlen kann. Neben der Auffrischung und Verbesserung seiner Sprachkenntnisse kann man so auch schon neue deutsche oder ortskundige spanische Freunde treffen, mit denen man auch während des Semesters die Region erkunden oder die Sprache lernen kann. Beim Ausfüllen des Erasmusantrags und der notwendigen Dokumente steht einem das ZfI hilfreich zur Seite. Aufgrund eines vorherigen Auslandsaufenthaltes in Spanien hatte ich bereits vertiefte Sprachkenntnisse. In Oviedo wird relativ wenig Englisch gesprochen, daher ist ein gewisser spanischer Grundwortschatz für den Aufenthalt sicherlich von Vorteil.
Die Wohnungssuche
Oviedo ist eine vergleichsweise kleine Stadt, doch die Wohnungssuche gestaltet sich als äußerst einfach und entspannt. Für diese würde ich vor Ort bis zu einer Woche einplanen, denn aufgrund des kalten Wetters ist im Winter eine Wohnung mit Heizung und einigermaßen isolierten Fenstern wünschenswert. Für ein möbliertes Zimmer in einer WG zahlt man etwa 180€ bis maximal 300€. Innerhalb der hügeligen Stadt ist dabei alles fußläufig zu erreichen, die juristische Fakultät der Universidad de Oviedo liegt dabei ein wenig außerhalb des Zentrums, kann jedoch relativ schnell zu Fuß oder alternativ mit dem Bus erreicht werden. Da jedoch ein Großteil der Events, Restaurants und Bars im Zentrum der Stadt sind, empfehle ich zentrumsnah eine Wohnung zu suchen. Hier wird man schnell und meistens problemlos fündig.
Die Stadt, die Region und Freizeitaktivitäten
Oviedo liegt zwischen Bergen und Meer in einem kleinen Tal und formt einen Teil des Jakobsweges. Bedenken sollte man, dass der Norden Spaniens nicht so heiß wird, wie der Süden und auch deutlich weniger Sonnenstunden hat. Aufgrund seiner Lage wird es in Oviedo jedoch im Winter auch nicht sehr kalt, sodass tiefwinterliche Temperaturen nicht zu erwarten sind. Nichtsdestotrotz regnet es häufig und eine dicke Jacke und einen Schirm sollte man immer dabei haben. Das Erasmus Student Network organisiert eine Vielzahl an Events, von Städtereisen über Partys bis zu sozialen Aktionen bieten sich so viele Möglichkeiten um neue Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden sowie schöne Tage zu erleben. Die Stadt selbst verfügt über mehrere kleine Kneipenstraßen in der schönen Altstadt sowie eine Vielzahl leckerer Restaurants, in der der nordspanische Apfelwein Sidra traditionell ausgeschüttet wird. Darüber hinaus gibt es verschiedene Parks, mehrere Museen und einen kleinen Hausberg, auf den sich der Anstieg lohnt. Die Region Asturien ist wunderschön und bietet von einem beeindruckenden Hochgebirge, über saftige, grüne Hügellandschaften bis zum Meer enorm viel für Naturliebhaber und Menschen, die sich gerne draußen aufhalten. Dabei kommen insbesondere Sportinteressierte, oder solche, die es noch werden wollen, auf ihre Kosten: Surfen, schwimmen, klettern, Ski fahren, wandern und vieles mehr ist möglich. Doch auch kulturell ist die Region, gerade für Studenten aus dem Ruhrgebiet, sehr interessant: Asturien ist auch eine (ehemalige) Kohle- und Schwerindustrieregion und als solche kann man auch dort Fördertürmen oder Kraftwerken begegnen. Gijón, Oviedos Nachbarstadt direkt am Meer und mit dem Bus 20 Minuten von Oviedo entfernt, bietet sich für kleine Ausflüge an den Strand an, oder aber man besucht eines der vielen kleinen und einzigartigen Dörfer in der Umgebung. Wer noch mehr von Spanien sehen möchte, kann dies kostengünstig mit dem Fernbusnetzwerk ALSA tun, welches einen für kleines Geld etwa nach Santander, Santiago de Compostela, Leon oder Bilbao bringt. Auch das Mieten eines Autos lohnt sich, um etwa zu den Lagos de Covadonga zu fahren, oder die Picos de Europa zu erkunden. Insgesamt bietet Oviedo und Asturien somit für jeden etwas und man kommt mit Sicherheit aus seine Kosten.
Die Universität
Die Universidad de Oviedo bietet neben spanischen auch englische Jurakurse an, pro Semester allerdings nur ein oder zwei englische Kurse. Ich habe in meinem Semester 4 Vorlesungen besucht, unter Anderem zum spanischen Verfassungsrecht, Grundrechte im Bereich des Arbeitsrechts, Rechtsvergleichung und zum englischen Rechtssystem. Diese Vorlesungen kann ich uneingeschränkt empfehlen. Die Professoren an der UniOvi sind sehr zuvorkommend, höflich und interessiert und laden die Studenten während den Vorlesungen auch dazu ein, interaktiv mitzuarbeiten und so etwas von ihrem Rechtssystem zu erzählen und zugleich seine Sprachkenntnisse zu vertiefen.
Fazit
Oviedo lohnt sich für ein Erasmussemester auf jeden Fall. Man lernt schnell neue Leute kennen, insbesondere hat man auch die Möglichkeit eine „andere Seite“ von Spanien kennenzulernen, abseits von den touristischen Städten am Mittelmeer. Auch wenn Oviedo eine weniger bekannte Stadt ist, hat sie dennoch einen sehr eigenen und schönen Charme und ein besonderes Flair.
Stadt und Umgebung
Barcelona hat mir als Stadt unglaublich gut gefallen. Es gibt viele schöne Viertel wie Eixample & Grácia und der Strand ist vorallem im Sommer sehr praktisch. Sehenswürdigkeiten gibt es auch zahlreiche: von bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Sagrada Familia und dem Park Güell bis zu weniger bekannten wie dem Tibidabo oder den Bunkern. Meist sind die Sehenswürdigkeiten auch nah beieinander, sodass man an einem Tag sehr viel sehen kann. Es gibt so viel zu entdecken, dass ich im Endeffekt gar nicht dazu gekommen bin so viel zu reisen, weil man alles vor der Haustür hat. Im Sommer lassen sich auch kleinere Badeorte wie Badalona, Sitges und Castelldefels sehr gut mit dem Zug erreichen und die Strände dort sind nochmal um einiges schöner als der Stadtstrand. Die Uni liegt jedoch etwas weiter außerhalb in Barcelonas Bergen in Bellaterra, sie lässt sich jedoch mit dem FGC Zug innerhalb von 30 min vom Stadtzentrum aus erreichen. In Barcelona selbst gibt es jede Woche Straßenfeste und Konzerte und auch sehr viele traditionelle Feiertage (La Merce, Kataloniens Nationalfeiertag etc.). Das einzige was manchmal ein bisschen nervig war, waren die zahlreichen Demonstrationen. Fast jede Woche gab es Demonstrationen für die Unabhängigkeit Kataloniens, die aber immer friedlich waren, sodass man eigentlich keine Angst haben braucht wenn man da mal reingerät. Es kann einem aber auch passieren, dass man im Bus sitzt und dann auf einmal gar nichts geht weil alle Straßen gesperrt werden und Taxen für 2 Wochen die Gran Via blockieren. Ich habe mich auch nachts eigentlich immer sehr sicher gefühlt, man sollte aber ab einer gewissen Uhrzeit nicht mehr in Raval oder Barceloneta alleine rumspazieren. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Barcelona sind alle super, man kann hier Metro, Bus und Zug (FGC, Renfe, Rodalies) meist mit einem Ticket (T-Jove) fahren. Besonders nachts kommt man immer schnell und leicht nach Hause.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
In Barcelona wird sowohl castellano als auch catalan gesprochen. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass viel mehr Leute castellano gesprochen haben und selbst wenn sie einen mit catalan ansprechen ist es auch für die Allermeisten kein Problem direkt auf castellano umzuschwenken. Jedoch sind sehr viele Schilder, Durchsagen etc. nur auf catalan, aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran und wenn man Französisch spricht, kann man es sogar noch besser verstehen. Wenn man es auch tatsächlich lernen will, bietet die Uni auch einen kostenlosen catalan Kurs an, den ich aber nur Leuten empfehlen würde, die schon sehr gut castellano sprechen, da der gesamte Kurs ein hohes Niveau an castellano voraussetzt.
Leider muss ich zugeben, dass ich doch die meiste Zeit Englisch gesprochen habe, weil man damit auch sehr gut in Barcelona klar kommt weil es schon sehr international dort ist. Es gab auch viele Erasmus Studenten, die gar kein Wort Spanisch konnten bevor sie gekommen sind und damit super zurecht kamen. Man kann auch sehr viele Kurse an der UAB auf Englisch wählen und ich hatte nur einen Kurs der tatsächlich in castellano war. Die meisten Kurse an der UAB sind nämlich auf catalan und es gibt zwar Seminargruppen auf castellano aber dann sind die Theorie Stunden trotzdem auf catalan.
Um mein castellano trotzdem ein wenig aufzubessern habe ich zusätzlich noch einen Sprachkurs belegt. Die UAB bietet auch einen an, denen auch viele Erasmus Studenten belegt haben, jedoch waren die Erfahrungen damit eher negativ. Ich habe aufgrund der Entfernung der UAB zu meiner Wohnung einen Sprachkurs im Stadtzentrum belegt (Linguaschools) und war auch sehr zufrieden. Der Vorteil bei dem Sprachkurs der UAB ist jedoch, dass man sich eventuell auch hierfür ECTS-Punkte anrechnen lassen kann, was ich mit meinem leider nicht konnte
Unterkunft
Die UAB liegt außerhalb von Barcelona in den Bergen (Bellaterra). Dort gibt es die Möglichkeit in einem Studentenwohnheim (Vila universitària) zu wohnen, was auch viele Erasmus Studenten gemacht haben. Ein paar meiner Freunde haben dort gewohnt und dessen Erfahrungen waren sehr unterschiedlich. Manche haben sich super mit ihren Mitbewohnern verstanden und es gab auch viele Aktivitäten im vila selbst, andere haben aber eher nicht so gute Erfahrungen mit ihren Mitbewohnern gemacht oder es wurde durchgängig in ihrem Haus renoviert. Da es dort jedoch fast nur Doppelzimmer gab und es sehr weit vom Zentrum Barcelonas entfernt war, habe ich mich dazu entschieden in eine WG im Zentrum zu ziehen. Diese habe ich in einer der Facebook Gruppen gefunden wo viele ihre Zimmer anbieten, hier muss man jedoch aufpassen, dass es keine Betrüger sind. Ansonsten kann man es auch über Webseiten und Agenturen wie spotathome oder idealista versuchen. Manche sind auch erstmal in einem Hostel geblieben und haben dann erst vor Ort nach einer Wohnung gesucht. Die Mieten liegen im Stadtzentrum zwischen 350-550€ für ein Zimmer in einer WG, jedoch würde ich ein Zimmer mit Fenster empfehlen, was dort nicht immer so selbstverständlich ist.
In Barcelona selbst würde ich empfehlen in El Born, Eixample, Grácia, Barrio Gòtic zu wohnen, was aber schnell sehr teuer werden kann. Eher abraten würde ich von El Raval, da es dort nachts leicht gefährlich werden kann, wenn man alleine rumläuft. Es empfiehlt sich nahe von FGC-Stationen (Placa Catalunya, Provenca, Grácia) zu wohnen, da man mit diesem Zug zur Uni fährt.
Stadt und Umgebung
Bergen ist eine sehr schöne Stadt direkt an der Küste und umgeben von Bergen, von der Größe vergleichbar mit Bochum. Direkt um die Stadt herum sind wunderschöne Wanderruten, Bergseen und Wasserfälle zu finden. In der Stadt gibt es ein reges Studentenleben. Hierfür braucht man nur 15/ 20 Min mit ÖPNV zu fahren und zeitgleich findet man sich in 20 Min. mitten in der unberührten Natur wieder. In der Provinz Hordaland, in der Bergen liegt, gibt es mehr als genug zu entdecken für ein Semester. Man sollte jedoch ein wenig naturbegeistert sein und seine Wanderschuhe nicht vergessen.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Ich bin mit B1 nach Norwegen gefahren. Ich habe vorher sporadisch einen Sprachkurs an der Uni besucht. Damit war ich natürlich nicht gerade der mit den besten Englischkenntnissen, als ich im Januar hier ankam. Dennoch bin ich ganz gut klargekommen. In der Uni hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten. Doch nach den ersten Wochen kommt man ganz gut klar. Die Norweger*innen sprechen nahezu alle sehr gutes Englisch. Wenn ich jetzt Norwegen verlasse, habe ich laut OLS Test B2/ C1. Wenn ihr also über B1 Niveau seid, habt ihr hier bestimmt kein Problem. Bei B1 müsst ihr euch wie ich wohl ein bisschen mehr anstrengen. Doch wie schon gesagt, es ist durchaus möglich.
Unterkunft
Bei der Unterkunft müsst ihr euch natürlich selbst überlegen, was für euch am Wichtigsten ist. Über das „Studierendenwerk“ Sammen wird euch auf jeden Fall ein Zimmer garantiert. (War zumindest bei mir der Fall). Die Zimmer sind ganz in Ordnung und die Wohnheime sind ganz gut ausgestattet. Sammen bietet auch eine große Vielzahl an Wohnmöglichkeiten. Natürlich werdet ihr hier vor allem mit anderen Erasmusmenschen aus aller Welt zusammenleben. Wenn ihr in eine „echte norwegische Studi-WG“ wollt, müsst ihr euch auf eigene Faust kümmern. Aber auch das ist möglich. Wenn ihr euch früh genug kümmert, solltet ihr auch etwas finden.
Ankunft/Erste Woche
Keine Ahnung, was ich hier schreiben kann. Ihr werdet eure eigenen Erfahrungen schon machen. 😊 Natürlich gibt es eine Einführungsveranstaltung und vieles mehr. Hierüber werdet ihr von der juristischen Fakultät sowie von dem International Office vor Ort per Mail super informiert. Abgesehen davon fliegt die erste Woche eh an euch vorbei wegen all der neuen Eindrücke und Menschen. Der Einstieg wird hier jedem leicht gemacht.
Fächerauswahl
Die Fächerauswahl so wie alles andere findet online statt. Wenn ihr bei der Uni angenommen seid, werdet ihr hierzu einige Mails erhalten. Die sind super verständlich und jeder Schritt ist einzeln aufgeführt. Daher werde ich hierzu nicht viel schreiben. Ein Tipp von mir an der Stelle, schreibt euch ruhig am Anfang für ein paar mehr Kurse ein, um einen Überblick zu bekommen. Abmelden könnt ihr euch später immer noch. Zudem läuft das Semester nicht so ganz wie an der RUB. Es gibt keine/kaum wöchentlich gleichbleibenden Vorlesungen. Die meisten Vorlesungen sind Blockweise auf drei/ vier Wochen komprimiert. Auch dies ist ganz gut zu wissen.
Sonstige Eindrücke
Für mich war das vergangene Semester eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens. Das Beste war auf jeden Fall die atemberaubende Natur. Man verliebt sich so schnell in dieses Land, einfach weil man ein Gefühl von Freiheit und Frieden bekommt, den man im Ruhrpott nicht zwangsweise jeden Tag erlebt. Norweger*innen sind relativ kühl und distanziert. Daher ist es etwas schwierig mit ihnen in Kontakt zu kommen. Hat man sich erst einmal mit ihnen angefreundet, so sind sie unfassbar gastfreundlich und jederzeit bereit, dir mehr von ihrem Land und der Kultur zu zeigen. Wichtig ist, dass Bier und grundsätzlich alle Genussmittel in Norwegen (auch Süßigkeiten) sehr teuer sind.
Einen Tipp kann ich euch geben. Falls es etwas für euch ist, versucht euch mal mit Ultimate Frisbee. Es gibt ein Uni Sportteam (BSI). Hierdrüber findet man sehr schnell den Kontakt zu Norweger*innen, die insgesamt sehr sportbegeistert sind. Da ihr hier aber nebenbei auch noch studieren werdet, noch ein paar Eindrücke hierzu. Ich habe es als eine sehr große Bereicherung empfunden, einmal einen gänzlich anderen Blick auf Jura zu erhalten. Der Aufbau in Norwegen, wie auch in vielen anderen Ländern, unterscheidet sich stark von unserem Rechtssystem. Zudem habe ich durch meine Kurse viel über europäische und internationale Zusammenhänge von Recht gelernt. Unser deutsches Rechtssystem und unser Studium mal aus dieser Perspektive zu sehen, ist eine klare Bereicherung für euer Studium.
Stadt und Umgebung
Bergen ist mit ca. 281.000 Einwohner die zweitgrößte Stadt Norwegens und umgeben von sieben Bergen. Bergen hat den Ruf die schönste Stadt Norwegens zu sein. Ich habe nicht jede Stadt Norwegens gesehen, aber eine sehr schöne Stadt ist Bergen in jedem Fall. Allerdings ist Bergen auch die regenreichste Stadt Europas.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Einen Sprachkurs habe ich vor der Abreise nach Bergen nicht besucht. Meine letzten intensiveren Umgang mit Englisch hatte ich in der Schule und bin nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut zurechtgekommen. Fachspezifische Vokabeln aus der Vorlesungen musste ich aber natürlich nachschlagen. Die Norweger sprechen in der Regel hervorragendes Englisch, sodass man auch ohne ein einziges Wort Norwegisch zurechtkommen könnte. An der Uni werden allerdings auch Sprachkurse angeboten. Einen der Kurse zu besuchen, würde ich empfehlen.
Unterkunft
Die meisten internationalen Studenten werden in Fantoft untergebracht. Die Gebäude sind oder wurden während meines Aufenthaltes renoviert. In Fantoft gibt es ein gut ausgestattetes Fitnessstudio mit diversen Kursen, einen Supermarkt und eine Bybanstation liegt ebenfalls direkt in Fantoft. Zum Stadtzentrum benötigt man mit der Byban gut 20 Minuten. Zum Flughafen sind es ca. 40 Minuten. Wer unter 21 ist, kann sich ein youth ticket kaufen und damit in ganz Hordaland fahren.
Es gibt drei verschiedene Unterbringungsmöglichkeiten: Bachelor Apartment, Einzelzimmer mit einer geteilten Küche und shared rooms (R- und S-Block).
Die Bachelor Apartments sind eine Einraumwohnung mit eigenem Bad und Küche. In den Einzelzimmer mit einer geteilten Küche teilt man sich diese mit 8 Personen. Die Zimmer gehen alle von einem großen Flur ab. Die Chance eins dieser beiden Wohnmöglichkeiten zu ergatten, ist relativ gering, wenn man nur ein Semester in Bergen bleibt.
Wie die meisten anderen Erasmustudenten, die nur für ein Semester bleiben, habe auch ich in einem shared room gewohnt. Dort teilt man sich zu zweit das Zimmer mit Bad (insgesamt 15 qm) und mit insgesamt 15 Personen die Küche. Die Wohnung verfügt auch über einen Balkon mit Sitzgelegenheit. Im Frühlingssemster werden die Zimmer einzeln vermietet, sodass man sich nur mit 8 Personen die Küche teilt. Im R-Block und C-Block gibt es einen Raum mit Waschmaschinen und Trockner, die man für eine bestimmte Uhrzeit reservieren kann.
Wohnt man im R- oder S- Block hat man außerdem Zugang zu einer Dachterasse und einem Gemeinschaftsraum mit Sofas und einer Küche. Gerade bei dieser Wohnform kommt es natürlich sehr stark darauf an mit wem man sich das Zimmer bzw. die Küche teilt. Die Küchen waren in der Regel sehr dreckig. Der von Sammen eingeteilte Putz- und Müllplan hat in unserer Wohnung fast gar nicht funktioniert. Noch um einiges wichtiger, ist wahrscheinlich, mit wem man sich das Zimmer teilt. Es gab zwar auch Leute, die gut miteinander ausgekommen sind, allerdings mindestens genauso viele, bei denen das Zusammenwohnen problematisch war.
Sofern die Möglichkeit besteht, würde ich dazu raten ein Einzelzimmer zu mieten und sich die Küche zu teilen. Die Leute, die in den Einzelapartments gewohnt haben, haben sich oft einsam gefühlt, sodass eine geteilte Küche eine gute Möglichkeit, um Andere zu treffen. Gleichzeitig besteht mit einem Einzelzimmer aber auch die Möglichkeit mal die Türe zu zumachen und seine Ruhe zu haben. Die Wohngarantie, die alle Erasmusstudenten bekommen, bezieht sich allerdings nur auf die shared rooms im R- und S-Block. Für etwas „Besseres“ braucht man entweder Glück oder muss mehr als ein Semester in Bergen bleiben. Natürlich gibt es auch zahlreiche Studentenwohnheime in der Stadt.
Ankunft/Erste Woche
In der ersten Woche wird man in Mentorengruppen eingeteilt. An der juristischen Fakultät werden die norwegischen Erstsemester von den internationalen Studenten getrennt. Zu Beginn gibt es eine Begrüßungsveranstaltung für die internationalen Studenten, sowie eine mit den norwegischen Erstsemester zusammen. Daneben gibt es auch einen Einführung in das norwegische Rechtssystem. Ansonsten wird die O-Woche durch ELSA betreut.
Fächerauswahl
Die Fächerauswahl kann auf der Website der UiB eingesehen werde. Die für
Erasmusstudenten auswählbaren Kurse sind Wahlpflichtkurse für die Norweger, sodass in den Kursen nicht allzu viele Norweger anzutreffen sind. Für die Zulassung zur Klausur ist es in einigen Kursen erforderlich, dass man eine kurze, in der Regel um die 2.000 Wörter umfassende Hausarbeit schreibt, für die man eine Woche Zeit hat. In dieser Woche gab es an der juristischen Fakultät keine Vorlesungen. Die Kurse enden mit einer vierstündigen Klausur, die am Computer geschrieben wird oder einer mündlichen Prüfung.
Ich habe die Kurse Introduction to Chinese Law, Comparative Private Law und Competition Law gewählt. Chinese Law hat ein Professor aus China unterrichtet, sodass die Vorlesung zwei Wochen am Stück gehalten wurde, weil er anschließend wieder nach Hause geflogen ist. Chinesisches Recht ist dem deutschen Recht sehr ähnlich, sodass es oft mehr eine Wiederholung ist. Die Klausur bestand aus zwei Teilen. Im ersten Teil konnte man zwei aus vier Fragen zur Beantwortung wählen und der zweite Teil bestand aus einem kurzen Fall. Die angesetzten vier Stunden zur Lösung waren nicht notwenig.
Die Dozenten für Comparative Private Law kommen aus Indien und Italien, sodass auch dieser Kurs im Block unterrichtet wird. Zunächst hat mir der Kurs im Vergleich zu den anderen nicht so gut gefallen und das Lernen für die Klausur hat sich schwierig gestaltet. Die Klausur war jedoch nicht so schwer wie erwartet. Der Inhalt des Kurses war nicht nur auf Jura beschränkt, sondern beschäftigte sich auch mit Geschichte, Wirtschaft und
Soziologie.
EU Competition Law hat mir von meinen Kursen am Besten gefallen. Die Vorlesung war strukturiert und inhaltlich interessant.
Neben den juristischen Kursen habe ich auch einen Sprachkurs gewählt. Ich habe geplant den U1-Kurs zu wählen. Diese sind jedoch sehr begehrt, sodass ich bereits wenige Minuten nach der Freischaltung um Mitternacht keinen Platz mehr bekommen habe. Stattdessen habe ich einen den Intro-Kurs belegt. Man kennt nach dem Kurs einige wenige Worte, aber vielmehr als sich vorstellen, sein Zimmer beschreiben, über das Wetter reden oder ähnliches, kann man nicht. Das fand ich schade und hätte gerne noch mehr Norwegisch gelernt. Bleibt man zwei Semester oder mehr, sollte man beachten, dass man nach dem Intro-Kurs nicht anschließend den U2-Kurs belegen kann. Vorausgesetzt man möchte umfangreichere Norwegischkenntnisse erlangen, sollte man im ersten Semester deshalb den U1-Kurs belegen.
Sonstige Eindrücke
Die UiB ist sehr gut organisiert. Vor dem Aufenthalt bekommt man regelmäßige E-Mails mit Informationen über den Ablauf und Hinweise, welche Schritte als Nächstes eingeleitet werden müssen. Natürlich steckt hinter der Organisation eines Auslandssemester auch ein wenig Arbeit, doch die UiB übernimmt durch die umfangreichen Information – auch auf der Website – viel sonst notwendige Recherchearbeit.
Insgesamt hatte ich jedoch den Eindruck, dass die internationalen Studenten durch die extra Gruppen in der Mentorenwoche, das Wohnen in Fantoft und die wenigen norwegischen Studenten in den juristischen Kursen isoliert sind, zumal es ohnehin schwer ist, sich mit Norwegern anzufreunden.
Insgesamt hat mir mein Auslandssemester jedoch sehr gut gefallen und ich würde jedem empfehlen die Chance zu nutzen und in Bergen oder auch woandershin ein Auslandssemester zu verbringen. Mit Ausnahmen von der Wohnsituation in den shared rooms kann ich Bergen und die Uib nur weiterempfehlen und würde mein Auslandssemester auch nochmal dort verbringen.
Stadt und Umgebung
Ich habe mein vergangenes Semester in Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens verbracht. Bergen ist nicht zu groß und klein und eine wunderschöne Hafenstadt an der Westküste Norwegens, die mit ihrer atemberaubenden Natur und den sieben Bergen und auch den Fjorden in der Umgebung für ein Semester eine Menge zum Entdecken bietet.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Vor Beginn meines Auslandsaufenthaltes habe ich keinen Sprachkurs besucht. Das war aber, wie ich nach Ankunft schnell festgestellt habe, auch gar nicht nötig. Meinen letzten intensiven Umgang mit Englisch hatte ich nach meiner Schulzeit in Australien, trotz dessen bin ich ganz schnell wieder reingekommen, Englisch zu sprechen. Die meisten Norweger sprechen auch perfektes, oder zumindest ausreichendes Englisch, um sich zu verständigen. Auch wenn man ohne ein Wort Norwegisch zu recht kommt, kann ich es nur jedem wärmstens ans Herz legen, einen Sprachkurs zu besuchen, um einen kleinen Einblick in die Kultur und die Sprache des Landes zu bekommen. Die meisten Kurse an der Uni werden auch auf Englisch angeboten.
Unterkunft
Über ,,Sammen“ wird jedem Studenten ein Wohnplatz garantiert. Dieses Angebot würde ich auf jeden Fall wahrnehmen, da dort bezahlbarer Wohnraum angeboten wird. Ich habe während meines Semesters in Fantoft, der ,,Studentenstadt Bergens“ gewohnt, die super an die Innenstadt angebunden war. Mit dem Youth Ticket (für alle bis 20 Jahre) kann man auch zu einem niedrigeren Preis durch ganz Hordaland fahren und auch noch einige Busse und Fähren außerhalb von Bergen umsonst nutzen. In Fantoft haben die meisten internationalen Studenten gewohnt, demnach war dort ein reges Studentenleben und man hatte die Möglichkeit, schnell Kontakt zu Studenten aus aller Welt und auch zu Norwegern zu knüpfen. Bleibt man jedoch nur ein Semester dort, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass man ein shared room zugeteilt bekommt. So habe auch ich in einer 16-er WG gelebt und mir mit einer Person das Zimmer mit einem Bad geteilt und mit insgesamt 15 anderen die Küche. Die Wohnungen waren super modern und gut ausgestattet und haben zudem über einen Wohn- und Essbereich sowie einen Balkon verfügt. Dadurch musste man sich nicht immer im Zimmer aufhalten und konnte der Situation mit den geteilten Zimmern auch durchaus mal aus dem Weg gehen. Außerdem gibt es eine Dachterrasse, einen common room und einen Club in Fantoft, welche von allen Studenten genutzt werden kann. Vor allem im August, als es noch warm war, konnte man auf dem Dach Grillen oder Sport machen und die Zeit mit seinen Freunden verbringen.
Ankunft und erste Woche
Wichtig bei der Vorbereitung ist es zu beachten, dass in Norwegen fast ausschließlich mit Karte bezahlt wird, weshalb es definitiv sinnvoll ist, sich eine Kreditkarte zuzulegen, mit der man gebührenfrei in Fremdgewährung zahlen kann. Aufgrund von Corona wurde für die Erasmus-Studenten leider keine O-Woche veranstaltet. Allerdings bietet ELSA eine Buddy-Week an, an welcher ich selbst leider nicht teilnehmen konnte, weil es nur eine begrenzte Teilnehmeranzahl gab. Hat man jedoch die Möglichkeit, an dieser Woche teilzunehmen, würde ich dies auf jeden Fall tun, um so auch paar einheimische Studenten kennenzulernen, da man ansonsten doch sehr in seiner Erasmus bubble bleibt.
Fächerauswahl
Bergen hat eine unfassbar schöne Fakultät direkt am Hafen mit Blick aufs Meer und es gibt verschiedene Fächer für internationale Jurastudenten, die auf Englisch gelesen werden. Zudem ist die UiB sehr gut organisiert. Ich habe die Fächer Introduction to Chinese Law, International Civil Procedure und Comparative Private Law belegt. Für manche Vorlesungen war es notwendig, ein Paper abzugeben, um zur Abschlussklausur zugelassen zu werden. So musste ich ein 1.500 Wörter umfassende Hausarbeit in International Civil Procedure schreiben. Dies war im vergangenen Semester auch die einzige Veranstaltung für mich, welche an der Fakultät stattgefunden hat und als Blockveranstaltung nur 2 Wochen stattgefunden hat. Die anderen beiden fanden aufgrund von Corona online statt. Neben den juristischen Kursen habe ich noch den norwegischen Intro Kurs besucht. Die Kurse sind so begehrt, dass man sich direkt nach Freischaltung anmelden sollte. Wie bereits erwähnt kann ich nur jedem empfehlen eine solchen Kurs zu belegen und wenn man nur ein Semester da ist auch nur den Intro Kurs belegen, da ansonsten zu viel Zeit draufgeht. Zwar lernt man in dem Kurs nur die Basics, aber ich fand es sehr gut, um ein bisschen mehr über die Kultur kennenzulernen und mich ein wenig auf Norwegisch verständigen zu können und der Kurs hat zudem sehr viel Spaß gemacht.
Sonstige Eindrücke
Wenn ihr nach Bergen geht, vergesst auf keinen Fall wasserfeste Kleidung und Wanderschuhe. Man wird kaum drum rumkommen, die sieben Berge zu besteigen und auch die Landschaft in der Umgebung zu erkunden. Ich kann empfehlen, sich die Hütten von DNT anzusehen, da man dort zu fairen Preisen auf wunderschönen Hütten übernachten kann. Falls ihr noch Equipment braucht, könnte ihr BUA aufsuchen. Dort gibt es für verschiedenste Aktivitäten Ausrüstung, teilweise sogar für Studenten umsonst. Da die Uni wirklich nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, rate ich jedem die Zeit so gut es geht zu nutzen und das ganze Land zu erkunden. Von Hüttenübernachtungen oder Camping, Kayaking, einer Gletschertour oder Huskytour und Städtetrips bis hin zu atemberaubenden Wanderungen war in meinem Semester alles dabei. Gerade in Richtung Norden entlang der Westküste bis hin zu den Lofoten lohnt es sich einfach durch das Land zu reisen. Außerdem kann ich jedem empfehlen, in Voss oder Geilo Ski fahren zu gehen. Mein Semester in Bergen war eines der besten Erfahrungen meines Lebens. In den Monaten habe ich so viel vom Land und seiner atemberaubenden Natur gesehen, neue Sachen entdeckt und Freunde fürs Leben gefunden. Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, ins Ausland zu gehen, überlegt nicht zweimal, weil es einfach eine einmalige Erfahrung ist, die euch niemand nehmen kann, ihr euren Horizont auch mal neben dem Jurastudium erweitert und zudem noch finanziell unterstützt werdet. Für mich persönlich hätte ich dabei kein besseres Ziel als Bergen wählen können.
Stadt und Umgebung
Ferrara liegt im nördlichen Teil von Italien in der Po-Ebene in der Emilia-Romagna. Mit knapp 130.000 Einwohnern ist es ein überschaubares, gemütliches Städtchen, aber durchaus sehenswert. Im historischen Stadtkern, welches von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurde, spielt sich das Studentenleben ab. Man trifft sich in einem der zahlreichen Cafés zum Kaffeetrinken, abends in den Bars für einen Aperitif oder man schlendert durch die Einkaufsstraße.
Die UNIFE wurde 1391 gegründet und ist somit eine der ältesten Universitäten Europas. Es gibt kein zentrales Campus-Gelände, sondern die Fakultäten befinden sich, oft in alten Palästen, über die ganze Innenstadt verstreut. Die juristische Fakultät liegt etwa 10 Gehminuten vom Stadtmittelpunkt entfernt und kann mit alten Wandmalereien und einem fakultätsinternen Garten punkten.
Von Ferrara aus kann man für wenig Geld viele Orte mit dem Zug innerhalb von 90min erreichen. Hierzu zählen Venedig, Padua, Ravenna und Bologna. In den Sommermonaten fährt zudem ein Bus zu den 50km entfernten Badeorten an die adriatische Küste. Vom nahe gelegenen Flughafen in Bologna, der mit Ferraras Zentrum durch einen zuverlässigen Shuttle-Service verbunden ist, kann man weiter entfernte Ziele wie Neapel und Sizilien erreichen.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Bereits ein Jahr vor Antritt des Aufenthaltes habe ich angefangen, Italienisch zu lernen. Zunächst in einer Kleingruppe einmal wöchentlich bei einer Muttersprachlerin, später habe ich dann noch einen Sprachkurs des Zentrums für Fremdsprachenausbildung (ZFA) belegt, sowie eine italienische Tandem-Partnerin ausfindig gemacht. Insbesondere die Teilnahme am Tandem-Projekt, welches ebenfalls durch das ZFA organisiert wird, ist eine große Hilfe, in Konversationen sicher zu werden.
Für die durch die Universität Ferrara angebotenen Sprachkurse muss ein Einstufungstest absolviert werden, für den man sich innerhalb einer bestimmten Frist online angemeldet haben muss. Falls man einen solchen Kurs absolvieren möchte, sollte man daher diese Frist im Auge behalten. Für die Teilnahme muss man zwischen 60 und 70 Euro bezahlen und es kann vorkommen, dass der Unterricht mit den Vorlesungen kollidiert.
Unterkunft
Während meiner zwei Semester in Ferrara habe ich in einer WG mit drei italienischen Studentinnen gewohnt. Die Wohnung lag 5 Gehminuten vom Stadtmittelpunkt entfernt. Wohnungen innerhalb der Stadtmauern im historischen Teil Ferraras sind besonders charmant. Die in den verwinkelten Gassen liegenden Altbauten liegen wenige Gehminuten von der Piazza entfernt und haben oft Dachterrassen oder Balkone mit Blick in einen grünen Innenhof oder auf die Dächer der Altstadt.
Um eine Wohnung sollte man sich früh genug bemühen. Seit kurzer Zeit sind einige Studiengänge in Ferrara nicht mehr zulassungsbeschränkt, weshalb die Zahl der Studenten deutlich angestiegen ist und sich somit die Situation auf dem Wohnungsmarkt angespannt hat.
Ankunft/Erste Woche
Mitte September, zwei Wochen vor dem offiziellen Vorlesungsbeginn, hat die UNIFE ein Willkommenstreffen für die internationalen Studenten organisiert. Hier wurden der Ablauf erklärt, wichtige Informationen weitergegeben und Ansprechpartner vorgestellt.
An der juristischen Fakultät werden Vorkurse/Einführungskurse angeboten, die schon vor Vorlesungsbeginn starten, sodass es für die Juristen bereits vor der offiziellen Vorlesungszeit losgeht. Die juristische Fakultät selbst bietet einen Italienisch-Crash-Kurs an und begrüßt ihre Studenten auch noch in kleinerem Kreis, bei dem man die Koordinatoren und Kommilitonen kennenlernen kann.
Fächerauswahl
Das Kursangebot ist vielfältig und international ausgerichtet. Es gibt Vorlesungen zu verschiedensten internationalen Rechtsgebieten auf Englisch, viele Gast-Vorträge von Professoren aus aller Welt und immer wieder Seminare, die man bei Interesse besuchen kann, wobei die Kursgröße immer angenehm klein ist (ca. 5-40 Studenten). Die Prüfungen sind schriftlich oder aber auch mündlich, einige wenige Vorlesungen haben eine Anwesenheitspflicht.
Natürlich kann man aber auch die italienischen Vorlesungen besuchen und ein anderes Rechtssystem kennenlernen. Hierfür kann man sich von den Professoren in der ersten Woche vor Ort beraten lassen oder auch schon per Mail vor der Anreise nachfragen, da der Inhalt der Veranstaltungen nicht unbedingt deckungsgleich mit unseren deutschen Fächern ist. Ein gutes B1 Level und ein gewisses Maß an Motivation reichen aus, um den Vorlesungen folgen zu können. Manche Professoren sind bereit, den Prüfungsumfang für ausländische Studenten etwas zu reduzieren.
Sonstige Eindrücke
Ferrara ist eine Fahrradstadt. Innerhalb der Stadtmauern ist alles innerhalb von wenigen Minuten bequem per Rad zu erreichen. Auch wenn man nur ein Semester bleibt, sollte man sich ein einfaches Rad anschaffen, welches man danach auch wieder gut verkauft bekommt. Ebenso empfehlenswert ist ein gutes Fahrradschloss, sowie das Rad immer an einem Pfosten oder Fahrradständer festzumachen, damit es von Dieben nicht einfach weggetragen werden kann. Auch wenn Ferrara nicht weltbekannt ist, empfehle ich es sehr, ein oder auch zwei Semester dort zu verbringen. Durch die Überschaubarkeit der Stadt hat man eine familiäre Atmosphäre und kommt schnell mit den Leuten in Kontakt. Sobald man das Haus verlässt, trifft man einen Bekannten. Dadurch, das alles zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar ist, kann man vollständig auf das Auto und öffentliche Verkehrsmittel verzichten und so Zeit sparen, was für mich einen großen Pluspunkt im Vergleich zu Bochum dargestellt hat. Da beinahe jeder in der näheren Umgebung wohnt, kann man sich auch spontan auf einen Kaffee, Spritz oder Wein treffen. Im Frühling, Sommer und Herbst finden beinahe jedes Wochenende Feste, Märkte und Aktionen im Zentrum statt. Somit ist Ferrara eine Stadt, die nicht so klein ist, als dass man sich langweilen könnte, aber auch nicht so groß, als dass man in der Großstadthektik und den Touristenströmen verloren gehen würde.
Vom 01. August bis zum 15. Dezember 2018 war ich als Austauschstudentin an der National Law University in Delhi. Im Folgenden werde ich über meine Vorbereitung und meine Zeit vor Ort berichten.
Vorbereitung
Mein Auslandssemester begann mit einer Bewerbung beim Zentrum für Internationales (ZfI) der Juristischen Fakultät. Ich wollte mein Auslandssemester außerhalb von Europa verbringen, um eine komplett andere Kultur und eine andere Lebensweise kennenzulernen als die europäische. Deshalb war ich Feuer und Flamme, als ich von der Kooperation des ZfI mit der NLU hörte, weil ich insbesondere zu Indien auch ein besonderes Verhältnis habe.
Die notwendigen Bewerbungsunterlagen und Fristen konnte ich der Webseite des ZfI entnehmen. Bei Unklarheiten konnte ich mich problemlos an das ZfI wenden, das mir meine Fragen immer schnell beantwortet hat.
Nachdem ich alles fristgerecht eingereicht hatte, wurde ich zu einem Auswahlgespräch mit dem zuständigen Professor und anderen Verantwortlichen eingeladen. In diesem wurde sich ein persönlicher Eindruck von mir verschafft und meine Motivation hinterfragt. Das Gespräch verlief sehr entspannt und ließ mich auf eine positive Rückmeldung hoffen. Bald bekam ich dann die endgültige Zusage für mein Vorhaben. Das ZfI informierte das International Office der NLU. Als ich von dort dann auch die Bestätigung bekommen hatte, war alles in trockenen Tüchern.
Die Planung des Auslandsaufenthaltes konnte beginnen. Das ZfI hat mich unter anderem auf eine Förderungsmöglichkeit durch ein Stipendium, eine notwendige Auslandskrankenversicherung und Impfungen hingewiesen. Nachdem ich mich auch selbst informiert hatte, habe ich mich beim International Office der RUB für ein DAAD-Stipendium beworben, wofür ich kurz vor meinem Abflug auch ausgewählt wurde.
Zudem habe ich eine Auslandskrankenversicherung beim ADAC, befristet auf fünf Monate, abgeschlossen. Über notwendige und empfohlene Impfungen habe ich mich auf der Webseite des Auswärtigen Amtes informiert. Dies sollte man frühzeitig tun, da manche Impfstoffe für vollständigen Schutz mehrmals und in gewissen Abständen geimpft werden müssen. Ich habe mich beim Gesundheitsamt impfen lassen, was den Vorteil hat, dass alle, auch exotische Impfstoffe, vorhanden sind. Allerdings muss man bar in Vorkasse treten. Meine Krankenkasse hat aber nach Einschicken der Rechnungen sofort alle Kosten für Impfstoffe erstattet.
Für den Aufenthalt in Indien benötigt man ein Visum, in diesem Fall ein Studentenvisum. Für ein solches musste ich zunächst beim offiziellen Dienstleister des indischen Generalkonsulats in Frankfurt online einen Antrag ausfüllen, der aus einem Fragebogen bestand. Diesen habe ich dann zusammen mit meinem Reisepass und den anderen notwendigen Unterlagen für ein Studentenvisum nach Frankfurt geschickt und das Visum wird daraufhin erteilt. Obwohl ich mein Visum bereits zwei Monate vor Abflug beantragt hatte (auf der Webseite wird darauf hingewiesen, dass keine Anträge mehr als zwei Monate vorher bearbeitet werden), wurde mein Reisepass samt Visum auch nach Ablauf der im Internet angegebenen Bearbeitungszeit nicht an mich zurückgeschickt. Nach einigen Telefonaten und schlaflosen Nächten erreichte mich der Reisepass samt Visum dann schließlich zwei Tage vor Abflug.
Zur Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes gehört natürlich auch die Suche nach einer Unterkunft. Da die NLU ihre Austauschstudenten aber in den Hostels auf dem Campus zusammen mit den anderen Studenten unterbringt, musste ich mich nicht um die Wohnungssuche kümmern. Ich habe lediglich eine Mail geschrieben, um nach Verfügbarkeit und Preis eines Hostelzimmers zu fragen.
Da ich bereits eine Kreditkarte besaß, musste ich mich auch darum nicht mehr kümmern. Ansonsten muss diese natürlich auch rechtzeitig beantragt werden.
Vor Ort
Nachdem ich an all diese Dinge gedacht, alles geplant und Flüge gebucht hatte, ging es für mich dann Ende Juli nach Delhi. Da die Uni nur um die 400 Studenten hat, ist der Campus nicht sehr groß und ich habe mich schnell zurechtgefunden. Ich war in einem Einzelzimmer im Girls Hostel untergebracht, in dem ich mich sehr schnell wohl fühlte. Alle Zimmer waren mit Ventilator und Klimaanlage, die im Winter auch als Heizung diente, ausgestattet. Die großen Badezimmer habe ich mit mehreren Studentinnen geteilt. Ca. 8-9 Studentinnen haben sich immer ein Badezimmer mit zwei Toiletten, zwei Duschen und drei Waschbecken geteilt. In die Quere gekommen sind wir uns nie. Es gab eine Putzkolonne, die täglich die Flure und Badezimmer gewischt hat und auf Nachfrage auch die Zimmer.
Zu Beginn durfte ich mir zwei Pflichtfächer und drei Seminarkurse aussuchen, die ich während meines Aufenthaltes belegen wollte. Neben meinem Interessenschwerpunkt habe ich bei der Auswahl auch berücksichtigt, wann die Kurse stattfinden. So hatte ich Freitag bis Sonntag frei und konnte die Wochenenden oft zum Reisen nutzen.
Der Tag in Delhi fing für mich immer gegen 8 Uhr morgens an, da alle Vorlesungen um 9 Uhr begannen. Eine Vorlesung geht 45 Minuten, sodass meine zwei Pflichtkurse um 10.35 Uhr beendet waren. An drei Tagen die Woche hatte ich nachmittags dann zudem die jeweils dreistündigen Seminarkurse. Da ich nur zwei Kurse hatte, die auf das Internationale Recht abzielten, war es für mich teilweise schwierig, den anderen Kursen zu folgen. Das lag nicht an der englischen Sprache, alle Lehrer waren sehr gut zu verstehen. Das Rechtssystem in Indien ist aber das Common-Law-System, mit dem ich vorher nicht vertraut war. Das hat es mir schwer gemacht, in den Kursen in die Tiefe zu gehen und alles auf Anhieb zu verstehen.
Obwohl ich während des Semesters einige Aufgaben erledigen musste, wie z.B. jeweils eine Projektarbeit für die beiden Pflichtfächer schreiben, Präsentationen vorbereiten und Abschlussarbeiten für die Seminarkurse schreiben, hatte ich sehr viel Freizeit. Diese habe ich fast ausnahmslos dazu genutzt, Delhi zu entdecken und kennenzulernen. Mit mehr als 26 Mio. Einwohnern ist Delhi eine riesige Stadt, die einiges zu bieten hat. Nach den 4,5 Monaten kann ich sagen, dass ich wirklich die gesamte Stadt gesehen habe. Ich habe Sehenswürdigkeiten besichtigt, Zeit in Parks und Gärten verbracht, in außergewöhnlichen und besonderen Cafés die indische Küche genossen, Kinofilme angeschaut, geshoppt und tolle Feiertage miterlebt.
Da ich vorher schon einmal in Indien war, waren mir die Kühe, Hunde und Affen auf der Straße, die für Indien typischen Rickshaws, das stetige Gehupe der Autos und die vielen Menschen nicht fremd. Delhi, und Indien generell, hat einfach einen ganz besonderen Charme, durch den ich mich vom ersten Tag an total wohl gefühlt habe. Das Leben in Deutschland habe ich nur dann vermisst, wenn administrative Dinge in der Uni, wie für Indien typisch, eher langsam und nur auf mehrmalige Nachfrage erledigt wurden. Aber so ist es in Indien halt.
Im Zeitraum von August bis Dezember gibt es in Indien viele Feiertage, an denen die Uni dann auch Ferien hatte. So konnte ich mein ohnehin schon langes Wochenende oft durch Feiertage verlängern und verreisen. Da Indien so riesig und vielfältig ist, ist es hilfreich, sich schon im Vorfeld Gedanken zu machen, wo man gerne hin möchte. Ich hatte mir eine lange Liste gemacht, von der ich vieles, aber nicht alles, geschafft habe. Dafür waren 4,5 Monate dann doch zu kurz. Dennoch habe ich viele schöne Orte bereist und würde das auch jedem empfehlen. Kein Ort ist wie der andere. Es bestehen Unterschiede in der Sprache, dem Essen, der Natur und der Mentalität der Menschen. Die Vielfalt ist ein Grund, warum Indien es mir angetan hat.
Fazit
Abschließend kann ich sagen, dass ich nur positive Erinnerungen und Erfahrungen aus Delhi mitgenommen habe. Ich habe die Zeit ausschließlich genossen und würde es immer wieder tun.
Abgesehen von den unvergesslichen Erlebnissen und dem Blick über den Tellerrand bin ich davon überzeugt, dass ich mich auch persönlich weiterentwickelt habe. Indien als Destination für einen Auslandsaufenthalt mag vielleicht auf den ersten Blick einige Studenten abschrecken, weil man in Deutschland doch meistens nur Negatives hört. Aber ich kann nur dazu ermutigen, diese einmalige Chance zu nutzen und das Abenteuer zu wagen. Ich selbst habe mich in Delhi nie unwohl oder unsicher gefühlt. Natürlich lässt sich nicht leugnen, dass in einer Stadt mit 26 Mio. Einwohnern auch die Kriminalitätsrate höher ist. Dennoch konnte ich mich in Delhi frei und ohne Angst oder Unbehagen bewegen.
Auch wenn ich von der Lehre aus der Uni aufgrund des Common-Law-Systems eher wenig für mein Studium in Deutschland mitgenommen habe, war es eine tolle Erfahrung, eine andere Uni und eine andere Lehrweise kennenzulernen. Allerdings muss ich sagen, dass die Betreuung der Austauschstudenten an der NLU verbesserungswürdig ist. Teilweise wurde ich mit Fragen oder Problemen bzgl. meiner Kurse alleine gelassen und habe nur nach mehrmaliger Anfrage eine Antwort bekommen. Dieser Umstand sollte aber niemanden davon abhalten, an die NLU zu gehen.
Ich bin nicht als derselbe Mensch zurückgekehrt, als der ich nach Delhi geflogen bin. Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber aus verschiedenen Gründen war das leider nicht möglich. Meine nächste Reise nach Delhi ist aber schon geplant. Jedem, der auf der Suche nach etwas Neuem, Unbekanntem ist, kann ich nur empfehlen, das Abenteuer zu wagen und sich auf das Land und die Stadt einzulassen. Ich habe es keine Sekunde bereut. Ganz im Gegenteil. Jetzt, wo ich wieder in Deutschland bin, fehlt mir Delhi sehr.
Vorbereitung
Im Juli 2017 hieß es für mich: Abenteuer Indien. Als erste Studentin der Ruhr-Universität verbrachte ich das Wintersemester 2017/2018 an der National Law University Delhi. Nachdem ich mich – etwa ein halbes Jahr vor Abreise – am Zentrum für Internationales der juristischen Fakultät erfolgreich auf einen Platz im Rahmen dieser neuen Universitätskooperation bewarb, gingen die Vorbereitungen direkt richtig los. Die Beantragung des Visums, die Herstellung des notwendigen Impfschutzes, der Abschluss von Versicherungen, die Beantragung von Stipendium und einer Auslandsförderung nach dem BaföG nahmen einige Zeit in Anspruch.
Universität
Nach der Ankunft in Neu-Delhi bezog ich mit einer weiteren Austauschstudentin unser Zimmer im Wohnheim auf dem Campus der NLUD und sogleich begannen die ersten Orientierungsveranstaltungen. Das Studium an der NLUD ist mit dem eher frei gestalteten Universitätssystem in Deutschland kaum zu vergleichen. Zwar können Austauschstudenten aus dem umfangreichen Kurskatalog ihre Kurse und Seminare frei zusammenstellen, unterrichtet werden diese jedoch täglich für 45 Minuten und es besteht Anwesenheitspflicht. Die NLUD gilt als eine der besten Universitäten des Landes für das Fach Rechtswissenschaft und die indischen Studenten müssen zuvor einen anspruchsvollen Eingangstest bestehen. Dementsprechend sind die Anforderungen in den Kursen und Seminaren hoch. In jedem Kurs wird mindestens ein Forschungsprojekt angefertigt. Zudem werden Mid-Semester sowie End-Semester Klausuren geschrieben.
Bei Fragen oder Verständnisproblemen sind die Kommilitonen sowie auch die Dozenten jederzeit hilfsbereit. Generell herrscht auf dem Campus ein sehr freundliches und kollegiales Verhältnis zwischen Fakultätsbeschäftigten und Studenten, das durch die Nähe auf dem Campus, d.h. die kurzen Wege zwischen Unterrichtsräumen, Bibliothek, Mensa und Wohnheimen noch gefördert wird.
Freizeit
Neben diesen anspruchsvollen Aspekten des Studiums gestalteten sich Alltag und Freizeit an der NLUD erfreulich und einfach. Da Indien unzählige Möglichkeiten bietet, habe ich viele Wochenenden sowie die Woche Herbstferien auf Reisen verbracht. Diese können dem Studentenbudget entsprechend günstig gestaltet werden. Durch die abwechslungsreichen Landschaften und vielfältigen Kulturen und Religionen des Landes bieten sich Reisen in das Himalaya-Gebirge im hohen Norden des Landes, aber auch an den Strand im Süden des Landes, zum Heiligtum des Sikhismus, dem goldenen Tempel im Amritsar, zum buddhistisch geprägten Exil des Dalai Lama in Dharamsala, zu den heiligen hinduistischen Städten Rishikesh, Haridwar und Varanasi sowie auch einfach zu den aus der Zeit der muslimischen Herrscher stammenden Sehenswürdigkeiten Delhis, an. Allein in Delhi kann man seine Freizeit mit kulturellen, sportlichen und nicht zuletzt kulinarischen Abenteuern füllen.
Fazit
Als Fazit kann festgehalten werden, dass ein Auslandssemester an der NLUD in Indien nicht mit einem Erasmus-Semester vergleichbar, aber empfehlenswert für jeden ist, der ein fremdes Rechtssystem kennenlernen und seinen Horizont erweitern möchte und nicht davor zurück schreckt, gelegentlich an seine Grenzen zu stoßen.
Stadt und Umgebung
Athen selbst habe ich trotz des Großstadtcharakters als nicht allzu überfüllt wahrgenommen. Allerdings habe ich am Abend meiner Anreise einen kleinen Kulturschock erlitten, als ich beobachtete, wie drei Personen gegenüber von meinem Hauseingang Drogen konsumierten. Zudem erschien mir die Stadt sehr dreckig und es war ungewohnt, dass Schwarzhandel so offen auf der Straße praktiziert wurde.
Nach ein paar Tagen habe ich mich aber an die Umstände gewöhnt und bereits die schönen Seiten Athens, von denen es sehr viele gibt, entdeckt. Was mir besonders positiv aufgefallen ist, ist, dass die Geschichte Griechenlands durch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Denkmäler erhalten ist. Im Vergleich zu anderen Großstädten ist in Athen eben nicht jeder Fleck bebaut und modernisiert worden.
Abgesehen davon bietet Athen verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Neben den Sehenswürdigkeiten, die von Studenten kostenfrei besucht werden können, kann man günstig essen und feiern gehen und die Stadt gut zu Fuß erkunden. Ein Spaziergang durch die Viertel Plaka, Monastiraki und Exarchia lohnt sich. Vom Hafen in Piräus aus lassen sich außerdem die vielen kleinen Inseln um Athen herum schnell und kostengünstig erreichen. Zu meinen persönlichen Favoriten zählen Ägina und Hydra.
Auch eine Reise nach Thessaloniki sollte man sich nicht entgehen lassen, da dort nicht nur die Stadt, sondern auch die Strände locken.
Gerade am Anfang sollte man auch an den Kennenlerntrips, die von ESN organisiert werden, teilnehmen, um neue Kontakte zu knüpfen. Ich habe auf Santorini viele Studenten kennengelernt, die später zu guten Freunden geworden sind.
Die Menschen vor Ort habe ich als sehr offen, warmherzig und gastfreundlich wahrgenommen. Ich habe mich bereits vom ersten Tag an gut aufgenommen und integriert gefühlt. Die Bemühungen um die griechische Sprache wurden wertgeschätzt und mit Freundlichkeit belohnt.
Griechenland hat viel zu bieten, was mir persönlich vor meinen Auslandsaufenthalt gar nicht bewusst war. Natürlich verlief die Organisation nicht immer reibungslos und man sollte sich von der Pünktlichkeit und einem geordneten Verkehrssystem verabschieden, aber insgesamt habe ich eine unvergessliche Zeit in Athen verbracht. Anzumerken ist abschließend noch, dass die Menschen trotz der vorherrschenden Finanzkrise lebensfroh sind und einen Charme versprühen, von dem wir uns auch noch eine Scheibe abschneiden können.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Vor meinem Auslandsaufenthalt habe ich keinen vorbereitenden Sprachkurs besucht. In Athen habe ich einen griechischen Sprachkurs besucht. Dieser fand zweimal die Woche à drei Stunden statt und hat eine Grundlage gebildet, um sich im Alltag verständigen zu können. Am Ende des Kurses wurde ein Sprachtest absolviert und bei erfolgreichem Bestehen hat man das Level A1 erreicht.
Unterkunft
Ich habe in einer WG mit drei weiteren Studenten gewohnt. Meine Unterkunft habe ich über Housing Anywhere gefunden. Die Wohnung befand sich im Stadtteil Kypseli und war zwei U-Bahn-Stationen von der juristischen Fakultät entfernt. In der Umgebung gab es mehrere Einkaufsmöglichkeiten, Bäckereien und Cafés. Die U-Bahn-Station war zu Fuß in ca. sieben Minuten zu erreichen. Die Unterkunft war im Großen und Ganzen in Ordnung, allerdings bei meiner Ankunft nicht sehr sauber. Leider gab es auch nicht viel Tageslicht in der gesamten Wohnung und ein Gemeinschaftsraum hat gefehlt. Im Winter war es wegen mangelnder Heizung oftmals sehr kalt, aber da man meist nur zum Schlafen in der Wohnung war, war dies zu verkraften. Positiv war, dass die gemeinsam genutzten Räume einmal wöchentlich von einer Putzfrau gereinigt wurden. Dafür musste ein monatlicher Aufpreis von 20 Euro gezahlt werden.
Ankunft/Erste Woche
Am Abend meiner Ankunft war ich zunächst überfordert von den Eindrücken, die sich mir boten, wie bereits dem ersten Punkt zu entnehmen ist. Als ich die Wohnung betrat, empfingen mich Dunkelheit und Schmutz, was nach einem langen Tag nicht gerade einladend war. Mein Zimmer wirkte auf mich sehr kahl und ich konnte mir nicht vorstellen, die nächsten fünf Monate dort zu verbringen. Auch der Stadtteil konnte mich anfangs nicht beeindrucken.
Nach der ersten Nacht war ich jedoch positiver gestimmt und habe mich erstmal eingerichtet und es mir gemütlich gemacht. Zudem habe ich angefangen, die Umgebung genauer zu erkunden und bereits die ersten Sehenswürdigkeiten besucht. Da der Orientierungstag erst am 25.09. bevorstand, hatte ich genug Zeit, das schöne Wetter zu genießen und auch das eine oder andere Mal an den Strand zu gehen, der mit der Straßenbahn gut zu erreichen ist.
Bereits ein paar Tage nach meiner Ankunft fanden die ersten ESN-Veranstaltungen statt, auf die ich über Facebook aufmerksam gemacht wurde. Neben diversen Mottopartys standen kulturelle Ausflüge auf dem Programm und es wurde unter anderem ein traditioneller griechischer Abend mit griechischen Spezialitäten und Livemusik organisiert. So hatte man schon vor Vorlesungsbeginn die Möglichkeit, mit den anderen Studenten in Kontakt zu treten.
Außerdem habe ich in der ersten Woche meinen Buddy kennengelernt, der mir vorab zugeteilt wurde. Sie war ebenfalls eine Jurastudentin, die sehr hilfsbereit und offen war. Sie hat mir im Laufe der nächsten Wochen schöne Orte in Athen gezeigt, die vor allem unter Einheimischen beliebt sind. Durch sie habe ich einen intensiveren Einblick in die griechische Kultur erhalten und bin schneller in Kontakt mit anderen Griechen getreten und somit der sogenannten Erasmusblase entkommen.
Fächerauswahl
Ich habe vier rechtswissenschaftliche Veranstaltungen besucht, die ich vorab auf Grundlage des Kurskatalogs ausgewählt habe.
Eine meiner Vorlesungen war „Public Health Law“. Dort habe ich einen Eindruck in das griechische Gesundheitssystem bekommen und zugleich wurde ein Vergleich zu anderen europäischen Gesundheitssystemen hergestellt. Die Abschlussklausur war ein „Take Home Exam“, das in drei Stunden geschrieben werden musste.
Die Vorlesung „National and International Protection of Fundamental Rights“ fand auf Deutsch statt und behandelte den Schutz der Grundrechte in Griechenland. Dabei wurde ein Vergleich zum Bonner Grundgesetz hergestellt. Die aktuelle Rechtsprechung des griechischen Staatsrates wurde besprochen und im Anschluss gab es immer mal wieder Diskussionsrunden.
Eine weitere von mir besuchte Vorlesung war „Intellectual Property Law“, die sich größtenteils auf trademarks fokussierte.
Die Vorlesung „European Law“ hat sich hauptsächlich mit dem Einfluss der EU auf die Mitgliedstaaten beschäftigt. Neben den wichtigsten Institutionen wurde besprochen, wie Gesetze verabschiedet werden und wie der Binnenmarkt aufgebaut ist.
Das Benotungssystem erstreckt sich von 1-10 Punkten. Es werden fünf Punkte benötigt, um eine Klausur zu bestehen. 5-6 Punkte entsprechen der Note „good“, 7-8 Punkte der Note „very good“ und 9-10 Punkte der Note „excellent“.
Beraten und betreut wurde man zum größten Teil von der akademischen Koordinatorin, die entweder per Mail oder während ihrer Sprechzeiten zu erreichen war. Sie war sehr bemüht, verschiedene Angelegenheiten zeitnah zu erledigen und hat, wenn nötig, den Kontakt zu Professoren hergestellt.
Sonstige Eindrücke
Auf meinen Auslandsaufenthalt blicke ich mit einem Lächeln im Gesicht zurück. Es war eine prägende Zeit für mich, in der ich über mich hinausgewachsen bin und neue Erfahrungen sammeln konnte. Obwohl ich mir meine erbrachten Leistungen nicht anrechnen lassen kann, habe ich viel Neues für mein Studium dazugelernt.
Doch das Wichtigste für mich ist, dass ich eine andere Kultur und Sprache kennengelenrt und Freunde fürs Leben gefunden habe. Dahingehend ist mir der Abschied sehr schwer gefallen, aber Besuche in die jeweiligen Länder sind bereits geplant, sodass man definitiv in Kontakt bleiben kann.
Zu meinen schönsten Erlebnissen zähle ich die Kurzreisen, die ich mit meinen Freunden unternommen habe. Ich bin froh, Gleichgesinnte gefunden zu haben, denen es wichtiger war, das Land zu bereisen als lediglich von einer Party zur nächsten zu gehen. Ich kann jedem nur ans Herz legen, sein Gastland zu erkunden – wenn nicht während des Auslandsaufenthalts, wann dann?
Abschließend kann ich noch den Tipp geben, auf seine Wertsachen gut Acht zu geben, da einige meiner Freunde in der U-Bahn bestohlen wurden. Abgesehen davon hält sich die Kriminalitätsrate aber gering und solange man nachts in Gruppen unterwegs ist, hat man definitiv nichts zu befürchten.
Alles in allem habe ich persönlich jedoch eine unvergessliche Zeit erlebt und bereits jetzt steht fest, dass es mich irgendwann wieder nach Athen ziehen wird, denn für mich ist diese Stadt zu einer zweiten Heimat geworden.
Stadt und Umgebung
Athen und auch Griechenland sind natürlich schon aufgrund der reichen Geschichte nicht in einem einfachen Erfahrungsbericht zu bändigen. Ich möchte daher nur auf meine absoluten Highlights aufmerksam machen, die man vielleicht nicht in einem generischen Reiseführer findet.
Absolut empfehlenswert in Athen ist das Ausgehviertel Monsteraki – dort findet man etwas für jeden Geschmack. Man sollte aber vor typischen „Tourifallen“ aufpassen, insbesondere bei Restaurants. Hier muss ich Yiasemi erwähnen, in dem man günstig und gut speisen kann (12 Euro für Vor-, Haupt-, Nachspeise und ein Getränk). Besonders gut findet man sich in dem athenischen Gewirr von Möglichkeiten zurecht, wenn man griechische Unterstützung hat. Ich kann jedem daher wärmstens ans Herz legen, sich bei dem „Buddyprogram“ anzumelden oder den Kontakt zu griechischen Studierenden zu suchen.
Wenn man sich für Museen interessiert, sollten das Benaki-, archäologische und Akropolismuseum besucht werden. Gesagt sei auch, dass man in (fast) allen Museen freien Eintritt als Student genießt. Sollte man den kulturellen Erfahrungskreis noch mehr ausdehnen wollen, sind Besuche in der Starvos Niarchos Foundation und im Megaron unumgänglich. Konzertkarten gibt es für mehr als erschwingliche Preise als Student.
Die wahren Ausflugsschätze sind aber nicht innerhalb der Grenzen Athens zu finden. Empfehlenswert hier ist die Mietung eines Wagens (unbedingt mit Vollkasko). Dabei sollte man sich nicht vom Verkehr in Athen täuschen lassen, außerhalb der Stadtgrenzen muss man nicht minütigen Nahtoderfahrungen entgehen.
Besonders stachen hier Athos (eine autonome Mönchsrepublik im Norden des Landes „Mekka der Orthodoxen“ (man braucht ein Visum, also frühzeitig bewerben)), Meteora (Klöster, die auf Bergen errichtet wurden), Delphi und eigentlich die gesamte Peloponnes heraus. Für zuletzt genannte kann man auch gerne eine Woche einplanen. Besonders eignet sich der Südwesten für Erkundungstouren. Historisch Interessierte sollten in Epidaurus, Mykene, Mystras (man braucht mindestens 2 Stunden) und Monemvasia Halt machen. In Elafonisos findet man einen der schönsten Strände Griechenlands.
Ich kenne mich leider nicht mit den Preisen im Sommersemester aus. Da Hauptsaison ist, könnten sie aber in die Höhe schießen. Im Winter waren wir jedoch häufig die einzigen Touristen und mussten kaum für Unterkunft und Aktivitäten bezahlen. Verstärkt wird dies mit der äußerst freundlichen Studentenprivilegierung – wir mussten in sämtlichen aufgezählten Stätten nichts bezahlen.
Über Griechenland zu schreiben, ohne die Inseln zu erwähnen, ist natürlich fatal. Es bieten sich „Daytrips“ zu allen saronischen Inseln an. Schifffahren ist in Griechenland unglaublich preiswert – wiedermal vor allem als Student (Teilweise kann die Auswahl des Studentenrabats auf Onlineseiten Probleme bereiten. Häufig hilft es, die Seite auf Griechisch umzustellen oder direkt am Haften die Tickets zu erwerben). Hier kann man keinen Fehler machen, außer zu wenig Zeit einzuplanen. Die meisten Inseln sind nämlich größer, als sie auf Google Maps erscheinen. Also lieber ein Mofa oder Auto mieten und man sieht alles, was das Herz begehrt. Unterkünfte auf Inseln sind leider nicht preiswert.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Die Vorlesungen finden größtenteils auf Englisch statt. Einige kann man sogar auf Deutsch oder Französisch besuchen (das griechische Zivilrecht und Verfassungsrecht orientiert sich am deutschen Recht (Übernahme des BGBs) und das öffentliche Recht wohl dem französischen).
Griechische Sprachkurse werden kostenfrei von der Universität angeboten. Den Sprachkurs an sich kann sich sehr empfehlen, leider ist der Unterrichtsstandort weit außerhalb der Innenstadt, in der man aller Voraussicht nach leben und studieren wird. Die Fahrtdauer sind knapp 40 Minuten – in den Wintermonaten ist dies noch schaffbar, im Sommer eher nicht.
Falls man also griechisch lernen sollte – am besten vorab oder autodidaktisch. Die Athener freuen sich ungemein, wenn man über einige griechische Brocken verfügt. Notwendig ist es aber nicht.
Ansonsten reicht Schulenglisch aus, die Latte der sprachlichen Anforderungen ist nicht übermäßig hochgesteckt.
Unterkunft
Dieser Punkt ist mir besonders wichtig: Wenn man eine Wohnung vorab über einen darauf zugeschnittenen Provider wie housinganywhere mietet, wird man aller Voraussicht viel zu viel zahlen und in einer „schlechten“ Gegend wohnen.
Bestenfalls reist man ohne Wohnung an und sucht diese vor Ort mittels einer Besichtigung aus. Sollte man dies nicht tun, sollte man seine Wohnung entweder in Kolonaki, Evanglismo, Neapoli (wobei man dort auf die Nähe zu Exarchia achten sollte), Pagrati oder vielleicht noch in Keramiskos oder Akademia mieten.
Ich möchte hier auch nicht übertreiben. Aber wenn man einem Griechen erzählt, dass man in Omonia, Victoria, Kipseli, Exarchia oder Metaxougrio lebt, wird sich mit der Hand vor den Kopf geschlagen. Und das mit Recht. Man bekommt dort meistens über Anbieter ein Zimmer für ca. 300 Euro, wobei man für den Preis eine ganze Wohnung mieten könnte. Das sagt schon genug über die Viertel aus. Athen ist eine relativ sichere Stadt. Aber mit der Besonderheit, dass sich die Kriminalität in einigen Vierteln kumuliert. Und das sind genau diese zentral gelegenen Gebiete. Dort sollte man nachts – vor allem betrunken – auch nicht alleine durchstolpern und lieber ein Taxi nehmen (die sind grundsätzlich auch billig, solange man über eine App bucht oder direkt auf Griechisch fragt).
Ankunft/Erste Woche
Die läuft sehr entspannt ab. ESN – die freiwillige Studentenorganisation für Erasmus – organisiert viele Parties. Daher bestenfalls schon einige Wochen vor Studienbeginn anreisen. Es gibt zwei obligatorische universitäre Termine und man muss ein paar Unterlagen wegbringen. Dabei ist es aber auch nicht so schlimm, falls man das vergisst oder später macht – hier stimmen ausnahmsweise die Vorurteile über „entspannte“ Griechen – jedoch nicht zu unseren Lasten.
Fächerauswahl
Gewählt habe ich Intellectual Property Law, Investment Law, European Law und International Protection of Fundamental Rights.
Die Sprache in den drei zuerst genannten Veranstaltungen war Englisch – die letzte wurde auf Deutsch unterrichtet.
Grundsätzlich sollte gesagt werden, dass die Erasmus-Jura-Studenten getrennt von den griechischen juristischen Studenten unterrichtet werden. Dadurch ergibt sich eine privilegierte Stellung. Die Anforderungen sind nicht vergleichbar mit denen in Deutschland. Die Abschlussklausuren sind alle auch ohne Lernaufwand gut zu bestehen und die Korrektur ist sehr nett.
Von den genannten Vorlesungen kann ich alle außer European Law empfehlen. Diese wurde nicht durch den organisierenden Professor gehalten, sondern durch im Wochentakt wechselnde Mitarbeiter, die teilweise eher schlecht als recht Englisch sprachen.
Besonders Investment Law und Intellectual Property Law waren interessant. Das dort Gelehrte findet auch Anwendung in der gesamten EU und ist demnach nicht nur nützlich für das universitäre Curriculum, sondern auch im alltäglichen nicht juristischen Leben.
Die National and Kapodistrian University of Athens ist überdies die beste Jura-Fakultät des Landes. Das wird insbesondere am Lehrpersonal merklich. Dies versteht grundsätzlich auch mit wenig Lernaufwand die Kernaussagen und Lehren ihres Fachs verständlich zu gliedern und zu präsentieren.
Stadt und Umgebung
Athen ist eine unglaublich vielfältige Großstadt, dessen antikes Erbe in allen Ecken der (Innen-)Stadt zwischen traditionellen griechischen Gassen und modernen Rooftopbars aufgefunden werden kann. Im Zentrum Athens findet sich eine klassische, europäische Innenstadt vor, welche von der Akropolis und diversen anderen Archäologiestätten umrundet wird. Schlendert man durch die Stadt, zieht ein atemberaubend schöner Anblick die Aufmerksamkeit immer wieder auf das Wahrzeichen der griechischen Hauptstadt. Ist man kein großer Fan von Geschichte und Archäologie, wird dennoch reichlich für einen gesorgt. Begibt man sich in Richtung Süden, findet man in Vouliagmeni schöne Strände mit vielfältigen Freizeitattraktionen. Am besten kommt man dort mit dem KTEL (private Reisebusunternehmen) hin, dessen Preise sehr überschaubar sind. Studenten zahlen einen ermäßigten Preis in Höhe von 2,00 €. Generell sind die Griechen äußerst sozial, sodass man als Student, gegen Vorlage seines Studentenausweises, fast immer mit einer Ermäßigung von 50% rechnen kann. Gerade deshalb kann ich jedem nur ans Herzen legen, die Preisvorteile hinsichtlich Inlandsreisen, vor allem mit der Fähre auszunutzen, um möglichst viele Inseln zu sehen. Als absolutes Highlight möchte ich hier vor allem Oia, Santorini nennen. Man sollte sich hierbei nicht von dem Mythos, dass die kykladischen Inseln unbezahlbar seien einschüchtern lassen. Unbezahlbar ist meiner Meinung ausschließlich der Erfahrung, die man an einem solch magischen Ort macht. Sucht man (richtig) auf gängigen Plattformen wie beispielsweise AirBnB, findet man zur Nebensaison definitiv eine bezahlbare Unterkunft. Und isst man nicht jeden Tag in einem Restaurant mit direktem Blick aufs Meer, unterscheiden sich die Kosten für Verpflegung nicht sonderlich von denen einer deutschen Großstadt. Meine Must-Sees innerhalb Athens sind neben der Akropolis und den Athener Museen, der Lykabettus, die Stavros-Niarchos-Foundation und der Marina Flisvou-Yachthafen. Auch die Rooftopbars mit Blick auf Akropolis in Monasteraki sollte man sich nicht entgehen lassen. Hier empfehle ich einen Besuch am Abend. Meine Favoriten sind die „360-Athens Bar“ und das „A for Athens“. Zu guter Letzt kann ich das Gkazi-Viertel zum Feiern empfehlen. Dort befinden sich die Athener-Nachtclubs mit Veranstaltungen und Musik für Jedermann.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Für den Alltag ist es selbstverständlich von Vorteil, bereits einen VHS-Sprachkurs o.ä. in Deutschland absolviert zu haben. Zwingend notwendig ist es allerdings nicht, da die meisten Griechen, abgesehen von Aussprache und Akzent, gutes Englisch sprechen und Vorlesungen ohnehin in englischer, deutscher und französischer Sprache angeboten werden. Außerdem wird von der Universität ein kostenloser Sprachkurs angeboten, welcher einmal die Woche stattfindet. Die Teilnahme ist freiwillig. Mehr kann ich leider nicht zur sprachlichen Vorbereitung sagen, da Griechisch meine zweite Muttersprache ist.
Unterkunft
Bei der Unterkunftssuche sollte man zwingend einige wichtige Dinge beachten: Gerade für Erasmusstudenten existiert ein reichliches Angebot an Wohnungen von darauf spezialisierten Unternehmen wie z.B. StayinAthens, Errathens, housinganywehre etc. Diese Unternehmen bieten grundsätzlich gute Wohnungen an. Sie befinden sich allerdings in den eher unbeliebteren Gegenden Athens, was meiner Meinung nach, die hohen Preise daher nicht gerechtfertigt. Zu den entsprechenden Gegenden gehören hier insbesondere die Folgenden. Ich lege jedem ans Herz, auf gar keinen Fall in diesen Gegenden zu mieten: Omonia, Viktoria, Metaxourgio.
Durch den Kopf gehen lassen könnte man es sich bei Kypseli und Exarchia. Zentral-Exarchia ist ein von überwiegend (stark) Links-Orientierten bewohntes Viertel, welches erst vor einigen Jahren stückweise, wieder unter die Kontrolle des Staates gelangen konnte. Im Zentrum Exarchias würde ich keine Wohnung mieten, an der Grenze zu Neapoli oder in der Nähe des Leforos Alexandras allerdings schon. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Optimal ist es natürlich, wenn man die Möglichkeit hat, sich für einige Tage ein AirBnB zu nehmen, ein Gefühl für die Gegend zu bekommen und sich dann auf eine Wohnung für den Aufenthalt festzulegen. Auch ich habe meine Wohnung über AirBnB gefunden, ein wenig mit dem Vermieter verhandelt und so eine zufriedenstellende Einigung erzielen können. Gegenden, die ich uneingeschränkt empfehlen kann, sind: Kolonaki, Pangrati, Neapoli und Zografou. Hier muss man selbstverständlich dann aber auch mit einem entsprechend höheren Mietpreis rechnen.
Ankunft/Erste Woche
Um mich an die neue Umgebung zu gewöhnen bin ich bereits eine Woche vor Beginn des Semesters angereist. Coronabedingt fand die Begrüßung der neuen Studenten leider online statt (wie im Übrigen auch das ganze Semester). Bei meiner Ankunft befand sich Griechenland noch im Lockdown, sodass leider auch keine Veranstaltung der ESN stattfanden. Über Whatsappgruppen ließen sich allerdings schnell Kontakte knüpfen. Ich kann jedem nur ans Herz legen, an dem ESN-Buddyprogramm teilzunehmen, um einen griechischen Studenten kennenzulernen, welcher einem beim Einstieg zur Seite steht und im Übrigen auch zu einem guten Freund werden kann. In diesem Abschnitt ist auch zu erwähnen, dass die Griechen alles sehr entspannt angehen. Man muss manchmal einen Anruf mehr betätigen, um eine Unterschrift, auf die bei der Heimuniversität einzureichenden Dokumente zu bekommen. Dem sollte man sich nur bewusst sein.
Fächerauswahl
Grundsätzliches: Ich kann hier nur für das Sommersemester sprechen. Die meisten Vorlesungen finden in englischer Sprache statt. Zusätzlich wird jeweils ein Kurs in deutscher und französischer Sprache angeboten. Die auswählbaren Kurse und ihre dazugehörigen ECTS werden alle bereits zu Beginn des akademischen Jahres auf der Webseite der Universität hochgeladen. Berücksichtige ich auch die Meinungen einiger Kommilitonen, kann ich zum Schwierigkeitsgrad sagen, dass dieser sehr dozentenabhängig ist. Anscheinend habe ich meine Kurse glücklich ausgewählt. Ich würde nämlich pauschal sagen, dass die Anforderungen in meinem Fall keineswegs mit denen in Deutschland vergleichbar sind. Grund dafür ist, dass die Vorlesungen für Erasmus-Studenten getrennt von den griechischen Studenten stattfinden.
Ich habe die folgenden Kurse ausgewählt:
Kurse, die ich besucht habe, ohne die Abschlussprüfung zu absolvieren:
Sonstige Eindrücke
Hier noch einige Dinge die meinen Aufenthalt erheblich erleichtert haben:
Athen ist, was die öffentlichen Verkehrsmittel angeht, äußerst gut vernetzt. Daher sollte man sich gleich um die MetroCard kümmern. Die App Moovit zeigt alle Verbindungen an. Zu beachten ist allerdings, dass zwischen 0.00 und 5.00 Uhr keine Busse und Bahnen fahren. In dieser Zeit kann man sich ein Taxi nehmen. Die Preise sind relativ überschaubar, ich empfehle allerdings die Nutzung der App „Beat“, um einen guten Kostenüberblick zu bewahren.
Die griechische Universität bietet den Erasmus-Studenten zwei kostenlose (und sehr leckere, ausgewogene) Mahlzeiten pro Tag an. Die Mensa befindet sich in Kolonaki. Dafür braucht man seinen Studentenausweis, muss sich allerdings separat um die Aktivierung der Karte kümmern. Hier nochmal der Hinweis! Keiner kommt auf euch zu. Es dauert 2-3 Anrufe, bis die Karte aktiviert wird. Der Aufwand ist allerdings allein schon aus Kostengründen mehr als nur lohnenswert.
Letztlich empfehle ich den Aufenthalt jedem. Obwohl mein Semester coronabedingt leider nur online stattfand, würde ich es jederzeit wieder tun. Man lernt nochmal auf eine andere Art und Weise selbstständig zu sein und entwickelt sich persönlich enorm weiter. Dieser Prozess wird begleitet von unzähligen, unvergesslichen Erfahrungen und Freunden, die man fürs Leben finden kann.
Stadt und Umgebung
Ich habe mein Erasmussemester in Lissabon in Portugal verbracht. Es ist gleichzeitig auch die größte (aber immer noch sehr überschaubare) Stadt Portugals. Zu der Umgebung lässt sich sagen, dass es sowohl kulturell, wegen vieler historischer Bauten und Museen, als auch landschaftlich vieles zu erkunden gibt. Auch in unmittelbarer Nähe Lissabons befinden sich viele Strände und andere Ausflugsziele. Man kann viele Wassersportarten (z.B. Surfen) ausprobieren. Es gibt auch viel zu bereisen, sowohl auf dem Festland als auch die portugiesischen Inseln (die Azoren, Madeira etc.). Portugal ist unfassbar vielseitig und beeindrucken!
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Die Landessprache ist Portugiesisch, meine universitären Veranstaltungen fanden allerdings alle auf Englisch statt. Die meisten vor allem jüngeren Portugiesen beherrschen die englische Sprache sehr gut, deswegen gab es fast keine Kommunikationsprobleme. Ich habe mir viel im Selbststudium angeeignet und einen von der Lissaboner Universität angebotenen Portugiesischkurs besucht. Ich habe außerdem in Alltagssituationen meistens versucht auf Portugiesisch zu kommunizieren. Man kann zu der Sprache sagen, dass sie grammatikalisch und vom Vokabular her dem Spanischen sehr ähnlich ist, allerdings sehr anders ausgesprochen wird. Am schwersten fällt es mir die gesprochene Sprache zu verstehen. Zudem unterscheiden sich brasilianisches und europäisches Portugiesisch ziemlich.
Unterkunft
Momentan gewinnt Lissabon sowohl unter Touristen als auch unter Austauschstudenten immer mehr an Beliebtheit. Das macht sich durch einen sehr angespannten Wohnungsmarkt bemerkbar. Die Zimmerpreise sind um einiges höher als vor ein paar Jahren noch und meistens für deutsche Verhältnisse definitiv überteuert. Die Wohnungen sind (abhängig vom Stadtviertel) ziemlich alt, schlecht isoliert und haben keine Zentralheizung, was im Winter ziemlich kalt werden kann. Außerdem ist es normal sich hier mit teilweise bis zu zehn anderen Studenten eine Wohnung zu teilen. Ich habe ein Zimmer über die Website „Uniplaces“ gefunden und war insgesamt ziemlich unzufrieden mit der Wohnung, dafür kam ich mit meinen vier Mitbewohnern sehr gut aus. Der Durchschnittspreis für ein gutes Zimmer ist hier etwa 400 Euro im Monat. Ich habe ein günstigeres Zimmer gemietet, was sich allerdings dann auch bemerkbar gemacht hat. Es ist momental auf jeden Fall ratsam sich rechtzeitig um ein Zimmer zu kümmern.
Ankunft/Erste Woche
Ich bin im Februar angekommen, was eigentlich noch mitten im Winter ist. Allerdings war das Wetter zu dem Zeitpunkt schon so gut, dass man an den Strand gehen konnte. Die Fakultät hat einen Welcome Day veranstaltet, wo die wichtigsten Informationen geteilt wurden und wo man sich für deren Buddy-Programm anmelden konnte. Außerdem gibt es in Lissabon zwei Erasmusorganisationen (ESN und ELL), die vor allem anfangs, aber auch das gesamte Semester lang super viele Events und Reisen, wo man ganz einfach Leute kennenlernen kann, veranstalten. Bei Problemen wird einem hier auch weitergeholfen. In meiner ersten Woche habe ich dann direkt Surfen ausprobiert, bin in mein Zimmer eingezogen, habe meine Mitbewohner kennengelernt und habe die Stadt erkundet.
Fächerauswahl
Die Fakultät bietet einige englischsprachige Kurse an und auch Sprachkurse im Portugiesischen, den man gegen eine Gebühr von 70 Euro besuchen kann. Für diesen erhält man sechs Creditpoints. Man kann theoretisch auch die Kurse auf Portugiesisch besuchen. Zur Bewertung der Kurse musste man im Verlauf des Semesters Präsentationen halten und konnte sich am Ende meist aussuchen, entweder eine zehn- bis fünfzehnseitige Hausarbeit zu schreiben oder an der Klausur teilzunehmen. Im Portugiesischkurs wurden im Verlauf des Semesters zwei Klausuren geschrieben.
Sonstige Eindrücke
Insgesamt bin ich sehr froh und zufrieden dieses Auslandssemester absolviert zu haben. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, neue Orte entdeckt, vieles gelernt und einige Freundschaften geschlossen. Ich konnte mein Englisch trainieren und habe eine neue Sprache gelernt. Außerdem ist man durch die ganzen anderen Austauschstudenten mit super vielen verschiedenen Kulturen konfrontiert. Das Auslandssemester war in allen Hinsichten sehr bereichernd für mich. Ich kann jedem nur empfehlen diese Erfahrung zu machen!
Stadt und Umgebung
Lissabon ist eine wirklich tolle Stadt und hat meiner Meinung nach eine tolle Größe. Es gibt überall etwas zu entdecken und man kann eigentlich überall, wenn man etwas Zeit mitbringt, zu Fuß hinlaufen. Es gibt auch eine Bikesharing-App der Stadt Lissabon, die sehr erschwinglich ist, auch wenn man Lissabon jetzt nicht unbedingt als Fahrradstadt im Kopf hat, gibt es gute Radwege auf den wichtigsten Strecken. Ich bin zß immer mit dem Fahrrad zur Uni gefahren, was von meiner Wohnung aus knapp 20 Minuten gedauert hat. In der Umgebung gibt es unzählige tolle Ziele für Tages oder
Mehrtagesausflüge. Obwohl das Land recht klein ist, gibt es landschaftlich unglaublich viel her. Wer gerne mal wandert, hat hier unbegrenzte Möglichkeiten! Außerdem ist die Stadt voll von niedlichen Cafes und kleinen Restaurants. Es gibt viele Coworking-Spaces in Cafes, was vor allem mit vermehrtem Homeoffice und guten Wetter eine schöne Abwechslung zum eigenen Schreibtisch war.
Sprache und sprachliche Vorbereitung
Ich habe an der RUB im SoSe 2019 einen Sprachkurs Al/A2 in brasilianischem Portugiesisch gemacht, der Folgekurs ist leider nicht zustande gekommen. Europäisches Portugiesisch wird, da es einfach nicht so viele Sprecher hat, leider kaum angeboten. Die Sprechweisen sind sehr unterschiedlich, gerade die Aussprache und einige grammatikalische Sachen. Für einen Grundstock an Vokabeln und eine grobe Idee von der Sprache ist auch brasilianisches Portugiesisch völlig ausreichend. Das Angebot englischsprachiger Vorlesungen ist recht groß, weshalb Portugiesischkenntnisse auch nicht nötig sind. Auch im täglichen Leben kommt man mit Englisch sehr gut zurecht. Vor Ort habe ich einen intensiven Portugiesischkurs gemacht (16 Stunden wöchentlich), der von der Faculdade da Letras angeboten wurde, da ich großes Interesse daran habe fließend Portugiesisch zu lernen. Diesen Kurs musste ich allerdings selbst bezahlen. Für Erasmusstudierende wird auch ein Abendkurs angeboten, der gegen eine Anmeldegebühr von 75 Euro belegt werden kann und über das ganze Semester zweimal wöchentlich für zwei Stunden stattfindet. Die Qualität der Kurse ist wirklich gut und für Menschen, die Interesse an der Sprache haben, würde ich die Kurse der FLUL auf jeden Fall empfehlen.
Unterkunft
Meine Unterkunft habe ich über Uniplaces gefunden, dann aber privat gebucht. Ich habe ein Zimmer für 450 Euro mit eigenem Bad im ,lndy Hause‘ gemietet. Das war so eine Mischung aus WG-Leben, da man sich zu fünft eine Küche geteilt hat und aus Wohnheim, da im ganzen Haus, vier solcher WG’s sind und man sich gemeinschaftlich einen Garten und ein Wohnzimmer teilt. Ich war sehr zufrieden damit, vor allem am Anfang, weil ich wirklich nette Mitbewohner:innen hatte. Jedoch hat zum Ende hin der Eigentümer, und damit auch das Management, gewechselt. Danach wurde es eher anstrengend dort zu leben, da eine ziemliche Versessenheit auf Hausregeln herrschte. Während wir vorher mal ab und zu mal im kleineren Kreis abends noch etwa getrunken und Musik gehört haben, wurde bei dem neuen Eigentümer penibel darauf geachtet, dass die Ruhezeiten ab 10 Uhr abends (auch am Wochenende) eingehalten wurden. Generell war das neue Management auch einfach unfreundlich. Deshalb würde ich es jetzt wohl nicht weiterempfehlen. Man findet aber auf Uniplaces oder idealista gut etwas. Ansonsten gibt es auch facebook Gruppen in denen man recht leicht eine WG finden kann. Ich habe im Stadtteil Arroios (lntendente) gewohnt und später noch zwei Monate in Alfama. Beides sehr unterschiedliche Stadtteile aber beide auf jeden Fall empfehlenswert! Generell würde ich empfehlen nicht zu nah an der Uni zu schauen, sondern lieber etwas in Richtung Innenstadt/ Altstadt zu ziehen. Da ist es einfach schöner und ,uriger‘ und die Uni ist mit der Metro oder dem Fahrrad meist super zu erreichen.
Ankunft/Erste Woche
Meine erste Woche war eine ziemliche Katastrophe, da die Organisation von Seiten des Erasmus-Office hier katastrophal war. Uns wurde in einer Zoom erklärt, wie man sich für Kurse einschreibt (was wir später niemals machen mussten) und ein langer aber inhaltsloser Willkommens-Vortrag vom Dekan gehalten. Das war es an Informationen. Dann wurde gesagt, dass die Vorlesungen jetzt aber noch nicht losgingen und man auch noch nicht wüsste, wann das der Fall sein würde – man schreibe uns dann eine E-Mail, wenn es soweit wäre. Teilweise haben die Vorlesungen erst einen Monat nach Semesterbeginn gestartet. Eine Vorlesung fing aber schon an demselben Tag der Willkommensveranstaltung an, was jedoch keine:r wusste von den anwesendem Mitarbeiter:innen des Erasmus-Office. Ich erspare mir hier Einzelheiten aber die Organisation war wirklich katastrophal und das Erasmus-Office auch wirklich keine Hilfe sondern eher unfreundlich, wenn man Fragen gestellt hat. Auf Emails wurde im Durchschnitt auf jede Fünfte geantwortet, das war am Ende ein richtiger Running Gag unter uns Erasmus Studierenden„ Mein Highlight war, dass zwei der Mitarbeiter:innen des Erasmus-Office nur Portugiesisch sprachen und man sich dann mit Google-Übersetzer verständigen durfte, wenn man von ihnen Hilfe benötigte.
Ansonsten hatte ich aber eine schöne erste Woche und habe mich mit Komiliton:innen auf einen Cafe und auch mal ein Bier getroffen, um ein paar Leute kennenzulernen. Da alle gleich verloren waren bei Ankunft und quasi keiner Hilfe vom Erasmus-Office, hat man sich dann untereinander ausgeholfen wie zB Semestertickets zu bekommen sind und was der Hochschulsport anbietet.
Hier aber auch einen großen Dank an das ZFI, was im Vergleich dazu mit Erreichbarkeit und Unterstützung wirklich geglänzt hat. Sobald ich eine Frage hatte, konnte ich jemensch telefonisch oder per Mail immer erreichen und habe mich von Zuhause aus wirklich gut beraten und unterstützt gefühlt, vor allem auch im Vorlauf zum Erasmussemster, wo lange vieles unklar war, wegen der Covid-Situation. Gleiches gilt für das International Office der RUB.
Fächerauswahl
Zunächst hatte ich vier Kurse an der juristischen Fakultät gewählt und zusätzlichen einen Portugiesisch Kurs für Erasmusstudierende. Es hat sich jedoch recht schnell abgezeichnet, dass die Kurse, die auf Englisch angeboten werden, qualitativ meistens sehr schlecht sind und man dort eher seine Zeit absitzt. Das fand ich sehr schade, da ich mich darauf gefreut hatte endlich mal ein ganzes Semester nur für Europa- und Völkerrecht zu haben, welches mich sehr interessiert. Genauso hatte ich jedoch den Wunsch die portugiesische Sprache vernünftig zu lernen und habe mich deshalb entschieden einen sehr intensiven Portugiesischkurs an der Uni zu machen (16 Wochenstunden über vier Monate). Diesen musste ich selbst bezahlen (1.260 Euro), der Kurs war allerdings wirklich wirklich gut und sehr darauf ausgerichtet kommunikativ die Sprache zu lernen. Außerdem waren hier die Dozentinnen um einiges engagierter und motivierter. An der juristischen Fakultät habe ich dann nur ,das Nötigste‘ an Kursen belegt, und zwar: UN organizational law – Grundlagen der Organisation und Entstehungsgeschichte der Vereinten Nationen – sehr oberflächlich, Informationen gingen nicht über das hinaus, was ich in der 10. Klasse in Sozialwissenschaften schon mal über die UN gelernt habe. Zudem war das Englisch der Dozentin schlecht. Es wurden nur 4 Vorlesungen von ihr gehalten, danach fanden nur noch Referate der Teilnehmer:innen statt. Public International Law 1 – Grundlagen des Völkerrechts – Dozent ist nur an 5 von 10 Terminen erschienen, wenn er denn da war dann grundsätzlich mindestens 20 Minuten zu spät. Die Vorlesungen, die stattfanden waren von bescheidener Qualität und beschränkten sich auf Vorlesen aus einem Lehrbuch oder Vorträge von Studierenden. Meine Vorlesungen fanden fast vollständig in Präsenz statt, allerdings in deutlich kleineren Gruppen, als es in Deutschland üblich ist (10-30 Teilnehmer:innen).
Sonstige Eindrücke
Abgesehen von dem etwas ernüchternden Start an der Universität, habe ich mein Auslandssemster wirklich genossen. Ich habe unglaublich viele Dinge erlebt und nette Menschen kennengelernt. Trotz Covid und (mittlerweile) strengem Lockdown gibt es in Lissabon vieles zu erleben, wenn man sich auf die etwas andere Situation einstellt. Man kann viele Tagesausflüge in die Natur machen und viele historische Sehenswürdigkeiten in und um Lissabon entdecken. Meine Sorge, dass es schwer würde aufgrund von Covid andere Erasmusstudierende kennenzulernen, war völlig unbegründet. Es waren zwar weniger Leute hier als normalerweise, aber das sind bei Weitem genug, um Menschen zu finden mit denen man Dinge unternehmen kann und Zeit verbringen kann. Dadurch, dass die typischen Erasmus Dinge, wie zB Partys, wegfallen, und man sich eher in den gleichen/kleineren Gruppen bewegt, schließt man deutlich engere Freundschaften und lernt die Leute richtig kennen, was mir wirklich gut gefallen hat. Ich kann Lissabon als Ziel wirklich jede:m ans Herz legen und würde sagen, dass die ganze Pandemie das Auslandssemester sicherlich verändert aber sich
nicht zwingend schlechter macht, solange man gesund bleibt und sich auf ein paar Änderungen einlässt (die man ja zuhause aber so oder so auch hat zurzeit). Außerdem ist ein vorübergehender Lockdown bei 8-9 Sonnenstunden am Tag einfach besser aushaltbar als bei Nieselregen und fünf Grad.
Stadt und Umgebung
Ich habe mein Auslandssemester in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon verbracht. Lissabon ist wirklich eine sehr schöne Stadt: Recht übersichtlich, jedoch hat man genug Möglichkeiten um viele Eindrücke zu sammeln und viel zu sehen. Das Stadtbild wird geprägt von vielen bunten kleinen Häuser, welche mit Kacheln verziert und sehr charakteristisch für Lissabon sind. Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten: Kultur, Parties, Surfen, Reisen und vieles Mehr!
Lissabon fällt nicht nur durch die farbenfrohe Architektur auf, sondern liegt auch direkt am Meer. In Lissabon selbst ist leider kein Strand zu finden. Jedoch kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr einfach und schnell zu nahegelegenen Stränden fahren. Auch gibt es fast an jeder Ecke kleine Cafés, in denen man das Leben genießen kann. Ebenfalls hat Portugal viele weitere schöne Landstriche. Es ist mit wenig Geld und Aufwand sehr gut möglich diese wunderschönen Orte von Lissabon aus zu bereisen (z.B. Azoren, Madeira und Algarve).
Sprache und sprachliche Vorbereitung
Ich habe vorher keinen Sprachkurs belegt. Die Uni bietet dort unterschiedliche Sprachkurse an. Diese kosten jedoch auch etwas. Ich war an der juristischen Fakultät der Universidade de Lisboa (ULisboa) und habe ca. 70€ für meinen 12-wöchigen Sprachkurs gezahlt. Es gab dort Kurse für jedes Level und diese fanden zwei Mal in der Woche mit jeweils 2h statt. Bei erfolgreichem Abschluss erlangt man auch Creditpoints, welche man sich zu den Pflicht-creditpoints für Erasmus dazurechnen lassen kann. Und solange man die Kurse halbwegs ernst nimmt, besteht man diese auch. Ich würde jedem empfehlen vorher oder spätestens vor Ort einen Sprachkurs zu belegen. Es hilft vor allem für die Verständigung vor Ort, auch wenn in Lissabon fast jeder Englisch kann.
Unterkunft
Ich habe in einem Wohnheim gewohnt und war super zufrieden. In einem Wohnheim zu wohnen war auch rückblickend die beste Entscheidung. Es macht das Freunde-finden deutlich einfacher. Die Wohnsituation war auch sehr sauber, der Vermieter war immer erreichbar und hat auch das Wohnheim gut gepflegt. Es ist jedoch wichtig so früh wie möglich mit der Suche anfangen!! Bei der Suche solltest Du dich (wenn möglich) an den Metrolinien orientieren. Lissabon wird durch vier Metrolinien durchkreuzet. Diese sind auch das Hauptverkehrsmittel. Es ist somit sehr hilfreich nahe einer Metrostation zu wohnen.
Ankunft und erste Woche
Die ersten Wochen waren von der Uni schlecht organisiert. Kurse wurden ständig verschoben oder begannen erst eine Woche später als gedacht. Somit hat die Uni erst richtig Anfang Oktober begonnen.
Das gab mir Zeit die Angebote der zwei Erasmusorgansationen (ELL und ESN) auszutesten. Beide bieten eine Vielzahl von Parties, Reisen und Weiterem an. Dort ist es super einfach andere Studenten kennenzulernen. Für beide benötigt man jedoch im Vorhinein eine Mitgliedskarte (jeweils ca. 15€). Ich würde empfehlen diese schon von Zuhause online zu kaufen. Gerade in den ersten Wochen, sind die Events sehr schnell ausgebucht. Beide bieten auch ein sog, „Buddy-Programm“ an. Hier sollte man sich jedoch frühzeitig zu anmelden. So hat man einen portugiesischen Kontakt, den man nach Tipps und Empfehlungen jeder Art fragen kann.
Fächerauswahl
Die Uni hatte eine Orientierungswoche, in welcher man sich alle Kurs anschauen konnte und anschließend wurde erst verbindlich gewählt. Das Angebot ist sehr groß und umfasst viele englischsprachige Kurse. Leider sind diese an der juristischen Fakultät hauptsächlich von Erasmusstudenten besucht, sodass hier weniger der Kontakt zu Portugiesen zustande kommt. Die Inhalte waren sehr spannend. Häufig gibt es statt einer Klausur auch ein kleines Paper (max. 15 Seiten), welches man während des Semesters schreibt. Das Bestehen dieser Kurse, ist nicht mit sehr viel Aufwand verbunden.
Sonstige Eindrücke
Lissabon ist einfach eine traumhafte Stadt. Obwohl es eine Hauptstadt ist, wirkt es nicht überladen. Zudem wird man während des Reisens durch Portugal immer wieder von der wunderschönen Landschaft beeindruckt. Egal ob Partygänger, Wanderer, Surfer oder Kulturinteressierte, in Lissabon (und Portugal) wird jeder unvergessliche Erinnerungen sammeln können!
Stadt und Umgebung
Mein Auslandssemester habe ich in Athen absolviert. Vorher war mir gar nicht bewusst, was für ein abwechslungsreiches und bergiges Land Griechenland doch ist.
Griechenland ist ein mediterranes Land und somit von einem mildem Klima gezeichnet. Die Sonne scheint fast immer und selten fallen die Temperaturen in den einstelligen Bereich. Das Highlight an Griechenland sind jedoch seine wunderschönen Inseln! Durch die gute Anbindung an den Hafen Piräus ist es sehr leicht jede Insel zu besuchen! Meine persönlichen Highlights waren Mykonos und Santorini. Mykonos habe ich privat mit Freundinnen organisiert und selbst dort haben wir ein günstiges Airbnb gefunden und musst kein Vermögen ausgeben. Mykonos sieht genauso aus wie auf den Bildern und es macht unheimlich viel Spaß die kleinen Gassen zu erkunden. Santorini war ein geplanter Wochenendtrip von ESN. Diese Trips kann ich generell nur wärmstens empfehlen, genauso wie die von Erasmus Life Athens! Sie sind sehr preisgünstig und man kommt viel runter. Zurück zu Santorini, der Trip war super schön geplant, wir sind einmal überall auf der Insel gewesen und haben viele Eindrücke mitgenommen. Trotz des strikten Programms hatten wir Abends immer Freizeit und konnten so auch das Nachtleben von Santorini erkunden. Eine weitere Insel die mir sehr am Herzen liegt ist Angistri. Es ist eine kleine Insel neben Athen (1 Stunde mit dem Speedboat) und hat wunderschöne Natur zu bieten. Am nachhaltigsten haben mich die Strände von Angistri beeindruckt; ich habe in Europa noch nie so klares Meerwasser gesehen in einer traumhaften Bucht mit einem Strand wie gemalt. Wenn man also mal an den Strand will und Zeit hat, dann muss man nach Angistri fahren!
Athen ist eine Metropole wie sie im Buche steht, mit all ihren guten und schlechten Seiten. Es ist immer etwas los und man merkt, dass diese Stadt wirklich am pulsieren ist und lebt. Es gibt immer was zu tun und überall sind Menschen; langweilig wird einem nie. Jedoch bringen diese vielen Menschen auch viel Lärm und Dreck mit sich. Zudem merkt man, dass Griechenland nicht das reichste Land ist und die Regierung sich wenig um die Stadt kümmert: kaputte Bürgersteige, viele Obdachlose und unzählige weitere Probleme. Trotzdem muss man sagen, dass dies eine Großstadt nun mal an sich hat und wem das nichts ausmacht, der wird sich in Athen verlieben. Die Stadt ist gezeichnet von ihrer reichen Geschichte und überall findet man etwas dazu, ob ein antikes Gebäude, Amphoren in den U-Bahn Stationen oder eine Statue von der Schutzgöttin der Stadt, Athena. Dies hebt die Stadt von einer normalen Metropole deutlich ab und hat sie für mich umso interessanter und liebenswerter gemacht. Die Griechen sind ein sehr geselliges und nettes Volk. Ganz nach dem Motto immer mit der Ruhe wird der Tag bestritten und aus 5 Minuten werden 10 oder 20, kein Problem. Auch sind die Leute sehr hilfsbereit gewesen und waren dabei weder aufgesetzt noch genervt, sondern einfach freundlich. Englisch sprechen in Athen schon sehr viele Leute, vor allem Jüngere.
Doch egal wie beschränkt das Vokabular auch sein mag, die Leute helfen einem trotzdem gerne und geben alles. Diese Freundlichkeit und Besonnenheit hat mich nachhaltig noch immer sehr beeindruckt.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Da ich vorher kein Wort Griechisch sprechen konnte, waren die ersten Wochen eine Herausforderung! In Deutschland habe ich ein wenig Griechisch durch Duolingo gelernt und vor allem versucht, die Schrift zu lesen (was auch gut dadurch geklappt hat!). Sprechen konnte ich jedoch kaum. Deswegen ist mein Tipp: es reicht, wenn man vorher das lesen und schreiben der Buchstaben übt und ein paar gängige Wörter wie Hallo, Tschüss und Danke lernt. Dort angekommen habe ich am Sprachkurs der Universität teilgenommen. Dieser lag leider nicht auf dem Campus der juristischen Fakultät, sondern 40min entfernt. Der Weg dahin war zwar etwas nervig, doch ich würde ihn immer wieder auf mich nehmen. Der Kurs war wirklich genial! Er fand zweimal in der Woche á 3 Stunden statt und die Lehrerinnen waren wirklich spitze. Beide waren sehr motiviert, freundlich, konnten gut Englisch reden und haben auf jegliche Fragen geantwortet. Nach ein paar Wochen konnte ich schon ein wenig Griechisch und war mehr als stolz auf mich! Der Kurs war echt toll und auch die dazugehörige Abschlussprüfung war mehr als machbar. Ich kann jedem den Kurs nur wärmstens empfehlen!
Unterkunft
Es gibt verschiedene Möglichkeiten für Erasmus-Studenten eine Wohnung zu finden, z.B. über Airbnb, housinganywhere, stayinAthens, etc. Es ist auch möglich, über Facebook Wohungen zu finden, davon würde ich persönlich jedoch eher abraten, da die Wahrscheinlichkeit betrogen zu werden sehr hoch ist. Ich habe meine Wohnung über Nestpick gefunden bei der Firma roomsAthens. Alles lief online ab und die Wohnung hab ich
demnach auch nur online gesehen. Der Schock war dementsprechend groß als ich ankam und die Wohnung dreckig, laut und dunkel war. Mein Zimmer war zum Glück in Ordnung. Von deutschen Standards muss man sich jedoch gänzlich verabschieden. Die Wohnung und mein Zimmer wurden leider nur mit den billigsten IKEA Möbeln eingerichtet und viele Sachen musste ich mir selbst kaufen. Jedoch muss ich dazu sagen, dass die meisten Wohnung so aussahen. Die Gegend meiner Unterkunft war leider auch nicht wirklich schön. Ich habe in Omonia gelebt und diese Gegend ist dafür bekannt, nicht besonders sicher und schön zu sein. Dies kann ich leider nur bestätigen. Jedoch muss ich dazu sagen, dass alle Gegenden, die in der Nähe vom Zentrum und bezahlbar sind (Omonia, Victoria, Exarchia) alle nicht wirklich schön und sicher sind. Trotzdem lässt es sich dort gut leben und ich bereue es nicht im Zentrum gelebt zu haben! Nicht nur war die Anbindung in die Innenstadt klasse, ich konnte sogar zu Fuß zur Uni gehen und musste nicht erst wie andere Studierende 20min mit der U-Bahn fahren und dann noch 5 min zur Uni laufen. Wer kein Problem mit einem etwas lauterem Viertel hat, in dem auch mehr los ist, dem kann ich nur raten sich auch in den „schlechteren Vierteln“ nach Wohnungen umzugucken.
Ankunft/Erste Woche
Die erste Woche war leider alles andere als gut. Ich hatte Griechenland sehr romantisiert durch ihre reiche Geschichte der Antike und war dementsprechend mehr als schockiert, als ich ein Land vorfand, was für europäische Standards ziemlich arm und altmodisch ist. Auch mit so einer großen Menschenmasse habe ich wirklich nicht gerechnet, obwohl Athen die größte Stadt Griechenlands ist mit 3 Millionen Einwohnern. Wie oben bereits erwähnt hat meine Wohnung den ersten Eindruck auch nicht besser gemacht. Die erste Nacht war ich wirklich ziemlich verzweifelt und wusste nicht, ob ich hier bleiben möchte. Am nächsten Tag sah die Welt schon besser aus und mir ist aufgefallen, dass Omonia zwar noch immer kein schönes Viertel ist, aber auch längst nicht so schrecklich und angsteinflößend wie Andere berichtet haben. Die ersten Tage habe ich vor allem die touristischen Orte Athens (Akropolis, Museen, Lykabettus-Berg, etc.) besucht und hab versucht, mich langsam einzuleben und mein Zimmer zu verschönern. Eine Einführungswoche der Uni gab es leider nicht, sondern nur eine kurze Infoveranstaltung über Zoom, die mehr schlecht als recht war. ESN (Erasmus Social Network) hat jedoch eine Einführungsveranstaltung organisiert mit vielen Events. An diese habe ich leider nicht teilnehmen können, da ich zu dem Zeitpunkt außerhalb von Athen war. Jedoch trat ich auch allen möglichen Gruppen auf Facebook und Telegramm bei (ErasmusLifeAthens,etc.) um so zumindest in Kontakt mit den Anderen zu treten und habe dadurch direkt eine gute Freundin kennengelernt, die mich bis zum Schluss begleitet hat. Als die Uni los ging hab ich vor allem durch die Vorlesungen alle kennengelernt und war dadurch auch schon wesentlicher positiver gestimmt als noch davor. Meiner Meinung nach sollte man sich von einer schlechten Ankunft/schlechten ersten Woche nicht runterkriegen lassen und sich so gut es geht einleben und abwarten, bis man die ersten Freunde gefunden hat.
Fächerauswahl
Ich habe 5 Kurse besucht, 4 davon auf Englisch und einen auf Deutsch.
European Law (Englisch): Der Kurs war durchwachsen. Der Unterricht an sich war wenig interaktiv und die Professoren haben viel von ihren Folien abgelesen ohne wirklich nochmal etwas zu erklären. Jedoch wurden alle Folien hochgeladen, was das Lernen vereinfacht hat und die Klausur wurde fair bewertet.
Greek language course (Englisch): Dieser Kurs war hervorragend! Wie oben bereits war erwähnt kann ich diesen Kurs wirklich nur empfehlen.
National Protection of Fundamental Rights (Deutsch): Der Kurs war auch gut! Die Professoren sprachen alle gutes Deutsch und haben viel mit uns interagiert und frei gesprochen. Dies hat den Kurs zu meinem liebsten Kurs gemacht. Zudem war das Thema auch sehr interessant und man hatte das Gefühl, dass man wirklich etwas gelernt hat. Die Klausur war sehr einfach und wurde sehr nett bewertet.
Introcudction to Greek Civil Law (Englisch): Diesen Kurs kann ich leider nicht empfehlen. Die Professoren haben nur von ihren Skripten abgelesen und man hat sich furchtbar gelangweilt. Obwohl das Thema nicht uninteressant war und die Skripte auch gut und verständlich
geschrieben wurden, hätte ich diesen Kurs ohne seine Anwesenheitspflicht nicht besucht. Die Klausur war machbar, wurde jedoch etwas strenger bewertet.
Criminal law and criminal procedure (Englisch): Der Kurs war auch durchwachsen. Der Professor für criminal law war leider nicht so gut zu verstehen und hat auch wenig mit uns interagiert und wieder nur viel abgelesen. Der Professor für criminal procedure dagegen hatte gute Folien und hat viel mit uns geredet und versucht, Diskussionen mit uns zu führen über strafrechtliche Themen aller Art. Die Klausur war machbar und wurde sehr nett bewertet.
Alles in allem sind die Kurse sehr viel weniger aufwendig als in Deutschland und auch die Klausuren waren sehr viel einfacher! Dafür finde ich persönlich jedoch auch die Vorlesungsqualität und die Organisation an der RUB um Welten besser. Mein entspanntes Studentenleben habe ich in Athen sehr genossen.
Sonstige Eindrücke
Auch wenn der Anfang holprig war, war es eine der besten Entscheidungen meines Lebens diesen Auslandsaufenthalt zu machen und dazu noch in Athen. Ich habe so viele tolle Erfahrungen gemacht, etwas völlig anderes erlebt und dabei noch Freunde fürs Leben gefunden. Tatsächlich habe ich meine Heimat so gut wie gar nicht vermisst und sehne mich hier wieder nach Athen, den Abenteuern und der Freiheit. Ich würde es jederzeit wieder machen und kann nur jedem empfehlen, es mir gleich zu tun. Meine schönsten Erlebnisse waren definitiv die verschiedenen Inseltrips. Ich habe so viele neue Inseln entdeckt und dabei so viel mehr von Griechenland erlebt und mitgenommen als ein gewöhnlicher Tourist.
Sonst habe ich auch das Nachtleben mit meinen Freunden ausgiebig genossen und noch immer lachen wir über die unzähligen lustigen Ereignisse und Personen, die wir so erlebt haben. Egal wie schwer und ungewohnt es am Anfang ist, es wird besser und im Endeffekt fühlt man sich richtig wohl in seinem in seinem Gastland.
Stadt und Umgebung
Vilnius ist eine wunderschöne Stadt. Ich kann jedem empfehlen einmal Vilnius zu besuchen. Die Altstadt ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und hat einige großartige Sehenswürdigkeiten, wie z.B. den Gediminas-Turm und den Palast des Großfürsten. Architektonisch sehenswert sind ebenfalls viele der über 20 Kirchen in der Stadt.
Vilnius ist eine tolle Stadt zum Studieren, da sie die perfekte Größe hat. Als Hauptstadt von Litauen und mit mehr als 550.000 Einwohnern gibt es immer etwas zu tun oder zu entdecken, aber trotzdem ist Vilnius nicht so groß, als dass man sich in der Stadt komplett verliert.
In der Umgebung gibt es ebenfalls viel zu entdecken. Entweder kann man in einige der umliegenden Städte fahren oder man fährt zu einem der nahegelegenen Seen.
Sprache/sprachliche Vorbereitung
Amtssprache in Litauen ist Litauisch. Man kommt aber auch sehr gut mit Englisch klar, da zumindest die jüngeren Menschen in Vilnius alle gutes Englisch sprechen. Auch an der Uni kann man problemlos in Englisch studieren.
Wer sich trotzdem ein wenig vorbereiten möchte, kann natürlich einen Litauisch-Kurs z.B. an der VHS besuchen. Bevor ich nach Vilnius geflogen bin, habe ich ein Semester Litauisch an der VHS Dortmund gelernt. Dadurch konnte ich zumindest schon ein paar Worte Litauisch sprechen, bevor ich dorthin kam.
Es ist allerdings auch möglich einen Sprachkurs an der Uni zu belegen.
Unterkunft
Es gibt viele verschiedene Arten von Unterkünften. Man kann zum Beispiel eine Wohnung mieten, entweder alleine oder mit anderen Studenten zusammen. Potentielle Mitbewohner findet man zum Beispiel auf Facebook.
Ich habe im Studentenwohnheim der Uni gewohnt. Es gibt 2er und 3er Zimmer. Diese sind auch sehr günstig. Monatlich zahlt man 89 Euro für ein Bett im 2er Zimmer und um die 60 Euro für ein Bett im Dreierzimmer. Es gibt Gemeinschaftsküchen und -duschen, die sich auf dem Flur befinden. Immer zwei Räume teilen sich ein WC.
Die Studentenwohnheime sind schön nah an der Uni und wie bereits gesagt sehr günstig. Aber sie sind nicht luxuriös, sondern befinden sich in alten Sowjet-Gebäuden.
Ankunft/Erste Woche
Man kommt aus Deutschland sehr komfortabel nach Vilnius: Es gibt zwei Flüge pro Woche von Dortmund nach Vilnius. Am Flughafen wurde ich von meinem Mentor empfangen; jeder, der wollte, konnte von der örtlichen Erasmus-Organisation einen Mentor zugewiesen bekommen, wenn er oder sie es will.
In der ersten Woche waren noch keine Vorlesungen, dafür hat ESN (die Erasmus-Organisation) einige Veranstaltungen angeboten. So gab es zum Beispiel die International Fair, auf der internationale Studenten Essen aus aller Welt (jeweils aus ihrer Heimat) angeboten haben. Auf diesen Veranstaltungen hatte man dann die Möglichkeit neue Freunde zu finden.
Außerdem gab es in der ersten Woche einige Veranstaltungen der Uni, wie zum Beispiel die Einführungs- bzw. Begrüßungsveranstaltung sowie Treffen der Fakultäten.
Fächerauswahl
An der juristischen Fakultät wurden in dem Semester, in dem ich in Vilnius war, acht Vorlesungen auf Englisch angeboten. Davon habe ich vier belegt.
Ansonsten gab es noch folgende Vorlesungen:
Außerdem war es natürlich auch möglich Kurse von anderen Fakultäten zu belegen.
Die Vorlesungen in Vilnius waren anders als die, die wir hier zuhause gewohnt sind. In den Kursen waren jeweils nur 5-25 Studenten und es war alles um einiges interaktiver als in den deutschen Vorlesungen. Zum Teil müssen auch Präsentationen gehalten werden oder die Dozenten forderten mündliche Mitarbeit ein.
Die Endnote ist auch nicht gleich der Note der Klausur. Sie setzt sich vielmehr aus mehreren Teilnoten zusammen, die man im Laufe des Semesters sammelt, für z.B. die mündliche Mitarbeit, einen Essay oder eine Präsentation. Jeder Dozent legt die Zusammensetzung der Noten selbst fest.
Sonstige Eindrücke
Ich kann jedem empfehlen ein Semester an der Uni Vilnius zu verbringen. Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.
Als Deutschtürke, der bereits mit der türkischen Kultur vertraut war und keine Sprachbarriere zu überwinden hatte, bot mein Erasmus-Aufenthalt an der Istanbul Universität an der juristischen Fakultät eine faszinierende Möglichkeit, meine kulturellen Wurzeln zu erkunden und gleichzeitig mein juristisches Verständnis zu vertiefen. In diesem Bericht möchte ich meine Erfahrungen, sowohl Herausforderungen als auch sehr positive Aspekte, umfassend beleuchten.
Kulturelle Anpassungen
Trotz meiner vermeintlichen Vertrautheit mit der türkischen Kultur stellte sich die Herausforderung, mich in das studentische Leben und den akademischen Kontext einzufinden, als nicht zu unterschätzen heraus. Unterschiede in Lehrmethoden, sozialen Normen und akademischen Erwartungen erforderten eine gewisse Anpassungszeit, um mich vollständig in die neue Umgebung einzufügen.
Bürokratische Hürden
Wie bei vielen internationalen Austauschprogrammen waren bürokratische Hürden eine allgegenwärtige Realität. Von der Visabeantragung bis zur Anerkennung von Kursen musste ich mich durch einen oft komplexen und zeitaufwändigen Prozess navigieren, der zusätzlichen Stress und Unsicherheit mit sich brachte.
Akademische Ansprüche
Die Istanbul Universität legte großen Wert auf akademische Exzellenz, was eine Herausforderung darstellte, insbesondere da ich mich in einem fremden Rechtssystem befand. Das Verständnis der türkischen Rechtsprechung erforderte zusätzliche Anstrengungen und Engagement, um den hohen akademischen Standards gerecht zu werden.
Interkultureller Austausch
Einer der herausragenden positiven Aspekte meines Erasmus-Aufenthalts war der interkulturelle Austausch. Die Möglichkeit, mit Studenten aus verschiedenen Ländern und kulturellen Hintergründen in Kontakt zu treten, eröffnete neue Perspektiven und förderte ein tieferes Verständnis für die Vielfalt der Welt.
Akademische Vielfalt
Die Istanbul Universität bot eine beeindruckende Vielfalt an Kursen und Fachgebieten an, die es mir ermöglichten, mein Wissen über verschiedene Rechtsbereiche zu erweitern. Die Möglichkeit, aus einem breiten Spektrum an Lehrveranstaltungen zu wählen, sowie die Vielfalt der Lehrkräfte und Lehrmethoden trugen dazu bei, meinen Horizont zu erweitern und meine juristischen Fähigkeiten zu verbessern.
Kulturelles Erbe
Durch meinen Aufenthalt in Istanbul hatte ich die einzigartige Gelegenheit, das reiche kulturelle Erbe der Stadt zu erleben und zu erkunden. Von historischen Stätten wie der Hagia Sophia und dem Topkapi-Palast bis hin zu den lebhaften Basaren und den kulinarischen Genüssen der türkischen Küche bot die Stadt eine Fülle von Möglichkeiten, die mein Erlebnis bereicherten und meine Liebe zur türkischen Kultur vertieften.
Fazit
Insgesamt war mein Erasmus-Aufenthalt an der Istanbul Universität eine prägende Erfahrung, die mein Leben nachhaltig beeinflusst hat. Trotz der anfänglichen Herausforderungen überwogen die positiven Aspekte bei weitem und hinterließen bleibende Erinnerungen und Freundschaften, die mich auch nach meinem Aufenthalt weiter begleiten werden. Ich bin dankbar für die Gelegenheit, Teil dieses bereichernden Austauschprogramms gewesen zu sein und empfehle es allen, die eine ähnliche interkulturelle Erfahrung suchen.