Im Sammelband “Global Social Protection” (herausgegeben von Katja Bender und Markus Kaltenborn) wird ein multidisziplinärer, institutioneller Zugang zum Thema Sozialschutz vorgestellt, der Erkenntnisse aus den Wirtschaftswissenschaften, der Rechtswissenschaft, der Philosophie, der Politikwissenschaft und der Soziologie zusammenführt. Die Autor*innen untersuchen die Rolle, die Institutionen für das effektive Funktionieren von Sozialschutzsystemen einnehmen, und beleuchten die Faktoren, die institutionelle Veränderungen vorantreiben oder behindern.
Die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind entscheidend für die Reform sozialer Sicherungssysteme. In der vom Institute of Development Studies (Sussex) veröffentlichten Studie “The Influence of Policy and Legal Frameworks on the Development of National Social Protection Systems” werden diese Faktoren am Beispiel der Sozialpolitik in Ghana untersucht.
VRÜ-Sonderausgabe 2014 zum Recht der sozialen Sicherung in Schwellen- und Entwicklungsländern (herausgegeben von Philipp Dann und Markus Kaltenborn) mit Beiträgen zu Reformvorhaben und aktuellen Entwicklungen im Sozialrecht in Indien, Vietnam, Brasilien, Ghana und Südafrika
Social Protection in Developing Countries: Reforming Systems (herausgegeben von Katja Bender, Markus Kaltenborn und Christian Pfleiderer): Zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer haben in den letzten Jahren Reformen ihrer sozialen Sicherungssysteme eingeleitet oder damit begonnen, solche Systeme aufzubauen. Diese Reformen werden durch die internationale Entwicklungszusammenarbeit unterstützt; auch in der bundesdeutschen Entwicklungszusammenarbeit genießt das Thema – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der deutschen Erfahrungen auf dem Gebiet der Sozialversicherung – eine hohe Priorität. Seit die von den Vereinten Nationen verkündeten Milleniums-Entwicklungsziele (die sog. „MDGs“) die weltweite Bekämpfung der Armut in das Zentrum aller entwicklungspolitischen Bemühungen der Staatengemeinschaft gerückt haben, wird auch der konkreten Ausgestaltung z.B. der öffentlichen Gesundheitssysteme oder der Alterssicherungs- und Grundsicherungsprogramme deutlich größere Aufmerksamkeit eingeräumt als noch vor der Jahrtausendwende. Allerdings stellen der Aufbau und die Weiterentwicklung der sozialen Sicherungssysteme in Entwicklungsländern sowohl die betroffenen Staaten als auch die internationale Gebergemeinschaft vor große Herausforderungen. Einige ausgewählte Teilaspekte der Thematik werden nun in einem Sammelband vorgestellt, der im April 2013 im Verlag Routledge unter dem Titel “Social Protection in Developing Countries: Reforming Systems” erschienen ist.
Internationale Konferenz zum Thema „Reformen der sozialen Sicherung in Entwicklungsländern“ an der Ruhr-Universität Bochum: Im Oktober 2011 sind Wissenschaftler und Praktiker der Entwicklungszusammenarbeit aus insgesamt 26 Ländern – u.a. mehreren afrikanischen und asiatischen Ländern – an der Ruhr-Universität zu einer Fachtagung zusammengekommen, um gemeinsam Probleme aktueller Reformprozesse auf dem Gebiet der Sozialen Sicherheit zu diskutieren. Die Konferenz, die vom Bochumer Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) organisiert worden ist, greift ein Thema auf, das sich in jüngerer Zeit zu einem Kernthema der entwicklungspolitischen Debatten entwickelt hat. In Bochum sind die mit dem Thema verbundenen Probleme aus der Perspektive verschiedener Wissenschaftsdisziplinen analysiert und diskutiert worden – an der Konferenz beteiligt waren sowohl Vertreter der Volkswirtschaftslehre als auch Rechts- und Sozialwissenschaftler, darunter mehrere international ausgewiesene Experten, wie etwa Sarah Cook, die Direktorin des UN Research Institute for Social Development (UNRISD) und Armando Barrientos vom Brooks World Poverty Institute an der Universität Manchester. Ein Teil der Konferenz-Beiträge ist in dem Sammelband “Social Protection in Developing Countries: Reforming Systems” veröffentlicht worden (siehe oben).